Studie: Bis zu elf Millionen Tonnen PlastikmĂŒll auf dem Meeresgrund
05.04.2024 - 11:26:58 | dpa.deEin groĂer Teil davon sinkt jedoch auch in die Tiefe: Insgesamt befinden sich auf dem Grund der Ozeane heute schĂ€tzungsweise bereits drei bis elf Millionen Tonnen PlastikmĂŒll, wie eine Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro und der kanadischen University of Toronto ergab. Mithilfe von ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs) sei es zum ersten Mal gelungen, ungefĂ€hr zu quantifizieren, wie viele PlastikabfĂ€lle auf den Meeresboden gelangen und wo sie sich genau ansammeln, bevor sie in kleinere StĂŒcke zerlegt und mit dem Meeressediment vermischt werden, sagte Csiro-Forscherin Denise Hardesty.
"Wir wissen, dass jedes Jahr Millionen Tonnen PlastikmĂŒll in unseren Ozeanen landen, aber was wir bisher nicht wussten war, wie viel dieser Verschmutzung auf den Meeresboden gelangt", erklĂ€rte sie. WĂ€hrend es in der Vergangenheit bereits SchĂ€tzungen zu Mikroplastik gab, befasst sich die neue Untersuchung mit gröĂeren GegenstĂ€nden wie Netzen, Bechern oder PlastiktĂŒten.
Meeresboden als Plastik-Reservoir
Da sich der Kunststoffverbrauch bis 2040 voraussichtlich verdoppeln werde, sei es fĂŒr den Schutz der Meeresökosysteme und der Tierwelt von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie und wohin PlastikmĂŒll im Meer transportiert werde, hieĂ es in der Studie, die jetzt im Fachmagazin "Deep Sea Research Part I: Oceanographic Research Papers" veröffentlicht wurde.
Die Plastikverschmutzung auf dem Meeresboden könnte den SchĂ€tzungen zufolge bis zu 100-mal gröĂer sein, als die Menge Plastik, die an der MeeresoberflĂ€che schwimme, sagte Alice Zhu, eine Doktorandin der UniversitĂ€t Toronto, die die Studie geleitet hat. Der Grund der Ozeane sei somit zu einem langfristigen Ruheort beziehungsweise zu einem Reservoir fĂŒr einen GroĂteil der Plastikverschmutzung geworden. "Dies wird durch den extrem langsamen Abbau von Kunststoff in kalten Umgebungen noch verschĂ€rft, in denen es sowohl an Sauerstoff als auch an UV-Strahlung mangelt", heiĂt es in der Studie. Etwa die HĂ€lfte (46 Prozent) der geschĂ€tzten Plastikmasse befindet sich den Ergebnissen zufolge oberhalb von 200 Metern Wassertiefe, der Rest (54 Prozent) in den folgenden Meerestiefen von bis zu 11 000 Metern.
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