Niederlage fĂŒr Trump vor Oberstem Gericht
20.02.2026 - 16:39:10 | dpa.deDas Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse ĂŒberschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhĂ€ngen - darunter auch die EuropĂ€ische Union. Die Entscheidung fiel mit einer deutlichen Mehrheit von sechs zu drei der insgesamt neun Richterinnen und Richter.
Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps nun eine rechtliche Grundlage. Trumps Team hatte allerdings bereits angekĂŒndigt, im Falle einer Niederlage vor dem Gericht zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurĂŒckzugreifen, um die Zollpolitik des US-PrĂ€sidenten weiterhin durchsetzen zu können. Zahlreiche Handelspartner der USA dĂŒrften nun also zwar auf Erleichterungen bei US-Zöllen hoffen. Ob diese langfristig tatsĂ€chlich kommen, ist aber unklar.
Um welche Zölle es geht
Der US-PrĂ€sident hatte sich unter anderem bei den erstmals Anfang April angekĂŒndigten lĂ€nderspezifischen Zöllen auf das Notstandsgesetz berufen, die Dutzende Handelspartner der USA betreffen. Danach rĂ€umte seine Regierung Fristen ein, damit die LĂ€nder weiter mit den Vereinigten Staaten verhandeln können. In der Folge verĂ€nderten sich einige der ZollsĂ€tze, unter anderem im Fall der EU gelang ein Abkommen. Seit Anfang August gilt ein Zollsatz von 15 Prozent auf den Import der meisten EU-Produkte in die USA.
Es war zunĂ€chst nicht klar, wie sich die Gerichtsentscheidung auf US-Zölle auswirkt, die im Rahmen solcher Handelsabkommen vereinbart wurden. Unklar war zunĂ€chst auch, ob Unternehmen RĂŒckerstattungen fĂŒr bereits gezahlte Abgaben erhalten. Beobachter und Richter warnten in der Vergangenheit vor einem möglichen bĂŒrokratischen "Chaos", sollte die Regierung verpflichtet werden, MilliardenbetrĂ€ge auszuzahlen.
Was die Entscheidung bedeutet
Die Entscheidung schrĂ€nkt prĂ€sidiale Befugnisse in der Handelspolitik, die Trump bislang fĂŒr sich beansprucht hatte, stark ein. Die Richter stellten klar, dass das US-Parlament allein die Befugnis hat, Steuern und Zöllen zu erheben. Das Notstandsgesetz ermĂ€chtige den PrĂ€sidenten zwar, bei nationalen Notlagen den AuĂenhandel zu regulieren, aber nicht zur Erhebung von Zöllen. FĂŒr Trump, der immer wieder betont, dass Zölle zu seinen Lieblingsinstrumenten zĂ€hlen, ist das eine groĂe Niederlage.
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat er Zölle gegen zahlreiche LĂ€nder verhĂ€ngt, darunter auch gegen die EU-Staaten. Seine Regierung berief sich dabei auf den "International Emergency Economic Powers Act" (IEEPA). Das Gesetz aus dem Jahr 1977 besagt, dass ein PrĂ€sident im Krisenfall Dekrete erlassen kann, ohne den Kongress anrufen zu mĂŒssen. Trump argumentierte, ein dauerhaftes Ungleichgewicht im internationalen Handel gefĂ€hrde die nationale Sicherheit und sah den Notstand im Land deshalb als erfĂŒllt an.
Mehrere US-Unternehmen und Bundesstaaten zogen gegen diese Praxis vor Gericht. Untere Instanzen entschieden zu ihren Gunsten, doch Trump legte Berufung ein, sodass die Zölle zunĂ€chst bestehen blieben und das Verfahren schlieĂlich vor dem Supreme Court landete.
Bereits wĂ€hrend der Anhörung Anfang November Ă€uĂerten mehrere Richter, darunter auch konservative, Zweifel an der Argumentation der Regierung. Sie hinterfragten, ob nahezu alle wichtigen Handelspartner der USA als Sicherheitsrisiko gelten könnten. In ihrer Entscheidung argumentierten die Richter, dass sich die Vereinigten Staaten nicht im Krieg mit allen betroffenen LĂ€ndern befĂ€nden, daher könne die MaĂnahme auch nicht auf Kriegsbefugnisse gestĂŒtzt werden. In Friedenszeiten habe der PrĂ€sident nicht die AutoritĂ€t, Zölle zu verhĂ€ngen.
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