AKTIE IM FOKUS: Positiv gewerteter Zukauf bringt Infineon nur kleines Plus
08.04.2025 - 13:20:59Nach einem positiven Start standen zeitweise sogar Verluste zu Buche.
Zur Mittagszeit stieg das Papier des Chipherstellers zuletzt um 0,8 Prozent auf 25,32 Euro. Tags zuvor war es zeitweise bis auf 23,17 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2022 abgesackt. Ein darauf folgender krĂ€ftiger Kursanstieg sorgte schlieĂlich bis zum Tageshoch an diesem Morgen fĂŒr eine Erholung um knapp 11 Prozent, was HĂ€ndler als Grund fĂŒr die vergleichsweise schwachen Kursgewinne sahen.
Der Dax legte am Dienstag zuletzt um 1,5 Prozent zu. Er war am Vortag in einer dreitÀgigen steilen Talfahrt bis auf 18.490 Punkte abgesackt und letztlich mit einem Minus von 4,1 Prozent auf 19.790 Punkten aus dem Tag gegangen.
Wie die MĂŒnchener am Montagabend mitgeteilt hatten, ĂŒbernehmen sie das Automotive-Ethernet-GeschĂ€ft des Speicher-, Telekom- und Halbleiterunternehmens Marvell Technology US5738741041 und wollen so die eigene Position bei softwaredefinierten Fahrzeugen stĂ€rken. Das kam am Markt gut an. HĂ€ndler sprachen von einem "strategisch gut passenden Zukauf", der auch positiv zu den Margen beitragen dĂŒrfte.
Durch die Kombination von Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit dem konzerneigenen MCU-GeschĂ€ft, dem GeschĂ€ft mit MotorsteuergerĂ€ten fĂŒr Elektrofahrzeuge, könne Infineon nun eine Systemlösung anbieten, kommentierte Analyst Janardan Menon von Jefferies. Diese sollte es dem Unternehmen ermöglichen, seinen Marktanteil im schnell wachsenden Markt fĂŒr softwaredefinierte Fahrzeuge und zonaler Fahrzeugarchitektur zu erhöhen, was seine Kaufempfehlung fĂŒr die Aktie untermauere.
Anleger von Infineon dĂŒrften laut Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan den Zukauf angesichts des Preises von 2,5 Milliarden US-Dollar, der dem 10,5-fachen des Umsatzes im GeschĂ€ftsjahr 2025 entspreche, allerdings als "sehr teuer" empfinden. Denn: Infineon selbst werde mit dem 2,5-fachen des auf KonsensschĂ€tzungen basierenden Umsatzes fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 gehandelt. Deshpande ist jedoch von den Synergien ĂŒberzeugt, die die Ăbernahme zum Automobil-Portfolio von Infineon beitragen werde, da Marvells Automotive-Ethernet-GeschĂ€ft laut Infineon 50 Automobilkunden hat, darunter acht der zehn fĂŒhrenden Autohersteller. Auch auf die ProfitabilitĂ€t des Chip-Herstellers werde sich der Deal voraussichtlich positiv auswirken, schrieb er.
Analyst Malte Schaumann von Warburg Research konstatierte ebenfalls, dass der Kaufpreis auf den ersten Blick zwar hoch erscheine, die Bewertung sich aber angesichts der guten strategischen Perspektiven, der starken ProfitabilitÀt und des hohen Wachstums relativiere.

