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The Boston Consulting Group / Unternehmen in Deutschland treiben ...

29.05.2026 - 09:26:14 | dpa.de

Unternehmen in Deutschland treiben KI-Strategien mit Blick auf geopolitische Risiken und SouverĂ€nitĂ€t voran MĂŒnchen - Unternehmen in Deutschland reagieren auf geopolitische Spannungen und EU-Regulierung mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer digitalen Strategien, wie eine neue Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zeigt.

43 Prozent der befragten, hochrangigen FĂŒhrungskrĂ€fte investieren hierzulande bereits in die Reduzierung ihrer AbhĂ€ngigkeit von nicht-europĂ€ischen Technologieanbietern, weitere 36 Prozent planen entsprechende Schritte. Aktuell liegt Nordamerika (42 %) fĂŒr deutsche Unternehmen zwar als wichtigster Partner fĂŒr KI- und Technologie noch leicht vor Europa (40 %), in Zukunft dĂŒrfte sich das jedoch verschieben: Europa wird kĂŒnftig nach EinschĂ€tzung der Befragten zum wichtigsten Partner fĂŒr KI und Technologie (42 %), wĂ€hrend die Bedeutung Nordamerikas zurĂŒckgeht (34 %).

Uneinigkeit ĂŒber GrĂŒnde fĂŒr SouverĂ€nitĂ€tsbestreben und konkrete Investitionen

SpÀtestens seit dem von den USA ausgerufenen "Liberation Day" vor etwa einem Jahr hat das Thema SouverÀnitÀt in Europa an Dynamik gewonnen: "Technologische SouverÀnitÀt entwickelt sich gerade von einer politischen Debatte zu einer konkreten Management- und Architekturfrage", sagt Christian Kirschniak, Partner und KI-Experte bei BCG. "Nur wer heute strategisch handelt und konsequent in SouverÀnitÀt investiert, kann die Marktposition von morgen gestalten." Dabei zeigt die Studie allerdings deutliche Unterschiede in der strategischen Interpretation von SouverÀnitÀt: In Deutschland betrachten viele Unternehmen technologische SouverÀnitÀt bislang vor allem als Risiko- und Compliance-Thema (68 %). Unternehmen in Osteuropa verstehen diese hingegen deutlich hÀufiger als strategischen Wettbewerbsvorteil (61 % vs. 35 % in Deutschland). "Genau darin könnte langfristig ein entscheidender Unterschied in der WettbewerbsfÀhigkeit liegen", so Kirschniak.

Was dabei jedoch fĂŒr Unternehmen hierzulande zum Problem werden könnte: Zwar traut sich eine große Mehrheit der deutschen Entscheider zu, die Auswirkungen von technologischer SouverĂ€nitĂ€t auf das eigene Unternehmen fundiert einzuschĂ€tzen (91 %). Deutlich verhaltener fĂ€llt hingegen ihre SelbsteinschĂ€tzung bei strategischen Investitionsentscheidungen aus. Nur etwas mehr als die HĂ€lfte der Befragten (58 %) fĂŒhlt sich hier wirklich sicher. "Viele Unternehmen haben zwar inzwischen die strategische Relevanz technologischer SouverĂ€nitĂ€t erkannt. Die eigentliche Herausforderung beginnt allerdings bei der Umsetzung", erklĂ€rt Kirsten Rulf, ebenfalls Partnerin und KI-Expertin bei BCG. "Unternehmen mĂŒssen ihre Ambitionen jetzt in konkrete Infrastruktur-, Architektur- und Investitionsentscheidungen ĂŒbersetzen, und genau damit tun sich aktuell noch viele schwer."

Deutschlands SouverĂ€nitĂ€tsambitionen stoßen an strukturelle Grenzen

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass deutsche Unternehmen technologische SouverĂ€nitĂ€t hĂ€ufig breiter angehen als viele andere europĂ€ische MĂ€rkte, wĂ€hrend LĂ€nder wie Frankreich oder das Vereinigte Königreich stĂ€rker auf einzelne strategische PrioritĂ€ten fokussieren. Das deutet darauf hin, dass Entscheider hierzulande technologische SouverĂ€nitĂ€t inzwischen nicht mehr nur als politische Debatte verstehen, sondern zunehmend als industrie- und standortpolitische Wettbewerbsfrage. Und trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten zeigt sich knapp die HĂ€lfte der befragten deutschen FĂŒhrungskrĂ€fte (48 %) optimistisch, dass in Europa in den kommenden fĂŒnf Jahren ein global wettbewerbsfĂ€higes KI- und Tech-Ökosystem entstehen kann.

Als wichtigste Stellschraube (53 %) nennen die Befragten den Aufbau der technischen Grundlage fĂŒr KI, von Rechenleistung bis Dateninfrastruktur. DafĂŒr sehen 52 Prozent der Befragten die FĂ€higkeit, KI besser zu skalieren und wirtschaftlich nutzbar zu machen, als zentrale Voraussetzung. Damit dies gelingt, ist fĂŒr 42 Prozent der Befragten eine schnellere und innovationsfreundlichere Regulierung entscheidend. "Europa steht damit vor der Herausforderung, technologische SouverĂ€nitĂ€t nicht nur politisch zu definieren, sondern sie auch operativ und wirtschaftlich skalierbar zu machen", so Rulf.

Über die Studie

Die Ergebnisse basieren auf einer von Statista Research im Auftrag von BCG durchgefĂŒhrten Studie mittels computerunterstĂŒtzter Telefoninterviews (CATI). Befragt wurden 555 CEOs, C-Level-FĂŒhrungskrĂ€fte sowie Senior Manager in elf europĂ€ischen MĂ€rkten, darunter 130 in Deutschland. Die Befragung fand zwischen dem 1. April und 8. Mai 2026 statt. Je nach Markt wurden Unternehmen mit mindestens 100, 250 oder 500 Mitarbeitenden berĂŒcksichtigt.

Pressekontakt:

Felix Kupferer Media Relations Specialist M +49 151 67014360 mailto:Kupferer.Felix@bcg.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/180974/6284206 OTS: The Boston Consulting Group

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