Unilever, Millionen

Unilever: 750–900 Millionen Euro Inflation erwartet

04.05.2026 - 15:00:11 | boerse-global.de

Unilever überzeugt mit echtem Volumenwachstum in Schwellenländern, kämpft aber gegen steigende Kosten. Dividende erhöht, Jahresziele bestätigt.

Unilever: 750–900 Millionen Euro Inflation erwartet - Foto: über boerse-global.de
Unilever: 750–900 Millionen Euro Inflation erwartet - Foto: über boerse-global.de

Unilever hat das erste Quartal 2026 besser abgeschlossen als erwartet. Das Volumen zieht an, die Schwellenländer liefern — und trotzdem drückt steigende Kosteninflation auf die Stimmung.

Volumen schlägt Preis

Das organische Umsatzwachstum lag bei 3,8 Prozent. Analysten hatten 3,6 Prozent erwartet. Entscheidender als die Headline-Zahl ist die Zusammensetzung: 2,9 Prozentpunkte kamen aus echtem Volumenwachstum, nur 0,9 Punkte aus Preiserhöhungen. Erwartet worden war ein ausgeglichenes Verhältnis von je 1,8 Prozent.

Das ist eine strategische Verschiebung. Unilever wächst wieder, weil mehr Verbraucher mehr Produkte kaufen — nicht weil die Preise steigen.

Die sogenannten Power Brands, Unilevers Kernmarken, legten sogar 5,0 Prozent zu. Das Volumenwachstum dort: 4,0 Prozent.

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Schwellenländer als Wachstumsmotor

Die stärksten Impulse kamen aus Asien und Lateinamerika. Schwellenländer insgesamt wuchsen um 5,7 Prozent, davon 4,2 Prozentpunkte aus Volumen. Indien beschleunigte auf 7 Prozent Wachstum, mit 6 Prozent Volumenbeitrag. CFO Srinivas Phatak sprach von einer „breiten" Verbesserung — getrieben durch E-Commerce und modernen Handel.

Lateinamerika kehrte zum Volumenwachstum zurück. Brasilien erzielte im Bereich Home Care sogar zweistelliges Volumenwachstum. China wuchs im mittleren einstelligen Bereich, Indonesien um 4 Prozent — laut Phatak auf einem nachhaltigeren Pfad nach einem vorangegangenen Reset.

Kosteninflation trĂĽbt den Ausblick

Die Kehrseite: Unilever erwartet für das Gesamtjahr eine Kosteninflation von 750 bis 900 Millionen Euro. Rund die Hälfte davon entfällt auf den Bereich Home Care — und 70 Prozent davon wiederum auf die Schwellenländer. Ausgerechnet dort, wo das Wachstum am stärksten ist, drücken die Kosten am härtesten.

Als Reaktion plant Unilever schrittweise Preiserhöhungen. Diese sollen moderat ausfallen und je nach Markt und Kategorie variieren. Besonders betroffen: Produkte mit hohem Rohölanteil im Home-Care-Segment sowie Märkte in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Guidance bestätigt, Dividende erhöht

Die Jahresziele bleiben unverändert. Unilever peilt organisches Umsatzwachstum am unteren Ende der Zielspanne von 4 bis 6 Prozent an. Das Volumenwachstum soll mindestens 2 Prozent erreichen. CEO Fernando Fernandez zeigte sich zuversichtlich und verwies auf einen starken Start ins zweite Quartal sowie geplante FIFA-Sponsorings im Bereich Personal Care.

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Die Quartalsdividende steigt auf 0,4664 Euro je Aktie — ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro hat planmäßig begonnen und soll bis spätestens 6. Juli 2026 abgeschlossen sein.

Hinzu kommt eine Akquisition: Unilever hat eine Vereinbarung zum Kauf von Grüns unterzeichnet, einem wachstumsstarken US-Anbieter im Bereich Nahrungsergänzungsmittel. Der Kaufpreis liegt bei 1,2 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert aktuell rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 63,08 Euro und hat seit Jahresbeginn mehr als 10 Prozent verloren. Ob das starke Q1 die Stimmung dreht, hängt maßgeblich davon ab, wie gut Unilever die Kosteninflation im zweiten Halbjahr abfedert.

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