Trump, Milliardenklage

Trump kĂŒndigt Milliardenklage gegen BBC an

16.11.2025 - 17:36:44

Trotz einer Entschuldigung der BBC will US-PrÀsident Donald Trump die britische Rundfunkanstalt auf eine Milliardensumme verklagen.

Die Klage werde "wahrscheinlich irgendwann nĂ€chste Woche" eingereicht und sich auf eine Summe zwischen einer Milliarde und fĂŒnf Milliarden Dollar belaufen, kĂŒndigte der Republikaner in der Regierungsmaschine Air Force One vor Journalisten an. "Sie haben die Worte verĂ€ndert, die aus meinem Mund gekommen sind", sagte er.

Hintergrund ist der Streit um eine TV-Sendung. Im Kern geht es um den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021, den der Sender fĂŒr die Sendung "Panorama" verwendet hatte. Die Ausstrahlung erfolgte kurz vor der PrĂ€sidentschaftswahl im November 2024, bei der Trump die Demokratin Kamala Harris besiegte.

Sendung ĂŒber Sturm aufs Kapitol

FĂŒr die Sendung hatte die BBC Passagen aus unterschiedlichen Teilen der damaligen Rede Trumps an seine AnhĂ€nger aneinander geschnitten. An jenem Tag war es in der US-Hauptstadt Washington zum gewaltsamen Sturm auf das Kapitol gekommen, wo der Wahlsieg von Trumps damaligem Widersacher, dem Demokraten Joe Biden, offiziell bestĂ€tigt werden sollte.

Trump - damals nach seiner ersten Amtszeit (2017-2021) abgewĂ€hlt, aber noch im Amt - wiederholte in seiner Rede seine mehrfach widerlegte Behauptung, er sei durch Betrug um den Wahlsieg gebracht worden. Nach der Rede stĂŒrmten Trumps AnhĂ€nger den Sitz des Parlaments.

Die BBC rĂ€umt inzwischen Fehler ein. Unbeabsichtigt sei in der Sendung der Eindruck entstanden, es handle sich um einen zusammenhĂ€ngenden Redeabschnitt. Dadurch könne der Eindruck entstanden sein, Trump habe direkt zu Gewalt aufgerufen, hieß es auf der BBC-Webseite. Der Sender entschuldigte sich auch bei Trump. Der Fall wurde als maßgeblicher Grund fĂŒr den RĂŒcktritt von Senderchef Tim Davie und der fĂŒrs NachrichtengeschĂ€ft verantwortlichen Journalistin Deborah Turness angegeben.

BBC sah keine Grundlage fĂŒr Verleumdungsklage

Trumps Anwaltsteam hatte der BBC in einem Brief gedroht, man werde Klage einreichen, sollte sich der Sender nicht entschuldigen, die Sendung zurĂŒckziehen und eine EntschĂ€digung zahlen. Die AnwĂ€lte setzten der BBC eine Frist bis Freitagabend und drohten mit einer Klagesumme von mindestens einer Milliarde US-Dollar (umgerechnet rund 860 Millionen Euro). Wenige Stunden nach Fristablauf machte Trump dann bekannt, dass er klagen wolle.

Die BBC erklĂ€rte, die Sendung werde nicht mehr ausgestrahlt. Eine EntschĂ€digung wolle der Sender aber nicht zahlen. FĂŒr eine Verleumdungsklage sieht das Medienunternehmen aus gleich mehreren GrĂŒnden keine Grundlage.

Dazu zĂ€hlte die BBC nach Senderangaben in einem Brief an Trumps Anwaltsteam unter anderem, dass sie die besagte "Panorama"-Folge nicht auf den US-KanĂ€len des Senders verbreitet habe und sie nur fĂŒr Zuschauer in Großbritannien zugĂ€nglich gewesen sei. Sie habe Trump auch nicht geschadet, da er kurz nach der Ausstrahlung die PrĂ€sidentschaftswahl gewonnen habe. Der Ausschnitt sei auch nicht darauf ausgelegt gewesen, irrefĂŒhrend zu sein - vielmehr habe er lediglich die KĂŒrzung einer lĂ€ngeren Rede darstellen sollen.

Trump: Nichts ist so fake wie die BBC

In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem rechten britischen Sender GB News fĂŒhrte Trump an, dass rechtliche Schritte unerlĂ€sslich seien, um kĂŒnftige Falschdarstellungen auch gegen andere Personen zu verhindern. "Das war so ungeheuerlich. Wenn man nichts dagegen tut, verhindert man nicht, dass dies mit anderen Leuten wieder passiert", sagte er.

Mit Klagen gegen Nachrichtenorganisationen und ihre "Fake News" habe er "jede Menge Erfolg" gehabt, sagte er an anderer Stelle in dem sehr wohlwollenden Interview. "Aber ich habe noch nie etwas gehabt, dass so fake ist wie die BBC", fĂŒgte Trump hinzu.

Klagen als Angriff auf unliebsame Medien?

Trump stellt sich seit Jahren als Opfer einer ihm gegenĂŒber besonders kritischen und feindseligen Presse dar. In den USA hat er bereits Klagen gegen mehrere Medien angestrengt, darunter gegen die Sender CBS und ABC. In beiden FĂ€llen einigten sich die Parteien auf einen Vergleich in Millionenhöhe, ohne es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Kritiker sehen in Trumps Klagen EinschĂŒchterungsversuche, die einen Angriff auf die Pressefreiheit darstellen.

Zuletzt hat Trump auch die "New York Times" verklagt. Er wirft der Zeitung vor, ihn vor der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 "absichtlich und böswillig" diffamiert zu haben. Der Republikaner fordert dafĂŒr 15 Milliarden Dollar (etwa 12,9 Milliarden Euro) Schadenersatz. Die Zeitung erklĂ€rte, die Klage entbehre jeder legitimen Rechtsgrundlage und sei vielmehr ein Versuch, unabhĂ€ngige Berichterstattung zu unterdrĂŒcken und zu verhindern.

@ dpa.de