UBS, Aktie

UBS Aktie: Keefe Bruyette gegen Jefferies bei 60 CHF

20.06.2026 - 17:22:43 | boerse-global.de

Nach neuem Jahreshoch der UBS-Aktie widersprechen sich Analysten: Keefe Bruyette senkt das Rating, Jefferies erhöht das Kursziel auf 60 CHF.

UBS Aktie: Analysten uneins nach Erreichen des Jahreshochs
UBS - Zwei abstrakte Finanzberichte projiziert auf einen Schreibtisch, mit angedeutetem UBS-Logo im Hintergrund, symbolisieren Wettbewerb. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kaum hat die UBS-Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch markiert, liefern sich zwei Analysehäuser einen offenen Widerspruch. Keefe Bruyette stuft ab — Jefferies erhöht das Kursziel auf 60 CHF. Für Anleger stellt sich die Frage, welche Einschätzung trägt.

Herabstufung trotz höherem Kursziel

Analyst Tom Hallett von Keefe Bruyette senkte das Rating am Freitag von „Market Perform" auf „Underperform". Das klingt zunächst widersprüchlich, denn das Kursziel stieg von 36 auf 38 CHF. Die Logik dahinter: Laut Keefe Bruyette sind die Rahmenbedingungen für UBS gerade ungewöhnlich günstig. Genau das ist das Problem. In einem solchen Umfeld kann das Management kaum noch positiv überraschen — das Enttäuschungsrisiko steigt. Die Analysten sehen also weniger ein Problem mit der aktuellen Ertragskraft als mit dem künftigen Erwartungsprofil.

Jefferies setzt auf Vermögensverwaltung und Investmentbanking

Jefferies-Analyst Joseph Dickerson kommt zu einem anderen Schluss. Er hob das Kursziel bereits am Mittwoch von 55 auf 60 CHF an und hält an „Buy" fest. Seine Begründung: Das Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA und Asien sowie das Investmentbanking bilden die richtige Mischung. Dickersons Gewinnschätzungen für das zweite Quartal liegen 18 Prozent über dem Konsens, für die Jahre bis 2028 sogar 13 Prozent. Die Bewertung hält er für zu niedrig — auch weil mögliche Kapitalanforderungen für ausländische Töchter die Bank im ungünstigsten Fall einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag in Dollar kosten könnten.

Starker Lauf, technische Warnsignale

Die Kursentwicklung gibt Jefferies vorerst recht. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten rund 68 Prozent zu und schloss die Woche mit einem Plus von 5,3 Prozent. Am Donnerstag markierte sie bei 44,66 Euro ein neues Jahreshoch.

Allerdings signalisiert der RSI von 69,8 einen überhitzten Markt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 22 Prozent — ein starker Aufwärtstrend, aber auch ein Hinweis auf mögliche Konsolidierung.

Am 29. Juli legt UBS die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob Dickersons Schätzungen — 18 Prozent über dem Konsens — realistisch waren oder Keefe Bruyettes Skepsis die treffendere Einschätzung war.

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