Wochenende, UnfÀlle

Oft nachts und am Wochenende: UnfÀlle mit E-Scootern

16.05.2025 - 13:14:17

UnfÀlle mit E-Scootern, bei denen Menschen schwer verletzt werden, weisen in Deutschland klare Muster auf: Sie passieren besonders hÀufig nachts und am Wochenende.

Betroffen sind meist MÀnner, und oft ist Alkohol im Spiel. Das ist die Bilanz einer Studie, die Daten solcher UnfÀlle in Deutschland ausgewertet hat.

Wie das Team um Michael Zyskowski von der Klinik und Poliklinik fĂŒr Unfallchirurgie der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen (TUM) im "Deutschen Ärzteblatt" berichtet, wurden im Trauma-Register der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Unfallchirurgie in den drei Jahren seit 2020 insgesamt 538 Schwerverletzte durch E-Scooter-UnfĂ€lle registriert. Mehr als 83 Prozent von ihnen wurden auf Intensivstationen behandelt, 26 Menschen starben.

Oft war Alkohol im Spiel

"Kopfverletzungen wurden bei E-Scooter-Fahrenden hÀufiger diagnostiziert als bei Fahrradfahrenden und den anderen verglichenen Verkehrsteilnehmenden", schreibt die Gruppe. "Von den zehn hÀufigsten Verletzungen betrafen acht den Kopf oder das Gesicht."

54 Prozent der UnfĂ€lle ereigneten sich nachts, die HĂ€lfte entfiel auf Wochenenden. Zudem auffĂ€llig: 62 Prozent der schwerverletzten E-Scooter-Fahrenden, die getestet wurden, hatten Alkohol im Blut. Bei gut einem Drittel (35 Prozent) lag der Alkoholpegel ĂŒber dem gesetzlichen Grenzwert.

JĂŒngere MĂ€nner sind hĂ€ufig betroffen

Das Durchschnittsalter der Betroffenen war mit etwa 44 Jahren relativ niedrig. Zum Vergleich: Bei Àhnlich schweren UnfÀllen mit FahrrÀdern lag der Altersdurchschnitt demnach bei knapp 55 Jahren. Zudem waren mit 78 Prozent sehr viele Verletzte mÀnnlich.

"JĂŒngere MĂ€nner sind deutlich hĂ€ufiger betroffen, wenn man die Daten mit Informationen zu UnfĂ€llen mit FahrrĂ€dern, Autos oder zu Fuß vergleicht", wird Zyskowski in einer Mitteilung der TUM zitiert.

Forscher raten zu konkreten Schutzmaßnahmen

Das Forschungsteam spricht sich fĂŒr gezielte Schutzmaßnahmen aus: "Die Zahl der schweren Verletzungen nach E-Scooter-UnfĂ€llen mĂŒsste nicht so hoch sein", sagte Ko-Autor Frederik Hartz, ebenfalls von der TUM. So habe etwa in Australien die EinfĂŒhrung einer Helmpflicht fĂŒr E-Roller die Zahl der Verletzungen reduziert.

In Oslo, so hieß es weiter, sei ein nĂ€chtliches Fahrverbot fĂŒr E-Roller eingefĂŒhrt worden, von 23 bis 5 Uhr. In Helsinki wiederum sei die zugelassene Höchstgeschwindigkeit fĂŒr E-Scooter in den NĂ€chten am Wochenende von 25 auf 15 Kilometer pro Stunde reduziert worden. "Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bleibt noch abzuwarten", schreibt die Gruppe.

Die Autoren betonen, gerade Leih-E-Scooter seien fĂŒr konkrete Schutzmaßnahmen geeignet: Da die GerĂ€te digital freigeben werden, könnten die Anbieter relativ einfach Maßnahmen ergreifen: "FĂŒr mehr Verkehrssicherheit wĂ€re es sinnvoll, die VerfĂŒgbarkeit der Scooter nachts und an Unfallhotspots zu reduzieren und die Höchstgeschwindigkeit ab einer bestimmten Uhrzeit zu drosseln", sagt Zyskowski. "Außerdem könnte man Reaktionstests zu einem festen Teil des Ausleihprozesses machen, um Alkoholfahrten zu minimieren."

@ dpa.de