CDU-Politiker, E5-Pflicht

CDU-Politiker fordert Ende der E5-Pflicht an Tankstellen

04.04.2026 - 09:26:01 | dpa.de

Um das Klima zu schĂŒtzen und unabhĂ€ngiger zu werden von Erdölimporten plĂ€diert der Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart (CDU) fĂŒr ein Ende der verpflichtenden Vorhaltung von E5 an Tankstellen.

E10 sei in der Regel zwar gĂŒnstiger und deutlich klimafreundlicher, werde aber zu wenig genutzt, sagte Gebhart, der Obmann der Unionsfraktion im Umweltausschuss ist, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. UmweltverbĂ€nde sehen das hingegen skeptisch.

Gebhart: E10 gĂŒnstiger und besser fĂŒrs Klima

Die Abschaffung der E5-Vorhaltepflicht sei einfach und wirkungsvoll: "FĂŒr Verbraucher wĂŒrde das Tanken gĂŒnstiger und gleichzeitig stĂ€rken wir damit den Klimaschutz", argumentierte Gebhart. UmweltverbĂ€nde sehen das allerdings anders.

Die Namen E5 und E10 geben an, mit welchem Prozentanteil Benzin Bioethanol enthĂ€lt. Derzeit sind Tankstellenbetreiber verpflichtet, auch E5 anzubieten. Vor 2011 durfte der Anteil nicht ĂŒber 5 Prozent liegen. Inzwischen vertragen laut ADAC aber fast alle Benziner-Pkw Super E10.

Branche: Schadstoffbilanz von E10 besser

Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft sinken beim Einsatz von E10 statt E5 CO2-Emissionen sowie der Stickstoff- und Feinstaubausstoß von Benzinern.

"In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern ist E10 lĂ€ngst Standard, ohne dass es Probleme gibt", betont Gebhart. Auch hierzulande vertrĂŒgen nahezu alle Fahrzeuge den Kraftstoff. "Die Abschaffung der Vorhaltepflicht wĂŒrde an Tankstellen zudem Platz schaffen fĂŒr neue, innovative Kraftstoffe der Zukunft."

UmweltverbÀnde: Viele Nebenwirkungen bei Ethanol

UmweltverbĂ€nde sehen das als den falschen Weg. "Die Debatte um das Ende der E5-Vorhaltepflicht ist eine Nebelkerze, die von den fatalen ökologischen Folgen des Agrosprits ablenkt", meint die Deutsche Umwelthilfe (DUH). "FĂŒr Bioethanol werden riesige Mengen DĂŒngemittel, Pestizide und fossile Rohstoffe eingesetzt."

UmweltverbĂ€nde betonen, Ethanol werde vor allem aus Nahrungspflanzen wie Weizen und Mais hergestellt. Ein Großteil davon werde importiert, erklĂ€rt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). "Aus Sicht des Klimaschutzes oder der EnergieunabhĂ€ngigkeit bringt die flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung von E10 also unmittelbar keinen Mehrwert." UmweltschĂŒtzer machen sich stattdessen fĂŒr das Elektroauto stark.

An den Tankstellen dominiert E5 den Markt. Der Treibstoff machte 2024 nach Daten des Bundesamts fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, auf die sich der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft stĂŒtzt, 67,6 Prozent des verkauften Benzins aus. E10 lag bei 27,4 Prozent, Super Plus bei 5,0 Prozent. Der Absatz von E5 sank damit gegenĂŒber dem Vorjahr nur minimal um 0,3 Prozent.

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