Warken, Bau-Standards

Warken: Bau-Standards fĂŒr Pflegeheime vereinfachen

14.06.2026 - 17:23:45 | dpa.de

Um Pflege-Kosten zu senken, fordert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken von den BundeslĂ€ndern niedrigere baurechtliche Standards fĂŒr Heime.

Die gesetzlichen Vorgaben fĂŒr Pflegeheime sollten "auf das Mindestmaß reduziert werden", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Da wurde aus gutem Willen ĂŒbertrieben, etwa was die Platzvorgaben fĂŒr Zimmer angeht oder die GrĂ¶ĂŸe von GemeinschaftsrĂ€umen."

Es sei zu viel verpflichtend und zu wenig flexibel, kritisierte Warken. "Auch das macht PflegeplĂ€tze in Einrichtungen teuer." ZustĂ€ndig fĂŒr die Regeln sind die LĂ€nder.

Warken verteidigt SparplÀne

Zugleich verteidigte Warken die geplanten Einschnitte bei ZuschlĂ€gen fĂŒr Heimbewohner, die zur finanziellen Stabilisierung der Pflegeversicherung beitragen sollen. Mit ĂŒber sieben Milliarden Euro hĂ€tten diese ZuschlĂ€ge der Pflegekassen sich zwischen 2022 und 2025 verdoppelt, argumentierte die Ministerin. "Wir schaffen diesen Zuschlag nicht ab, können die höheren ZuschĂŒsse aber jeweils erst etwas spĂ€ter gewĂ€hren." Auch nach der Änderung beteilige sich die Pflegeversicherung immer noch deutlich stĂ€rker an den Pflegekosten, als es vor 2022 der Fall gewesen sei.

Die ZuschlĂ€ge sind nach Aufenthaltsdauer im Pflegeheim gestaffelt und sollen Bewohnerinnen und Bewohner bei den stetig steigenden Eigenanteilen entlasten. Nach einem Entwurf des Ministeriums sollen die höheren Entlastungsstufen kĂŒnftig jeweils sechs Monate spĂ€ter einsetzen. Dies soll die Pflegekassen im kommenden Jahr um 2,6 Milliarden Euro entlasten - als Teil eines geplanten Gesetzespakets, um ein Milliardendefizit 2027 zu decken und höhere BeitrĂ€ge zu vermeiden.

Entlasten an anderer Stelle

Warken trat auch Kritik des StĂ€dtetags entgegen, der Belastungen fĂŒr die Kommunen durch die PlĂ€ne bemĂ€ngelt hatte. Laut Entwurf ergeben sich fĂŒr LĂ€nder und Gemeinden bei der Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege) im nĂ€chsten Jahr Mehrausgaben von einer Milliarde Euro.

NatĂŒrlich könne es Auswirkungen geben, wenn ZuschlĂ€ge nicht mehr so wie bislang gewĂ€hrt werden, sagte Warken. "Aber wir entlasten an anderer Stelle und schaffen Planungssicherheit - zum Beispiel, indem die Leistungen kĂŒnftig jĂ€hrlich dynamisiert werden und wir PflegebedĂŒrftigkeit durch einen deutlich stĂ€rkeren PrĂ€ventionsansatz vermeiden und verzögern." In Summe dĂŒrften die Entlastungen die befĂŒrchteten Mehrbelastungen zudem "perspektivisch ausgleichen", hob sie hervor.

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