NestlĂ© gibt Entwarnung fĂŒr Kunden wegen Mineralwasser
11.07.2025 - 16:46:48In Deutschland werde kein natĂŒrliches Mineralwasser aus französischer Produktion verkauft, sagte ein Sprecher von NestlĂ© auf Nachfrage. Vertrieben werden demnach nur die Marken San Pellegrino und Acqua Panna, die nicht betroffen seien. Das Mineralwasser in Frankreich sei ebenfalls unbedenklich, hieĂ es.
Die Supermarktkette Rewe und die Discounter-Tochter Penny sind nach eigenen Angaben nicht betroffen. Rewe beziehe zwar Mineralwasser von NestlĂ©, dies komme aber nicht aus Frankreich, sagte ein Sprecher. Er verwies auf eine schriftliche BestĂ€tigung von NestlĂ© Waters Deutschland. Auch Penny habe die entsprechenden Produkte nicht im Sortiment. Lidl und Kaufland betonten ebenfalls, die Marken nicht zu fĂŒhren. Aldi gab an, kein Mineralwasser von NestlĂ© anzubieten. Edeka Ă€uĂerte sich auf Anfrage nicht.
Im Zuge der Ermittlungen hatte die französische Generaldirektion fĂŒr Wettbewerb, Verbraucherschutz und BetrugsbekĂ€mpfung (DGCCRF) am Donnerstag den Frankreichsitz von NestlĂ© bei Paris durchsuchen lassen.
NestlĂ© Waters bestĂ€tigte die Durchsuchungen und erklĂ€rte: "Wir bedauern diese Situation." Das Unternehmen will unter Aufsicht der zustĂ€ndigen Behörden MaĂnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Produktionsbedingungen mit dem geltenden regulatorischen Rahmen in Einklang stehen.
Klage von Foodwatch im vergangenen Jahr
Nach Angaben der DGCCRF wurden die Ermittlungen im Februar nach einer Anzeige der Organisation Foodwatch bezĂŒglich NestlĂ© und NestlĂ© Waters eingeleitet. Um Mineralwasser von NestlĂ© (Perrier, HĂ©par, Contrex, Vittel) gibt es in Frankreich schon lĂ€nger Wirbel. Der Vorwurf lautet, dass Quellwasser, das zeitweise nicht den Anforderungen entsprach, auf eine fĂŒr Mineralwasser unzulĂ€ssige Weise gefiltert und dennoch als natĂŒrliches Mineralwasser vertrieben worden sein soll.
Im Pariser Parlament hatte NestlĂ©-Vorstandschef Laurent Freixe im April vor einem Untersuchungsausschuss sein Bedauern geĂ€uĂert. NestlĂ© Waters habe alles getan, um die beanstandeten Praktiken zu beenden. Ein förmliches Ermittlungsverfahren gibt es bislang nicht.
Foodwatch spricht von massivem Betrug und verlangt, dass die Verantwortlichkeiten bei dem Unternehmen sowie bei den Aufsichtsbehörden aufgedeckt werden. "Der gröĂte Lebensmittelkonzern der Welt hat Wasser aus verunreinigten Brunnen illegal gefiltert und als natĂŒrlich verkauft - ein klarer Fall von Lebensmittelbetrug und zudem vielleicht gesundheitsgefĂ€hrdend", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Foodwatch Deutschland, Chris Methmann.

