Aktien Frankfurt: Dax lÀsst nÀchste Bestmarke folgen
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 12:07 Uhr | dpa.deDie Berichtssaison der Unternehmen beeinflusste das Gesamtbild am Mittwoch positiv, bevor die Stimmung dann spÀter von Inflationsdaten aus den USA nochmals auf die Probe gestellt werden könnte.
Der Leitindex steigerte seine Bestmarke auf 26.521 Punkte. Zuletzt kam er mit 26.506 ZĂ€hlern auf ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax DE0008467416 stieg zur Mittagszeit um 0,8 Prozent auf 32.488 ZĂ€hler.
Aktuell hat der Dax sein Jahresplus dank seiner im April eingeleiteten Rally auf mehr als acht Prozent ausgebaut. Anleger sahen weiterhin darĂŒber hinweg, dass Drohungen und Warnungen im Iran-Krieg anhielten und die Ălpreise davon wieder nach oben getrieben wurden. Gute Nachrichten gab es international von einigen Unternehmen, die wieder förderlich waren fĂŒr die KI-Fantasie der Anleger.
Wegen der mit dem Ălpreis verbundenen Zinssorgen werden laut der Privatbank Metzler spĂ€ter alle Augen auf die US-Verbraucherpreise gerichtet. "Aktuell preisen die MĂ€rkte die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Zinsanhebung der Fed im September mit 50:50 und so haben die heutigen US-Inflationsdaten durchaus das Potenzial fĂŒr deutliche Bewegungen", schrieb am Morgen der Metzler-Analyst Yannik Mosbach.
Die Favoritenrolle im Dax ĂŒbernahm Siemens Energy DE000ENER6Y0 wegen positiver Branchennachrichten. Eine vom Windkraft-Spezialisten Vestas DK0061539921 erhöhte Prognose zog die Titel des Energietechnik-Konzerns und des deutschen Konkurrenten Nordex DE000A0D6554 deutlich nach oben. Als zweiter Treiber fungierte das boomende KI-Thema.
Die KI-Fantasie, die auch Chipwerte am Mittwoch steigen lieĂ, wurde am Mittwoch vom US-Unternehmen Coreweave angetrieben - mit einem stĂ€rker als erwartet ausgefallenem Umsatzwachstum. Mit RĂŒckenwind davon legten im Tech-Bereich auch die Titel des Chipkonzerns Infineon DE0006231004 und von BranchenausrĂŒstern wie Aixtron DE000A0WMPJ6 oder Suss Microtec DE000A1K0235 um bis zu vier Prozent zu.
Unternehmenszahlen von Dax-Werten lieferten jedoch keinen eindeutigen Impuls. Nur Hannover RĂŒck DE0008402215 konnte etwas zulegen, weil der RĂŒckversicherer trotz eines Preisverfalls in der Branche am Gewinnziel festhĂ€lt. Bei Eon DE000ENAG999 und Brenntag DE000A1DAHH0 ging es um bis zu 1,1 Prozent bergab. Die Titel des ChemikalienhĂ€ndlers waren zuletzt auf einem Hoch seit Anfang MĂ€rz 2025 angekommen und leiden seither unter Gewinnmitnahmen.
Dem ganzen RĂŒstungssektor verschaffte TKMS DE000TKMS001 RĂŒckenwind mit einem Kurssprung um mehr als 13 Prozent. Eine von dem Marineschiffbauer deutlich erhöhte Umsatzprognose kam bei den Anlegern sehr gut an. Analysten halten es fĂŒr möglich, dass das Unternehmen demnĂ€chst auch seine mittelfristigen Ziele anhebt. Der Auftragsbestand sichert TKMS derzeit die BeschĂ€ftigung fĂŒr etwa acht Jahre.
Der Bilfinger DE0005909006-Kurs dagegen rutschte um 5,5 Prozent ab. Der Industriedienstleister bekam im zweiten Quartal die ZurĂŒckhaltung der Kunden wegen des Iran-Konflikts zu spĂŒren. Das Unternehmen musste einen schrumpfenden Auftragseingang hinnehmen. Es peilt nun bei der operativen Marge das untere Ziel der zuvor ausgegebenen Spanne an.
Bechtle DE0005158703 konnte sich nach den eigenen Zahlen nicht vom Vortagsrutsch wegen enttĂ€uschender Resultate des Konkurrenten Cancom DE0005419105 erholen. Der Kurs verlor 1,1 Prozent wĂ€hrend jener von Cancom nochmals um fast fĂŒnf Prozent absackte. Frischer Schwung durch ambitionierte Ziele von Bechtle blieb also aus.
Jenoptik DE000A2NB601 aus dem MDax ĂŒberzeugte mit etwas optimistischeren Jahresziele ein StĂŒck weit. Die Reaktion zwar zwischenzeitlich zwar wieder verhaltener, doch im Verlauf kamen starke Resultate des US-Optoelektronik-Unternehmens Lumentum als Treiber eines Anstiegs um 2,8 Prozent hinzu.
Durchwachsen war das Feedback auf die Resultate der MDax-Mitglieder Tui DE000TUAG505 und K+S DE000KSAG888. WĂ€hrend der Reisekonzern im Quartal die Erwartungen verfehlte und seine Papiere ein halbes Prozent verloren, ging es bei dem DĂŒngemittelkonzern um 1,7 Prozent nach oben. Das operative Ergebnis liege ordentlich ĂŒber den Erwartungen, schrieb die JPMorgan-Expertin Angelina Glazova.
