ROUNDUPWegen, Ukraine

Ungarn blockiert ErklÀrung zu EU-Erweiterung

16.12.2025 - 19:03:01 | dpa.de

Ungarn hat mit seiner Ablehnung von EU-BeitrittsgesprÀchen mit der Ukraine die jÀhrliche Positionierung der EuropÀischen Union zum Erweiterungsprozess verhindert.

Wie die derzeitige dĂ€nische EU-RatsprĂ€sidentschaft nach einem Ministertreffen in BrĂŒssel mitteilte, wies die Regierung in Budapest alle Versuche zurĂŒck, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Der geplante Text werde nun mit UnterstĂŒtzung der anderen Mitgliedstaaten in eine ErklĂ€rung des EU-Ratsvorsitzes umgewandelt, erklĂ€rte die dĂ€nische Europaministerin Marie Bjerre in einer Pressekonferenz. In dem Text geht es auch um die sechs Partner im Westbalkan sowie die TĂŒrkei, die Republik Moldau und Georgien.

Nach Angaben der Ministerin wiesen mehrere Mitgliedstaaten bei dem Treffen darauf hin, dass die ungarische Blockade ein falsches Signal an die EU-KandidatenlĂ€nder sende. Man wolle, dass diese sich fĂŒr die EU entschieden und nicht fĂŒr Russland, sagte Bjerre. Der deutsche Europa-Staatsminister Gunther Krichbaum (CDU) kritisierte das ungarische Verhalten als "zunehmend destruktiv" und warf der Regierung in Budapest vor, die EU auszubremsen.

FĂŒr die Ukraine bedeutet das Veto Ungarns, dass sie weiter nicht auf formelle Verhandlungenrunden ĂŒber den anvisierten EU-Beitritt hoffen kann. Die dĂ€nische Ministerin Bjerre betonte allerdings, dass der Aufnahmeprozess dennoch vorankomme, weil informell bereits gearbeitet werde.

"Das bedeutet, dass der Ukraine konkrete Vorgaben gemacht werden, wie sie Reformen umzusetzen hat, was sie liefern soll und welche Ergebnisse die meisten Mitgliedstaaten von dem Land erwarten", sagte die DÀnin. Demnach könnte das Land dann sehr schnell Fortschritte machen, wenn Ungarn sein Veto irgendwann einmal aufgeben sollte.

In Ungarn wird gewÀhlt

Die aktuelle ungarische Regierung begrĂŒndet ihre Ablehnung eines ukrainischen EU-Beitritts unter anderem mit dem großen Finanzbedarf des Landes und dem Vorwurf, dass eine ungarische Minderheit in der Ukraine benachteiligt werde. Im laufenden Wahlkampf in seinem Land warnte Orban zudem, ein EU-Beitritt könne die ungarische Wirtschaft zerstören. Mit einer Aufgabe der Blockade wird deswegen frĂŒhestens nach den Wahlen in Ungarn im nĂ€chsten FrĂŒhjahr gerechnet.

Neben dem Text zur Ukraine hĂ€tte die EU-ErklĂ€rung zum Erweiterungsprozess eigentlich auch eine Positionierung zu Fort- und RĂŒckschritten der sechs Partner im Westbalkan sowie der TĂŒrkei, der Republik Moldau und Georgiens enthalten sollen. Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist nach der jĂŒngsten Analyse der EU-Kommission Montenegro. Dem Land wird bescheinigt, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu können, wenn es das Reformtempo beibehĂ€lt. FĂŒr Albanien wird ein Abschluss der Beitrittsverhandlungen bis Ende 2027 fĂŒr möglich gehalten.

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