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Ministerin: LĂ€nder gemeinsam gegen Krankenkassen-Sparpaket

10.06.2026 - 06:26:09 | dpa.de

Unter den BundeslÀndern formiert sich gemeinsamer Widerstand gegen die SparplÀne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

"Beim GKV-Gesetz soll im Bundesrat am Freitag ein zwischen allen LĂ€ndern geeinter Antrag eingebracht werden", kĂŒndigte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) an. MV sei fĂŒr die OstlĂ€nder maßgeblich an der Erarbeitung des Antrags beteiligt.

Der federfĂŒhrende Gesundheitsausschuss des Bundesrates mahnte bereits unter anderem: "Die Sparmaßnahmen dĂŒrfen nicht zu einem Kliniksterben fĂŒhren und in einer kalten und ungesteuerten Strukturbereinigung mĂŒnden." Zur Konsolidierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen mĂŒsse auch der Krankenhaussektor seinen Beitrag leisten. Durch die geplanten Maßnahmen seien aber eine "hohe Insolvenzgefahr" und eine ĂŒberproportional starke Belastung zu erwarten.

"Kostenfaktoren bleiben unangetastet"

Drese kritisierte, es sei nicht vermittelbar, Versicherten und Leistungserbringern, wie etwa KrankenhĂ€usern, Belastungen aufzuerlegen, wĂ€hrend maßgebliche Kostenfaktoren unangetastet blieben. Das betreffe etwa versicherungsfremde Leistungen und gesamtgesellschaftliche Aufgaben.

Dazu zĂ€hlen zum Beispiel die KrankenkassenbeitrĂ€ge von BĂŒrgergeld-EmpfĂ€ngern, die zu einem großen Teil von der Gemeinschaft der Beitragszahler aufgebracht werden. Laut Techniker Krankenkasse liegen die BeitrĂ€ge des Bundes pro Person bei 144 Euro monatlich. Diese BeitrĂ€ge seien viel zu gering, sie deckten nur etwa ein Drittel der tatsĂ€chlichen Kosten. Experten fordern die komplette Finanzierung aus dem Bundeshaushalt.

Entlastung der Kassen um 16 Milliarden Euro

Das vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Paket soll die gesetzlichen Kassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und neue Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge zu vermeiden. Warken plant Ausgabenbremsen bei allen Leistungserbringern - aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

Der Entwurf soll am Freitag auch in den Bundestag kommen. Der Bundesrat kann zunĂ€chst Stellung dazu nehmen. Das Gesetz ist nicht zustimmungsbedĂŒrftig, die LĂ€nder könnten es aber bremsen.

GKV-Reform Thema bei Gesundheitsministerkonferenz

Die Spar- und ReformplĂ€ne von Warken werden Drese zufolge bereits breiten Raum bei der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in Bremen einnehmen. "Da die Unzufriedenheit der LĂ€nder ĂŒber die vorliegenden EntwĂŒrfe zum GKV-BeitragsstabilitĂ€tsgesetz und zur Reform der Pflegeversicherung sehr groß ist, wurde kurzfristig diesen Themen mehr Platz auf der GMK eingerĂ€umt, um die Diskussion auf LĂ€nderebene fortzufĂŒhren", sagte sie.

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