Unter Druck: Welche Zukunft hat die Autoindustrie im Osten?
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 06:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wir haben eine gemischte Situation", sagt Jens Katzek, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Automotive Cluster Ostdeutschland, der Deutschen Presse-Agentur. WĂ€hrend die Auslastung des Volkswagen-Werkes DE0007664039 in Zwickau sinkt und dort Jobs abgebaut werden, habe sich etwa das BMW-Werk DE0005190003 in Leipzig sehr positiv entwickelt. Und Tesla US88160R1014 investiere weiter in GrĂŒnheide und stelle zusĂ€tzliche Mitarbeiter ein.
Die Autobranche in Deutschland insgesamt hat zu kĂ€mpfen - Hersteller ebenso wie Zulieferer. Daher wurden zuletzt binnen eines Jahres mehr als 42.000 ArbeitsplĂ€tze abgebaut. China drĂ€nge als neuer Wettbewerber stark in den Markt und wegen der Zollpolitik in den USA gebe es dort fĂŒr die Hersteller viel Unsicherheit, erlĂ€utert Katzek. Aber auch der Absatz von Autos in Europa ist geschrumpft.
Branche ringt mit hohen Arbeits- und Energiekosten
Im wachsenden Konkurrenzkampf werden immer wieder die hohen Kosten hierzulande angefĂŒhrt. So hatte VW DE0007664039-Chef Oliver Blume vorige Woche bei einer Betriebsversammlung in Zwickau erklĂ€rt: "Die Arbeitskosten liegen heute bei mehr als dem Doppelten vergleichbarer europĂ€ischer Standorte." Und Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) hat wiederholt lĂ€ngere Arbeitszeiten ins GesprĂ€ch gebracht, um Kosten zu senken.
"Fakt ist: Ja, wir mĂŒssen an unserer Kostenstruktur arbeiten", konstatiert Katzek. Deswegen sei bei den kommenden Tarifauseinandersetzungen schĂ€rfste ZurĂŒckhaltung angebracht. Neben den Arbeitskosten sieht er auch bei den Energiepreisen Handlungsbedarf. Nach jĂŒngsten Berechnungen des Vergleichsportals Verivox hat Deutschland unter den G-20-Staaten die höchsten Strompreise.
Zahlt sich die Vorreiterrolle in der E-MobilitÀt aus?
Mit dem frĂŒhen Fokus auf E-MobilitĂ€t sei die ostdeutsche Autobranche gut aufgestellt, betont Katzek. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes haben bei Neuzulassungen inzwischen zwei von drei Fahrzeugen einen alternativen Antrieb, rein elektrisch fĂ€hrt etwa jedes Vierte. Daran zeige sich, dass der Umstieg zur ElektromobilitĂ€t offensichtlich funktioniere, so Katzek. "DafĂŒr sind wir in Ostdeutschland extrem gut positioniert." Dazu verweist er auf die auf E-Autos spezialisierten Fabriken von Tesla in GrĂŒnheide und VW in Zwickau sowie die Batterie-Werke von CATL in Arnstadt und DrĂ€xlmaier in Leipzig.
FĂŒr die hiesige Autobranche sieht Katzek verschiedene Perspektiven. Dazu gehöre die Nutzung neuer Technologien wie autonomes Fahren ebenso wie die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft. Auch auslĂ€ndische Investoren könnten neue Impulse setzen. So wird immer wieder die Produktion von Modellen aus China ins GesprĂ€ch gebracht. "Wenn die Amerikaner hier produzieren, können das auch die Chinesen." CATL sei ein anschauliches Beispiel dafĂŒr.
Branchentreff will Ausblick auf 2027 geben
Unter dem Titel "RealitĂ€tscheck Automobilindustrie" lĂ€dt der Verband am Mittwoch zu einem Kongress in die GlĂ€serne Manufaktur in Dresden. Dazu werden auch die Werkleiter sechs groĂer ostdeutscher Standorte von Autoherstellern erwartet - von BMW und Porsche in Leipzig ĂŒber Opel in Eisenach, Mercedes-Benz DE0007100000 in Ludwigsfelde, Tesla sowie Volkswagen Sachsen. AuĂerdem geht es um Trends in der Produktion wie den Einsatz humanoider Roboter und KĂŒnstlicher Intelligenz.
