Union-PrÀsident, Investoren-Deal

Union-PrĂ€sident zu Investoren-Deal: 'Scheiß DFL' falscher Adressat

25.12.2023 - 14:41:14

Union Berlins PrĂ€sident Dirk Zingler hat bekrĂ€ftigt, generell offen fĂŒr Investoren im deutschen Fußball zu sein - sofern die Art des Deals stimme.

"Wir als Union sind nicht aus ideologischen GrĂŒnden grundsĂ€tzlich gegen Investoren im Fußball, weil wir selber ein Club sind, der seit 20 Jahren immer wieder in all seine Bereiche investiert mit Fremdkapital. Der 1. FC Union Berlin ist eine Geschichte von mutigen Investoren", sagte Zingler in einem Vereinsinterview des Bundesligisten.

Union Berlin gehörte nicht zu den 24 Erst- und Zweitligisten, die Mitte Dezember ihre Zustimmung fĂŒr den geplanten Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegeben hatten. "Wir haben gegen diese Art des Investoren-Deals gestimmt, weil wir ihn nicht gut fĂŒr die Liga finden. Weil wir glauben, dass wir fĂŒr einen Zeitraum von 20 Jahren eine Entscheidung treffen, die wir heute noch nicht absehen können", erklĂ€rte Zingler und ergĂ€nzte allgemein: "Ich bin ganz klar gegen reine renditeinteressierte Investoren. Ich bin gegen Multi-Club-Ownership. Ich bin gegen Investoren, die tatsĂ€chlich unseren Fußball verĂ€ndern."

Nach monatelangem Werben hatte die DFL-Spitze das Mandat erhalten, Verhandlungen fĂŒr eine strategische Partnerschaft mit einem externen Investor aufzunehmen. FĂŒr eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen soll der neue Partner eine Milliarde Euro zahlen. Der Vertrag soll eine Maximallaufzeit von 20 Jahren haben und bis zum Beginn der Saison 2024/25 unterzeichnet sein. Ein Großteil der Einnahmen soll in die Weiterentwicklung des DFL-GeschĂ€ftsmodells fließen und vor allem die Auslandsvermarktung stĂ€rken.

Aus den Fan-Lagern hatte es zuletzt heftige Kritik an der Entscheidung gegeben. "Ich appelliere auch noch mal an diese Begrifflichkeit "Scheiß DFL" in den Protesten. Die ist mal wieder unscharf, weil im Grunde die DFL-Mitarbeiter das nicht entschieden haben und auch Herr Lenz und Herr Merkel als GeschĂ€ftsfĂŒhrer nicht. Entschieden haben es die Vereine. Also wenn da steht "Scheiß DFL", ist das mal wieder der falsche Adressat", sagte Zingler.

@ dpa.de