Fusion, Arte

Fusion von 3sat und Arte? Das sagen Partner aus Schweiz und Österreich

04.10.2024 - 12:57:42

Um die von den BundeslĂ€ndern angestoßene Idee einer Fusion der KulturkanĂ€le 3sat und Arte ist in Deutschland eine Debatte entbrannt.

Die 3sat-Partnersender in der Schweiz und in Österreich, die in der Sache letztlich mitreden mĂŒssten, legen sich auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur aktuell nicht auf eine eindeutige Position fest.

Vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hieß es lediglich: "SRF Ă€ußert sich nicht zur laufenden Rundfunkreform in Deutschland." Der Österreichische Rundfunk (ORF) Ă€ußerte sich auf die dpa-Anfrage konkreter: Man werde in den kommenden Wochen mit den Intendantinnen und Intendanten der Partnersender in einen "intensiven Austausch ĂŒber die Zukunft des Angebots treten. Essenziell fĂŒr den ORF ist dabei, dass die hochqualitativen heimischen TV-Produktionen weiterhin einem internationalen Publikum zugĂ€nglich bleiben".

Zugleich betonte ORF, dass der TV-Sender 3sat, zu dem man 25 Prozent des Programms beisteuere, fĂŒr den ORF seit 40 Jahren ein wichtiges Programmfenster in den deutschsprachigen Raum sei. Theater, Oper, Ballett, Fernsehfilme, KonzertĂŒbertragungen, Informationssendungen, Magazine und Dokumentationen aus Österreich werden demnach via 3sat einem internationalen Publikum zugĂ€nglich gemacht. "Aber auch das österreichische Publikum schĂ€tzt das deutsche und Schweizer Kultur- und Informationsangebot, das in Österreich via 3sat konsumiert werden kann, sehr", betonte der Sender.

Die PlÀne der BundeslÀnder

Die Debatte um 3sat begann vor einer Woche. Die BundeslĂ€nder prĂ€sentierten einen Entwurf fĂŒr eine Rundfunkreform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Es ist noch nichts in trockenen TĂŒchern. GegenwĂ€rtig lĂ€uft eine Anhörungsphase, danach mĂŒssten alle MinisterprĂ€sidenten und alle Landtage zustimmen, bevor die Rundfunkreform wie von den LĂ€ndern anvisiert im Sommer 2025 in Kraft treten könnte.

Zu den Arte- und 3sat-PlĂ€nen: Unter einem Kulturangebot listen die LĂ€nder auch weiterhin die TV-Sender 3sat und Arte auf. Allerdings fĂŒgen sie hinzu: In Abstimmung mit den beteiligten öffentlich-rechtlichen europĂ€ischen Veranstaltern sollen die Inhalte von 3sat "teilweise oder vollstĂ€ndig" in das Arte-Programm und dessen Digitalangebote "ĂŒberfĂŒhrt werden". Eine Verpflichtung bestehe nicht, heißt es in den Anmerkungen der LĂ€nder zur Reform.

Kritik an den LÀnderplÀnen

Der Sender 3sat wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Das Programm wird von allen 3sat-Partnern beigesteuert: Von ZDF und ARD kommen nach 3sat-Angaben jeweils 32,5 Prozent des Programms, vom ORF 25 Prozent und von der Schweizer SRG mit dem Sender SRF 10 Prozent der Sendungen. Schwerpunkte sind Kultur, Bildung und Wissenschaft. Sitz von 3sat ist Mainz. Arte ist ein deutsch-französischer Sender, strebt aber schon seit lĂ€ngerem eine breitere Öffentlichkeit in Europa an und will seine Plattform entsprechend ausbauen.

3sat-Chefin Natalie MĂŒller-Elmau sagte vor Tagen unter anderem im Sender Deutschlandfunk, die PlĂ€ne der LĂ€nder hĂ€tten sie ĂŒberrascht. Ihr fehle noch die Fantasie, wie das funktionieren solle. Sowohl Arte als auch 3sat haben demnach ausreichend Programm fĂŒr 24 Stunden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach sich in der Zwischenzeit gegen eine Fusion aus und forderte die LĂ€nder auf, den Passus ersatzlos zu streichen. Er sieht auch ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet. Kritiker der PlĂ€ne verweisen auch auf eine angestoßene Petition im Netz fĂŒr den Erhalt von 3sat. Auch der Deutsche Kulturrat, der Interessen von Kulturorganisationen vertritt, Ă€ußerte sich in einer 3sat-Sendung kritisch.

@ dpa.de