Unternehmermodell: Arztpraxen sparen Arbeitsschutz-Kosten
18.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDie alternative Betreuung im Arbeitsschutz wird 2026 digitaler und attraktiver für Arztpraxen. Das sogenannte Unternehmermodell erlaubt Praxisinhabern, viele Aufgaben selbst zu übernehmen und spart so fixe Kosten. Gleichzeitig warnt die Berufsgenossenschaft vor teuren Fehlern bei der Umsetzung.
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So funktioniert die flexible Lösung
Das Unternehmermodell ist eine Sonderregelung für Praxen mit bis zu 50 Beschäftigten. Ständig externe Experten zu beauftragen, entfällt. Stattdessen organisiert der Praxisinhaber den Arbeitsschutz selbst und zieht Betriebsärzte nur bei konkretem Anlass hinzu.
Voraussetzung ist eine spezielle Unternehmerschulung. Nach dieser Schulung können Ärzte grundlegende Gefährdungsbeurteilungen eigenständig durchführen. Sie bewerten Risiken wie Nadelstichverletzungen oder den Umgang mit Gefahrstoffen. Externe Hilfe ist nur für besondere Vorkommnisse wie Arbeitsunfälle oder Praxisumbauten nötig.
Digitaler Schub durch neue Vorschrift
Seit diesem Jahr gilt eine reformierte DGUV Vorschrift 2. Sie modernisiert den Arbeitsschutz und erkennt offiziell digitale Formate an. Digitale Begehungen und Beratungen sind nun unter bestimmten Bedingungen rechtssicher möglich.
Auch die verpflichtenden Fortbildungen für das Modell werden flächendend als Webinare angeboten. Das spart Ärzten lange Anfahrtswege und minimiert Störungen im Praxisbetrieb. Ziel ist eine passgenauere Betreuung, die mehr Handlungsspielraum lässt.
Hohe Bußgelder bei Nachlässigkeit
Die Berufsgenossenschaft warnt trotz der Flexibilisierung vor Nachlässigkeiten. Die Teilnahme am Modell entbindet nicht von der lückenlosen Dokumentation. Ein häufiger Fehler ist das Fehlen einer schriftlichen Vereinbarung mit den externen Experten.
Die Sanktionen bei Verstößen sind empfindlich. Die BGW kann Bußgelder bis zu 10.000 Euro verhängen. Fehlt eine Gefährdungsbeurteilung, drohen im Schadensfall zudem Regressforderungen der Versicherungsträger.
Klare Kostenvorteile für Praxen
Betriebswirtschaftlich ist das Modell für die meisten Praxen die effizienteste Lösung. Die fixen Kosten für eine ständige Regelbetreuung entfallen. Externe Fachkräfte werden nur bei Bedarf und damit kostengünstiger beauftragt.
Die Anfangskosten beschränken sich meist auf die Grundschulung. Praxisinhaber müssen jedoch proaktiv bleiben: Sie müssen ihr Wissen alle fünf Jahre auffrischen und Gefährdungsbeurteilungen regelmäßig aktualisieren. Regionale Ärztekammern unterstützen bei der Umsetzung.
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Mehr Eigenverantwortung, mehr Disziplin
Die Reform folgt dem Trend zu weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung. Sie gibt Ärzten die Kontrolle über interne Prozesse zurück und spart Routinebesuche. Doch das Modell verlangt auch Disziplin.
Die Qualität des Gesundheitsschutzes hängt stark vom Engagement des Praxisinhabers ab. Die Integration in das allgemeine Qualitätsmanagement der Praxis hat sich als beste Vorgehensweise etabliert. Die neuen digitalen Angebote sollen die Akzeptanz und korrekte Umsetzung weiter steigern.
Fokus verschiebt sich auf Qualität
In den kommenden Monaten wird die BGW die neuen Vorgaben weiter präzisieren. Der Fokus der Aufsichtsbehörden dürfte sich verstärkt auf die qualitative Überprüfung der Gefährdungsbeurteilungen legen.
Insbesondere die Bewertung psychischer Belastungen wird immer wichtiger. Praxen in der teureren Regelbetreuung könnten 2026 den Wechsel ins Unternehmermodell nutzen. Langfristig dürfte es sich zum Standard für kleinere Gesundheitseinrichtungen entwickeln.
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