Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Kirk-Trauerfeier in Arizona
21.09.2025 - 15:13:26Die Trauerfeier in einem Stadion im US-Bundesstaat Arizona vereint fĂŒhrende Vertreter der amerikanischen Rechten: Neben Kirks Witwe Erika werden dort US-PrĂ€sident Donald Trump und VizeprĂ€sident JD Vance sprechen.
Auf den RÀngen nehmen weitere Regierungsvertreter sowie Trumps Àltester Sohn Don Jr. Platz, der Kirk persönlich sehr nahestand. Das Stadion, in dem normalerweise die Arizona Cardinals ihre Football-Spiele austragen, fasst bis zu 73.000 Zuschauer.
Sonntagskleidung in Rot, WeiĂ oder Blau
Es ist davon auszugehen, dass kein Sitz frei bleiben wird. Die Trauer - und Wut - unter Kirks AnhĂ€ngern ist groĂ: Der 31-JĂ€hrige begeisterte Millionen Konservative im Land, vor allem junge Menschen. Seit dem Attentat legten viele von ihnen Blumen vor der Zentrale der von ihm gegrĂŒndeten Organisation Turning Point USA nieder. Diese liegt nur rund 40 Kilometer von dem Stadion entfernt, wo nun die Trauerfeier stattfindet.
Turning Point bat darum, keine Blumen mit zu der Veranstaltung zu bringen. Stattdessen sollen Spenden an die Organisation gehen. Den GĂ€sten wurde der Dresscode "Sunday Best - Red, White, or Blue" empfohlen - also festliche Sonntagskleidung in den Farben der US-Nationalflagge. Neben Erika Kirk, Trump und Vance treten auch bekannte christliche Musiker und Prediger aus dem evangelikalen Spektrum auf.
Sicherheit wie beim Superbowl
Die Sicherheitsvorkehrungen wĂ€ren ohnehin Ă€uĂerst streng. Doch die Sorge vor möglicher Gewalt ist angesichts der UmstĂ€nde besonders groĂ. Laut US-Medien behandelt das Heimatschutzministerium die Trauerfeier mit einer Ă€hnlichen Sicherheitsstufe wie den Superbowl oder den New-York-Marathon.
Zwar gab es schon vor dem Attentat Sorge vor politisch motivierter Gewalt, doch seit Kirks Tod ist die Anspannung noch einmal deutlich gewachsen. Er war am 10. September bei einer Veranstaltung an einer UniversitĂ€t im Bundesstaat Utah erschossen worden. Der 22 Jahre alte mutmaĂliche TĂ€ter wurde unter anderem wegen Mordes angeklagt. Ihm droht die Todesstrafe.
Streit ĂŒber Worte
Ăber das Motiv herrscht bislang keine abschlieĂende Klarheit. Ermittler erklĂ€rten jedoch unter Berufung auf Angehörige und sichergestellte Textnachrichten, der junge Mann - der aus einem konservativen Elternhaus stammen soll - habe zuletzt eine linke politische Haltung eingenommen. Wie genau dies sein Handeln beeinflusste, ist offen. In einer Nachricht soll er vor der Tat geschrieben haben, er habe genug von Kirks "Hass".
Schon bevor diese Informationen bekannt wurden, machten Trump und seine Regierung die Rhetorik der "radikalen Linken" fĂŒr das Attentat verantwortlich - und blendeten damit nach Ansicht von Kritikern das breitere Problem einer zunehmenden Radikalisierung im Land aus. Stattdessen, so der Vorwurf, goss Trump mit seinen ĂuĂerungen zusĂ€tzlich Ăl ins Feuer.
Im Zuge dessen wird auch heftig darĂŒber gestritten, wie ĂŒber Kirk und seinen Tod gesprochen werden darf. Beobachter warnen, das Attentat könne zu einem Katalysator fĂŒr eine gefĂ€hrliche EinschrĂ€nkung der Presse- und Meinungsfreiheit durch die Trump-Regierung werden.
Beste Verbindungen zur Trump-Regierung
Kirk selbst machte sich als ausgesprochener Verfechter der Meinungsfreiheit einen Namen. Mit Turning Point USA, das er 2012 im Alter von 18 Jahren gegrĂŒndet hatte, besuchte er Hochschulen und forderte Studierende - vor allem solche mit anderer politischer Haltung - zur Debatte auf. Kritiker hielten ihm dabei immer wieder vor, rassistische, homophobe, transfeindliche und sexistische Ansichten zu verbreiten.
Im Laufe der vergangenen Jahre wurde Kirk zu einem der prominentesten Gesichter der amerikanischen Rechten. Ăber seine Plattformen, darunter auch ein erfolgreicher Podcast, erreichte er ein Millionenpublikum. Im Wahlkampf machte er Trump bei jungen WĂ€hlern populĂ€rer. Er galt als enger Vertrauter von VizeprĂ€sident Vance; Trumps Sohn Don Jr. erklĂ€rte nach dem Attentat, Kirk sei fĂŒr ihn wie ein Bruder gewesen.
"KĂ€mpft fĂŒr Charlie"
Kirks WeggefĂ€hrten nutzen nun unter dem Motto "KĂ€mpft fĂŒr Charlie" seine Reichweite, um dessen AnhĂ€nger mit religiös stark aufgeladener Sprache weiter anzusprechen. Nur wenige Tage nach dem Attentat moderierte Vance die "Charlie Kirk Show" aus dem WeiĂen Haus.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller schwor, "im Namen von Charlie" mit umfassenden Ressourcen der US-Regierung gegen "terroristische Netzwerke" im Inland vorzugehen, die er fĂŒr Kirks Tod verantwortlich machte. Kurz darauf kĂŒndigte Trump an, die Antifa-Bewegung als eine solche Organisation einzustufen - ohne zu erklĂ€ren, wie das genau funktionieren soll.
Die Leitung von Turning Point ĂŒbernahm indes Erika Kirk, mit der er zuletzt mit den beiden gemeinsamen Kindern in Arizona lebte. Die Organisation ruft seine AnhĂ€nger dazu auf, seinen Tod als Ansporn fĂŒr noch stĂ€rkeres politisches Engagement zu sehen. Kirk sei gestorben, wĂ€hrend er fĂŒr das gekĂ€mpft habe, was ihm am meisten bedeutete: "Wahrheit, Glaube, Familie und Amerika".

