TotalEnergies Aktie: Zwischen den Fronten
09.03.2026 - 05:08:00 | boerse-global.deWĂ€hrend der Ălpreis durch die Eskalation im Nahen Osten auf ĂŒber 114 USD springt, muss TotalEnergies im Irak die Notbremse ziehen. Die Evakuierung von Personal aus Basra verdeutlicht die massiven Sicherheitsrisiken, die den Konzern trotz potenziell sprudelnder Ăl-Einnahmen belasten. Kann das Wachstum bei erneuerbaren Energien diese geopolitischen Spannungen langfristig ausgleichen?
Evakuierungen belasten Irak-GeschÀft
Die VerschĂ€rfung des militĂ€rischen Konflikts zwischen einer US-israelischen Allianz und dem Iran hat die StraĂe von Hormuz faktisch blockiert. Da durch diese Meerenge rund 20 Prozent des weltweiten Ălbedarfs flieĂen, schoss der Brent-Preis zum Wochenauftakt zeitweise um ĂŒber 20 Prozent nach oben. FĂŒr TotalEnergies bedeutet dieses Marktumfeld zwar höhere Margen im FördergeschĂ€ft, doch der Preis dafĂŒr ist hoch.
Am vergangenen Wochenende sah sich das Unternehmen gezwungen, auslĂ€ndisches Personal aus seinen Projekten in der Region Basra zu evakuieren. Als Reaktion auf Drohnenangriffe bildeten die lokalen Behörden am Sonntag eine Krisenzelle, um die Energie-Infrastruktur zu schĂŒtzen. Zwar lĂ€uft der Betrieb der Ălfelder vorerst weiter, doch die volatile Sicherheitslage erschwert die langfristige Planung fĂŒr die dortigen GroĂprojekte erheblich.
Solar-Fortschritte und Nigeria-Turnaround
Trotz der Unruhen treibt der Konzern seine strategische Neuausrichtung voran. Am 4. MĂ€rz startete im Irak die Pilot-Inbetriebnahme einer ersten 61-Megawatt-Einheit im Rahmen eines groĂen 1-GW-Solarprojekts. Dieser Ausbau der erneuerbaren Energien ergĂ€nzt die im Februar geschlossenen LiefervertrĂ€ge mit Google in den USA, wo sich TotalEnergies ebenfalls KapazitĂ€ten im Gigawatt-Bereich gesichert hat.
ZusĂ€tzlich sorgen positive Nachrichten aus Westafrika fĂŒr Entlastung. Die Tochtergesellschaft in Nigeria veröffentlichte am Samstag ihre Prognose fĂŒr das zweite Quartal 2026. Das Unternehmen erwartet einen Vorsteuergewinn von rund 1,3 Milliarden Naira und lĂ€sst damit die Verlustzone des Vorjahres hinter sich.
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Charttechnik und Ausblick
Anleger reagieren bisher relativ stabil auf die Mischung aus Krisen-Risiken und operativen Erfolgen. Mit einem Schlusskurs von 67,81 Euro notiert das Papier am Montag nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 69,77 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um rund 20 Prozent zulegen, was den Titel zu einem der stÀrkeren Werte im Sektor macht.
Kurzfristig wird die Entwicklung im Irak entscheidend fĂŒr den Kursverlauf sein. Sollte der Krisenstab in Basra die Lage stabilisieren, rĂŒckt das Rekordhoch wieder in greifbare NĂ€he. Nach unten dient der 50-Tage-Durchschnitt bei 61,19 Euro als wichtige UnterstĂŒtzung, falls die geopolitischen Sorgen die derzeitige Rallye ausbremsen. Am kommenden Mittwoch dĂŒrften weitere Details zur Sicherheitslage im Irak ĂŒber die kurzfristige Richtung entscheiden.
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