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TSMC erhöht Investitionsziel und Umsatzprognose

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 16:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

HSINCHU - Die Halbleiterbranche dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung des weltgrĂ¶ĂŸten Chip-Auftragsfertigers TSMC TW0002330008 noch lange vom KI-Boom profitieren.

(neu: ADR-Kurs, ExperteneinschÀtzung, AnalystenschÀtzungen)

HSINCHU (dpa-AFX) - Die Halbleiterbranche dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung des weltgrĂ¶ĂŸten Chip-Auftragsfertigers TSMC TW0002330008 noch lange vom KI-Boom profitieren. Die Nachfrage ĂŒbersteige das Angebot bei weitem, sagte TSMC-Chef Che-Chia Wei am Donnerstag in Hsinchu. Der taiwanische Konzern will deshalb noch mehr investieren als bislang bekannt. Zudem erhöhte das Unternehmen, das wegen des KI-Booms inzwischen zu den wertvollsten der Welt gehört, die Umsatzprognose fĂŒr das laufende Jahr.

In diesem Jahr will die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) nach Angaben vom Donnerstag 60 bis 64 Milliarden US-Dollar in neue Anlagen und Technologien stecken. Damit wurde die Spanne fĂŒr das Investitionsziel um acht Milliarden Dollar erhöht. Experten werten dies als Vertrauensbeweis und Beleg fĂŒr eine weiter hohe Chipnachfrage infolge des Aufbaus von KI-Infrastruktur.

Neben dem erhöhten Investitionsziel fĂŒr dieses Jahr will der asiatische Konzern mittelfristig noch mehr in Fabriken in den USA stecken. TSMC stockte nach eigenen Angaben die Zusagen fĂŒr den Ausbau von Fertigungsanlagen um 100 Milliarden Dollar auf 265 Milliarden US-Dollar auf. Nach Abschluss der Investitionen soll TSMC 10 Fertigungs- sowie zwei Verpackungsanlagen in den Vereinigten Staaten haben.

Der Schritt ist Teil eines politischen Abkommens zwischen Taiwan und den Vereinigten Staaten vom Januar. Damals hatte US-PrĂ€sident Donald Trump im Handelsstreit mit dem asiatischen Land die Einfuhrzölle fĂŒr GĂŒter aus Taiwan gesenkt und im Gegenzug Zusagen zu Investitionen in die Halbleiterindustrie ausgehandelt.

Die Vereinigten Staaten wollen damit ihre AbhĂ€ngigkeit von der Chipproduktion in dem asiatischen Land verringern. Taiwan wird von China als abtrĂŒnnige Provinz angesehen. Zudem hatte es in der Corona-Pandemie Probleme mit den Lieferketten gegeben. Die USA sollen Trumps Idee zufolge mit dem Ausbau der Chipfertigung im eigenen Land darĂŒber hinaus noch mehr vom KI-Boom profitieren als bisher.

Beim Umsatz werde in US-Dollar gemessen im laufenden Jahr jetzt ein Anstieg von etwas mehr als 40 Prozent angepeilt, teilte der weltgrĂ¶ĂŸte Chip-Auftragsfertiger weiter mit. Bislang hatte TSMC ein Plus von mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt. Die Anhebung der Umsatzprognose fiel etwas höher aus als Experten erwartet hatten.

Im zweiten Quartal zog der Umsatz, wie bereits seit Montag bekannt, wegen der hohen Chipnachfrage infolge des KI-Booms um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar an. Da zudem die Margen wegen der derzeitigen Preissetzungsmacht des Auftragsfertigers stark gestiegen sind, legte der Überschuss um 77 Prozent auf knapp 707 Milliarden taiwanische Dollar (19 Mrd Euro) zu. Damit ĂŒbertraf TSMC die Erwartungen der Experten.

Die Aussagen zu den Investitionen und der erhöhten Umsatzprognose stammen aus der Presse- und Analystenkonferenz zu den kurz nach Börsenschluss in Taiwan veröffentlichten detaillierten Quartalszahlen. Die in den US gehandelten TSMC-Anteile, sogenannte Hinterlegungsscheine (ADRs) der Papiere an der Börse in Taipeh, gaben in den ersten Handelsminuten in New York rund zwei Prozent auf 410 Dollar nach.

HĂ€ndler begrĂŒndeten die Verluste vor allem mit der erhöhten Prognose fĂŒr die Investitionen und den damit verbundenen Ergebnisbelastungen. Zusammen mit den in den USA angekĂŒndigten Werksbauten dĂŒrfte TSMC zwischen 2026 und 2028 mehr als 230 Milliarden Dollar investieren, errechnete Mehdi Hosseini, Experte beim Eigenhandelshaus Susquehanna.

Wegen der hervorragenden Aussichten von TSMC bleibt er bei seiner positiven EinschĂ€tzung fĂŒr die Aktie und erhöhte das Kursziel fĂŒr den Hinterlegungsschein leicht auf 600 Dollar. Derzeit empfehlen 28 der 29 von Bloomberg erfassten Analysten das Papier zum Kauf; die meisten erhöhten ihre Kursziele nach den Zahlen und dem erhöhten Ausblick. Das durchschnittliche Kursziel kletterte in den vergangenen Tagen um knapp 110 Dollar auf 590 Dollar nach oben.

An der Börse in Taiwan legte der TSMC-Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 120 Prozent zu. In den vergangenen fĂŒnf Jahren hat sich der Kurs mehr als vervierfacht. TSMC ist an der Börse derzeit rund 64 Billionen Taiwan-Dollar oder umgerechnet knapp 2 Billionen US-Dollar wert. Zieht man die Hinterlegungsscheine, die mit dem Minus der ersten Handelsminuten einen Bewertungsaufschlag von rund sechs Prozent haben, heran, kommt man auf etwas mehr als 2,1 Billionen Dollar.

Damit liegt TSMC in der Rangliste der wertvollsten Konzerne der Welt als erster nicht-amerikanischer Konzern hinter Nvidia US67066G1040 (5,0 Billionen), Apple US0378331005 (4,8), der Google-Mutter Alphabet US02079K3059 (4,5), Microsoft US5949181045 (2,9) und Amazon US0231351067 (2,7) auf Rang sechs.

Der KI-Boom und die guten TSMC-Zahlen sind ein Grund fĂŒr das zuletzt außerordentlich hohe Wirtschaftswachstum in dem asiatischen Land. In den ersten drei Monaten des Jahres legte das Bruttoinlandsprodukt um 14,6 Prozent zu. Dies war die höchste Rate seit fast 40 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr war die taiwanische Volkswirtschaft um fast neun Prozent gewachsen.

Nominal betrug die Wirtschaftsleistung des Landes mit etwas mehr als 23 Millionen Einwohnern umgerechnet rund 920 Milliarden Dollar. In diesem Jahr rechnet der Internationale WĂ€hrungsfonds mit einem Anstieg auf knapp eine Billion Dollar und bis 2031 soll das Nominalvolumen der taiwanischen Wirtschaft auf fast 1,3 Billionen Dollar wachsen.

Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung hierzulande stagnierte zuletzt bei etwas mehr als umgerechnet fĂŒnf Billionen Dollar. Und auch 2026 rechnen die IWF-Experten nur mit einem moderaten Wachstum.

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