US-MilitÀr, Rekordzahl

US-MilitÀr ordert Rekordzahl an Kampfdrohnen in Rekordzeit

23.03.2026 - 05:49:29 | boerse-global.de

Das Pentagon vergibt MilliardenauftrĂ€ge an Skydio, Anduril und AeroVironment fĂŒr autonome Drohnen. Die Blitzbeschaffung ist Teil einer Offensive zur heimischen Massenproduktion bis 2028.

US-MilitĂ€r ordert Rekordzahl an Kampfdrohnen in Rekordzeit - Foto: ĂŒber boerse-global.de
US-MilitĂ€r ordert Rekordzahl an Kampfdrohnen in Rekordzeit - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das US-Verteidigungsministerium hat die Beschaffung von MilitĂ€rtechnologie revolutioniert. Innerhalb von nur 72 Stunden wurde ein Mega-Auftrag ĂŒber 2.500 autonome Drohnen an Skydio vergeben – ein historischer Geschwindigkeitsrekord. Diese Blitz-Beschaffung ist Teil einer milliardenschweren Offensive fĂŒr heimische Drohnen-Produktion, die sich an den Lehren aus der Ukraine orientiert.

Skydio: 52-Millionen-Euro-Auftrag in Rekordzeit

Am 22. MĂ€rz 2026 setzte die US-Armee ein Zeichen fĂŒr eine neue Ära der RĂŒstungsbeschaffung. Statt mehrjĂ€hriger Verfahren dauerte die Vergabe eines 52-Millionen-Euro-Auftrags an Skydio fĂŒr ĂŒber 2.500 X10D-Drohnen gerade einmal drei Tage. Es handelt sich um die grĂ¶ĂŸte Einzelbestellung fĂŒr taktische Kleindrohnen in der Armee-Geschichte.

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Die Systeme sollen AufklĂ€rungsfĂ€higkeiten auf Zug-Ebene liefern. Entscheidend sind ihre autonomen FlugfĂ€higkeiten in GPS-verweigertem Umfeld und unter elektronischer KriegsfĂŒhrung. Die Armee umging dabei bewĂ€hrte, aber langsame Beschaffungswege und nutzte kommerzielle Vertragswege fĂŒr eine schnelle Lieferung an die Front.

Anduril: 20-Milliarden-Euro-Rahmenvertrag fĂŒr KI-Software

WĂ€hrend Skydio Hardware liefert, strukturiert das Pentagon die Software-Architektur komplett neu. Bereits am 13. MĂ€rz sicherte sich Anduril Industries einen Rahmenvertrag ĂŒber sagenhafte 20 Milliarden Euro Laufzeit ĂŒber zehn Jahre. Dieser konsolidiert ĂŒber 120 Einzelbeschaffungen in einer einzigen Plattform: Andurils Lattice-KI-Software.

Der erste Auftrag unter diesem Dach: 87 Millionen Euro fĂŒr eine Task Force zur Drohnenabwehr. Parallel startet Anduril in einer neuen Milliarden-Fabrik in Ohio die Serienproduktion der Hochgeschwindigkeits-Kampfdrohne „Fury“. Das Ziel ist eine auf Massenproduktion ausgelegte Fertigung fĂŒr den Verbrauch im Gefecht.

AeroVironment: 300 Millionen Euro fĂŒr „Kamikaze“-Drohnen

Auch bei den sogenannten Loitering Munitions – Drohnen, die sich auf Ziele stĂŒrzen – lĂ€uft die Produktion an. AeroVironment erhielt am 20. MĂ€rz einen Auftrag ĂŒber 117,3 Millionen Euro fĂŒr AufklĂ€rungs-Systeme. Ende Februar folgte bereits eine Bestellung ĂŒber 186 Millionen Euro fĂŒr Switchblade-Systeme der nĂ€chsten Generation.

Hintergrund ist „The Gauntlet“, ein hartes Gefechtstest-Verfahren. Dabei wurden Systeme von 25 Firmen unter Extrembedingungen geprĂŒft. Die Sieger dieser Tests sollen in den nĂ€chsten fĂŒnf Monaten 30.000 Angriffsdrohnen an Einheiten liefern. Das Pentagon will so die StĂŒckkosten von derzeit etwa 5.000 Euro auf unter 2.000 Euro drĂŒcken.

Strategischer Wandel: Lehren aus der Ukraine

Die aktuelle Beschaffungswelle ist die direkte Umsetzung einer Direktive vom Juli 2025. Diese fordert, bis Ende 2026 jede Army-Squad mit bewaffneten Drohnen auszustatten. Das „SkyFoundry“-Programm soll monatlich ĂŒber 10.000 Kleindrohnen in den USA produzieren.

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Die Strategie ist eine klare Lehre aus dem Ukraine-Krieg. Dort sind Drohnen laut Berichten fĂŒr ĂŒber 90% bestimmter Gefechtsverluste verantwortlich. PrĂ€sident Selenskyj gab am 12. MĂ€rz bekannt, dass die Ukraine tĂ€glich 2.000 Abfangdrohnen produziert – eine Produktionsrate, die die USA nun nachahmen wollen.

Ein neues Gesetz, der LEAD Act, erleichtert zudem den Export, indem Drohnen nun als Flugzeuge und nicht als Raketen eingestuft werden. Dies stÀrkt US-Hersteller im Wettbewerb und reduziert die AbhÀngigkeit von chinesischen Komponenten.

Ausblick: 300.000 Drohnen bis 2028

Die US-RĂŒstungsindustrie steht vor einer beispiellosen Expansionsphase. Das langfristige Ziel des Pentagons: die Beschaffung von ĂŒber 300.000 heimisch produzierten, bewaffneten Drohnen bis Anfang 2028.

Die nĂ€chsten 18 Monate werden zeigen, ob die Industrie diese massenauftrĂ€ge bewĂ€ltigen kann. Der Fokus verschiebt sich von Prototypen-Tests hin zum Management der Lieferketten. Der Erfolg der „Drone Dominance“-Initiative hĂ€ngt davon ab, ob die 72-Stunden-Beschaffung zur Regel wird – bei gleichzeitig massiv sinkenden StĂŒckkosten.

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