Uniper Aktie: Staatsanteil sinkt auf 25 Prozent bis 2028
01.06.2026 - 20:23:00 | boerse-global.deDividenden-Comeback trifft auf Speicher-Sorgen — bei Uniper mischt sich Zuversicht mit operativer Vorsicht. Nach der milliardenschweren Rettung stabilisiert sich der Energiekonzern finanziell, allerdings mahnt Konzernchef Michael Lewis zur Eile. Das Tempo bei der Befüllung der Gasspeicher bereitet ihm Sorge.
Die Aktionäre erhalten erstmals seit der Verstaatlichung wieder eine Gewinnbeteiligung. Auf der Hauptversammlung wurde eine Dividende von 0,72 Euro je Aktie beschlossen. Insgesamt fließen damit rund 300 Millionen Euro an die Anteilseigner.
Gewinnsprung im ersten Quartal
Parallel dazu lieferte das erste Vierteljahr solide Fundamentaldaten. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,80 Euro — eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahreswert. Der Umsatz lag derweil bei 17,34 Milliarden Euro.
An der Börse reagierten Anleger am Montag zurückhaltend, die Aktie verlor 2,22 Prozent auf 48,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von rund 44 Prozent zu Buche. Das Unternehmen profitiert von einer normalisierten Marktlage und einer erfolgreichen Risikoreduzierung im Gasgeschäft.
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Lewis warnt vor dem Winter
Trotz der finanziellen Erholung sieht CEO Michael Lewis operative Risiken. Der Fortschritt bei der Befüllung der europäischen Gasspeicher sei derzeit viel zu langsam. Ohne höheres Tempo fehle die Sicherheit für die kommende Heizperiode. Uniper bleibt als Schlüsselspieler für die Versorgungssicherheit stark von stabilen Energiemärkten abhängig.
Der Bund hat indes den offiziellen Prozess eingeleitet, um seine Beteiligung von aktuell 99,12 Prozent massiv zu reduzieren. Bis Ende 2028 muss der Staatsanteil laut EU-Vorgaben auf rund 25 Prozent sinken. Über eine internationale Verkaufsanzeige wurden potenzielle Investoren bereits aufgerufen, ihr Interesse zu bekunden.
Nach dem Ende der Frist für diese Bekundungen Mitte Juni sollen die Verhandlungen intensiviert werden. Erste Abschlüsse mit Investoren könnten im November folgen. Ein ergänzender Börsengang weiterer Aktienpakete ist für das Frühjahr 2027 geplant.
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Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Gewinn von 1,36 Euro je Aktie. Rechtliche Klarheit durch die Kündigung der Verträge mit russischen Lieferanten ebnet den Weg für den Eigentümerwechsel. Am 15. Juni endet die Frist für potenzielle Käufer, was die nächste Phase der Reprivatisierung einläutet.
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