Unicredit Aktie: Amundi-Volumen auf 20 Milliarden bis 2027
01.07.2026 - 04:05:02 | boerse-global.de
Andrea Orcel baut die Unicredit konsequent um. Während die Finanzwelt auf die Commerzbank blickt, kappt die Bank alte Bande im Fondsgeschäft. Das Ziel ist eine neue Unabhängigkeit von externen Partnern.
Abschied von Amundi
Unicredit reduziert die Partnerschaft mit dem französischen Vermögensverwalter Amundi drastisch. Das verwaltete Volumen sank bereits von 150 Milliarden auf 75 Milliarden Euro. Bis Mitte 2027 soll dieser Wert auf rund 20 Milliarden Euro schrumpfen.
Die Bank setzt verstärkt auf die eigene Plattform „onemarkets“. Die Übernahme von Alkimis Sgr und neue hauseigene ETFs sollen die Provisionserträge stützen. So behält die Unicredit einen größeren Teil der Wertschöpfungskette im Konzern.
Die Commerzbank-Wette
Parallel dazu treibt die Bank die Marktkonsolidierung voran. Für das Tauschangebot zur Commerzbank-Übernahme liegt die Annahmequote aktuell bei 12,51 Prozent. Zusammen mit Direktbeteiligungen und Derivaten kontrolliert Unicredit potenziell 42,5 Prozent der Anteile.
Die offizielle Annahmefrist endet im Juli 2026. Orcel sieht darin eine Chance gegen die Zersplitterung des europäischen Bankensektors. Er verweist auf den US-Markt, dessen Kapitalisierung 220 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. In der EU liegt dieser Wert lediglich bei 65 Prozent.
Kursstärke und Analystenblick
Die Aktie notiert derzeit bei 78,28 Euro. Das entspricht einem Kursplus von fast 40 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate. Damit liegt das Papier nur rund drei Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Die Erste Group Bank blickt derweil etwas skeptischer auf die Ertragsdynamik. Die Analysten senkten ihre Gewinnerwartung je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 von 4,26 auf 4,20 US-Dollar. Sie bestätigten ihre Empfehlung mit „Hold“.
Unicredit verfolgt weiterhin die Vision eines „föderalen“ europäischen Bankenmodells. Diese Struktur soll lokale Stärke mit einer effizienten, zentralen Infrastruktur kombinieren. Weitere Zukäufe im italienischen Heimatmarkt hängen laut Management strikt von der künftigen Wertschöpfung ab.
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