Lkw-Hersteller Daimler Truck plant neues Werk in Tschechien
31.03.2026 - 15:56:14 | dpa.deDie GeschÀftseinheit Mercedes-Benz Trucks wolle ihr europÀisches Produktionsnetzwerk zum Ende dieses Jahrzehnts mit einem Montagestandort in Cheb, im Westen Tschechiens und in GrenznÀhe zu Deutschland, erweitern. Das teilte der Dax-Konzern DE0008469008 aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.
Ausgelegt sei der neue Standort auf eine ProduktionskapazitĂ€t von rund 25.000 Einheiten pro Jahr. Gut 1.000 ArbeitsplĂ€tze sollen dort entstehen. Daimler Truck werde einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag in den neuen Standort investieren. Dieser biete "sowohl bei der Logistik als auch bei den Kostenstrukturen ĂŒberzeugende Voraussetzungen", hieĂ es laut Mitteilung.
Was das fĂŒr das Werk in Wörth am Rhein bedeutet
Das Unternehmen wolle effizienter, resilienter und flexibler angesichts einer steigenden KomplexitÀt durch zunehmende Variantenvielfalt bei den Fahrzeugen werden. Der Standort Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) bleibe Leit- und Volumenwerk im Produktionsverbund.
"Wir stoĂen hier stĂ€ndig an Grenzen, auch rĂ€umlicher Natur", sagte JĂŒrgen Distl, Leiter Operations bei Mercedes-Benz Trucks, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Teil des Volumens werde an den neuen Standort gehen. Wie viel genau, sagte Distl nicht. Das werde dazu fĂŒhren, "dass wir in Wörth in einem normalen Jahr weniger Lkw bauen werden". Gleiches gelte fĂŒr das Werk im tĂŒrkischen Aksaray. Aber: "Der Löwenanteil wird immer noch aus Wörth kommen."
Zur Einordnung: In Wörth ist dem Unternehmen zufolge eine Produktion von etwa 100.000 Fahrzeugen möglich. 2025 seien es rund 66.000 Fahrzeuge gewesen, 2023 rund 97.000. In Aksaray seien gut 30.000 Einheiten pro Jahr möglich.
Der neue Standort in Cheb verschaffe Wörth "die dringend benötigte Luft zum Atmen", sagte Distl laut Mitteilung. Der Standort Wörth werde so weiterentwickelt, dass er auch unter sich verÀndernden Marktbedingungen in Zukunft dauerhaft wirtschaftlich fertigen könne.
Sparprogramm "Cost Down Europe"
Dass ein Teil der Produktion in ein Land mit Kostenvorteilen verlagert werden soll, war schon lÀnger bekannt. Im vergangenen Jahr hatte Daimler Truck das Sparprogramm "Cost Down Europe" ausgerufen. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken und in Deutschland ungefÀhr 5.000 Stellen wegfallen.
Von dem Werk in Tschechien profitierten auch die deutschen Standorte mit ihren BeschĂ€ftigten, teilte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht mit. Die Arbeitnehmervertreter hĂ€tten bei den Verhandlungen zu "Cost Down Europe" darauf gedrĂ€ngt, dass der Fokus nicht nur auf Effizienz und Sparen liegen dĂŒrfe. Es brauche auch eine Wachstumsstrategie. Da das Werk in Wörth aufgrund der hohen KomplexitĂ€t in seiner Entwicklung limitiert sei, sei das Werk in Tschechien Teil der geforderten Wachstumsstrategie, sagte Brecht laut Mitteilung.
Bei Daimler Truck war der Gewinn 2025 um 34 Prozent eingebrochen. Auch der Absatz ging zurĂŒck. Bereits 2024 waren das Konzernergebnis und der Absatz gesunken.
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