ROUNDUPStudie, OsteuropÀer

OsteuropÀer sind die zufriedenste Zuwanderer-Gruppe

29.10.2025 - 14:23:32

Unter allen Eingewanderten in Deutschland Ă€ußern Menschen aus Osteuropa einer Studie zufolge eine besonders hohe Lebenszufriedenheit.

Das geht aus dem aktuellen "Monitor Wohlbefinden" des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden hervor. Demnach sind knapp ein Viertel (23,5 Prozent) der in Osteuropa geborenen Erwachsenen im Alter von bis zu 52 Jahren "sehr zufrieden" mit ihrem Leben in Deutschland. Zum Vergleich: Unter den in Deutschland geborenen Menschen betrĂ€gt dieser Wert 17,3 Prozent.

Welche GrĂŒnde könnten hinter der vergleichsweise hohen Zufriedenheit der osteuropĂ€ischen Zuwanderer stecken? Die kulturelle NĂ€he spiele bei einer gelungenen Integration eine große Rolle, erlĂ€uterte BiB-Direktorin Katharina Spieß. Zudem habe die Gruppe in der Regel keine traumatischen Fluchterfahrungen machen mĂŒssen.

Die Studie zum Wohlbefinden der Bevölkerung mit Wanderungsgeschichte stĂŒtzt sich den Angaben zufolge auf mehrere reprĂ€sentative DatensĂ€tze, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhoben wurden. Die meisten Ergebnisse lassen sich demnach auf das Jahr 2023 beziehen.

Zufriedenheit ist ein Indikator fĂŒr Integration

In Deutschland hat jede vierte Person eine Einwanderungsgeschichte. Von diesen 21,2 Millionen Menschen sind laut Statistik rund drei Viertel selbst nach Deutschland zugewandert, ein weiteres Viertel wurde hierzulande geboren. Das subjektive Wohlbefinden im Kontext der Zuwanderung sei ein wichtiger Indikator dafĂŒr, wie gut die Integration in die Gesellschaft des Ziellandes gelinge, "wie etwa in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem, aber auch in Bezug auf die soziale und politische Teilhabe", heißt es in der Studie.

Die Lebenszufriedenheit von Zugewanderten steige, je lÀnger sie in Deutschland leben, teilten die Studienautorinnen und -autoren weiter mit. Die Bevölkerung im mittleren Erwachsenenalter, welche in ihrer Kindheit einwanderte, sei deutlich zufriedener als jene, die spÀter im Lebensverlauf gekommen seien. "In der Tendenz gilt: Je lÀnger Zugewanderte in Deutschland leben, desto zufriedener sind sie mit ihrem Leben", erlÀuterte Mit-Autor Sebastian Will.

Gedanken an den Krieg zu Hause: Ukrainer wenig zufrieden

Ukrainerinnen und Ukrainer stellen gegenwĂ€rtig die grĂ¶ĂŸte Gruppe der in Deutschland lebenden Schutzsuchenden dar. Ihre durchschnittliche Lebenszufriedenheit fĂ€llt der Studie zufolge besonders gering aus. "Dies mag auch darin begrĂŒndet liegen, dass in der Ukraine weiterhin Krieg herrscht", erlĂ€uterte das Wissenschaftler-Team. Die allgemeine Zufriedenheit dieser Gruppe habe sich aber seit ihrer Ankunft in Deutschland erhöht, ergĂ€nzte BiB-Direktorin Katharina Spieß. "Dieser Anstieg hĂ€ngt unter anderem mit dem Erlernen der deutschen Sprache, einer besseren Wohnsituation und einer ErwerbstĂ€tigkeit zusammen."/löb/DP/he

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