WOCHENAUSBLICK, Dax

WOCHENAUSBLICK: Dax in trÀger Verfassung

03.11.2025 - 05:50:31 | dpa.de

Ungeachtet einiger starker Einflussfaktoren hat sich der Dax DE0008469008 zuletzt lethargisch und merklich schlechter als die von Rekord zu Rekord eilenden US-AktienmÀrkte prÀsentiert.

Weder die Zinsentscheidungen in den Vereinigten Staaten, Japan und der Eurozone noch eine Vielzahl an Unternehmenszahlen schafften es, den deutschen Leitindex aus seiner TrĂ€gheit herauszuholen. Experten zufolge dĂŒrfte sich daran in der neuen Börsenwoche nicht allzu viel Ă€ndern.

Auch das hoffnungsvolle Treffen zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping vermochte nicht, dem Dax Leben einzuhauchen. Wenngleich gewisse Details der Ausgestaltung noch unklar seien, sollte mit der Vereinbarung eine weitere Eskalation im Handelsstreit der GroßmĂ€chte USA und China vom Tisch sein, prognostiziert Uwe Streich, Aktienstratege der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Viel mehr als eine Art Burgfrieden dĂŒrfte die - auf lediglich ein Jahr begrenzte - Vereinbarung jedoch nicht sein.

Das Research-Team des Handelshaus Activtrades konstatierte: "Den Anlegern und Investoren scheinen die Ideen auszugehen, wie sich die Zukunft der Dax-Unternehmen positiv gestalten könnte. Die Stimmung ist gedrĂŒckt, und der Index tritt auf der Stelle." Da die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) keinen Grund fĂŒr eine Zinssenkung gesehen habe, weil der entsprechende Inflationsparameter beinahe auf Zielniveau liege, dĂŒrfte die HĂ€ngepartie am deutschen Aktienmarkt weiter gehen, erwarten die Experten.

FĂŒr die EZB bleibe die HĂŒrde fĂŒr weitere Leitzinslockerungen auch deshalb hoch, weil sie weniger Wachstumsrisiken sehe als zuvor, nachdem die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum im dritten Quartal etwas besser als erwartet ausgefallen sei, sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Dabei dĂŒrfe man aber nicht außer Acht lassen, dass die europĂ€ischen WĂ€hrungshĂŒter ihre Leitzinsen bereits weit unter das Niveau der US-amerikanischen gesenkt hĂ€tten.

Mit Blick auf die auf vollen Touren laufende Quartalsberichtssaison der Unternehmen ziehen die Anlagestrategen der Berenberg Bank ein positives Zwischenfazit: "Ein Großteil der US-Unternehmen, die ihre BĂŒcher offengelegt haben, ĂŒbertrafen die Gewinnerwartungen der Aktienanalysten." Die Berichtssaison laufe aber auch in Deutschland und Europa relativ gut. Dennoch zeigten sich Analysten weiterhin pessimistisch und hĂ€tten ihre Gewinnprognosen fĂŒr deutsche und EU-Aktien nach unten geschraubt. GrĂŒnde dafĂŒr seien der starke Euro, der Exporte verteuere, politische Störfeuer und die schwĂ€chelnde Konjunktur.

Mittlerweile sei die Bewertungsdifferenz zwischen den europĂ€ischen und US-Unternehmen relativ hoch, stellen die Berenberg-Experten fest. Mit einem Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis (KGV) von 15,5 auf Basis der GewinnschĂ€tzungen fĂŒr die kommenden zwölf Monate wirkten europĂ€ische Papiere im Vergleich zu den Werten jenseits des Atlantik (KGV 24) unverĂ€ndert gĂŒnstig.

FĂŒr die kurzfristige Entwicklung von Aktien generell zeigten sich die Berenberg-Fachleute optimistisch: "Die Kombination aus den Leitzinssenkungen der Fed, soliden Konjunkturdaten sowie Unternehmensergebnissen, die auf der positiven Seite ĂŒberraschen, sollte Aktien einen relativ guten Jahresabschluss bescheren."

Der Konjunkturkalender ist wegen des anhaltenden Stillstands vieler RegierungsgeschĂ€fte in den USA und damit ausbleibenden Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten auch in der neuen Woche dĂŒnner als ĂŒblich. Am Montag stehen die Einkaufsmanagerindizes zum Verarbeitenden Gewerbe in China, dem Euroraum und den USA auf der Agenda. Zur Wochenmitte werden die September-Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie veröffentlicht. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe der deutschen Industrieproduktion und die Zinsentscheidung der Bank of England. Zum Wochenschluss stehen vorlĂ€ufige Zahlen der Uni Michigan zum US-Verbrauchervertrauen auf der Tagesordnung.

Die Unternehmensberichtssaison geht in der neuen Börsenwoche mit unvermindert hohem Tempo weiter. Allein 14 im Dax notierte Gesellschaften berichten ĂŒber ihre GeschĂ€ftsentwicklung im abgelaufenen Quartal. Dazu zĂ€hlen: Fresenius Medical Care DE0005785802 und Qiagen NL0015002CX3 am Dienstag, BMW DE0005190003, Fresenius DE0005785604, Siemens Healthineers DE000SHL1006 und Vonovia DE000A1ML7J1 am Mittwoch, Commerzbank DE000CBK1001, Continental DE0005439004, DHL DE0005552004, Gea DE0006602006, Henkel DE0006048432, Rheinmetall DE0007030009 und Zalando DE000ZAL1111 am Donnerstag sowie Daimler Truck DE000DTR0CK8 am Freitag./edh/la/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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