Umfrage unter BetriebsrÀten: Windindustrie erwartet weniger AuftrÀge
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRechneten im vergangenen Jahr nahezu 60 Prozent der befragten BetriebsrĂ€te mit steigenden AuftrĂ€gen, sank der Wert fĂŒr 2026 auf unter 20 Prozent. Das teilte die fĂŒr Norddeutschland zustĂ€ndige Industriegewerkschaft (IG) Metall KĂŒste mit.
Die Gewerkschafter erwarten zudem, dass die Auslastung in den Betrieben in den nÀchsten zwei Jahren sinken wird. Derzeit ist die Auslastung der Unternehmen der Umfrage zufolge hoch: Sie liegt bei 95 Prozent. Im Vorjahresvergleich entspricht das einem Anstieg um vier Prozentpunkte.
An der Umfrage des Beratungsunternehmens WMP Consult haben sich BetriebsrÀte aus 34 Betrieben beteiligt, die im On- und Offshore-Bereich tÀtig sind, wie die Gewerkschaft mitteilte. Den Angaben der IG Metall zufolge arbeiten in den Betrieben rund 27.700 Arbeitnehmer.
Debatte ĂŒber Reiches Energiereform
Die IG Metall machte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fĂŒr den in der Befragung festgestellten Stimmungsumschwung verantwortlich. "Nach der Altmaier-Delle droht jetzt der Reiche-Absturz", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Die Ergebnisse seien eine Warnung an die Bundesregierung. Es drohten AuftragseinbrĂŒche und ein Stellenabbau.
Das Bundeskabinett hatte Ende Juli eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen und das sogenannte Netzanschlusspaket. Die Gesetze sollen die staatliche Förderung reduzieren und so Stromkosten senken. Ein Streitpunkt ist, dass EntschĂ€digungen teils entfallen sollen, wenn das Netz keinen ĂŒberschĂŒssigen Strom aus etwa Windparks aufnehmen kann.
Kritik an den PlĂ€nen Ă€uĂerte auch die PrĂ€sidentin des Bundesverbands Windenergie, BĂ€rbel Heidebroek, die vor einem RĂŒckschritt warnte.
