Trump sieht 'gute Chance' auf Ukraine-Deal
01.12.2025 - 06:35:13WĂ€hrend er von guten Aussichten auf eine kompromisstaugliche Friedenslösung sprach, sieht sein an den jĂŒngsten Verhandlungen beteiligter AuĂenminister Marco Rubio "noch viel zu tun". BundesauĂenminister Johann Wadephul (CDU) gab sich vorsichtig optimistisch: "Wir gehen jetzt in eine entscheidende Woche", sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".
Trump gab sich einmal mehr ĂŒberzeugt, dass sowohl Russland als auch die Ukraine ein Ende des Krieges wollten. "Ich denke, es gibt eine gute Chance, dass wir einen Deal machen können", sagte er an Bord der PrĂ€sidentenmaschine Air Force One. Ăhnlich Ă€uĂerte sich Wadephul in der ARD: "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass jetzt wirklich die Chance besteht, dass es einen Waffenstillstand gibt und dass es Verhandlungen auf Augenhöhe geben kann", sagte er dort.
Trump erwĂ€hnte auch, dass sein Sondergesandter Steve Witkoff diese Woche den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Moskau treffen solle. Ein genaues Datum dafĂŒr nannte er nicht. Mehrere US-Medien berichteten jedoch, dass Witkoff vorhabe, an diesem Montag nach Russland zu reisen.
Ukraine spricht von Fortschritten, nennt aber keine Details
Der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow teilte am Abend auf Telegram mit, er habe PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj von den jĂŒngsten GesprĂ€chen in Florida berichtet. "Wir haben erhebliche Fortschritte bei der Förderung eines wĂŒrdigen Friedens und der AnnĂ€herung unserer Positionen an die amerikanische Seite erzielt. Unsere wichtigsten Ziele - Sicherheit, SouverĂ€nitĂ€t und verlĂ€sslicher Frieden - bleiben unverĂ€ndert und werden von der amerikanischen Seite geteilt." Umjerow ging von weiteren Konsultationen zur Vereinbarung eines gemeinsamen Rahmenbeschlusses aus.
Selenskyj schrieb auf Telegram, er sei den USA, Trumps Team und dem PrĂ€sidenten persönlich dankbar fĂŒr die Zeit, "die so intensiv in die Festlegung von Schritten zur Beendigung des Krieges investiert wurde". Es sei wichtig, dass "die GesprĂ€che konstruktiv waren und alle Fragen offen und mit dem Ziel diskutiert wurden, die SouverĂ€nitĂ€t und die nationalen Interessen der Ukraine zu wahren".
Umjerow schloss sich trotz der bekundeten Zuversicht auch der EinschĂ€tzung Rubios an, dass noch viel Arbeit zu leisten sei. Der US-AuĂenminister war am Sonntag selbst bei dem Treffen mit der ukrainischen Delegation im Bundesstaat Florida dabeigewesen. Bei welchen inhaltlichen Aspekten genau Fortschritte erzielt wurden und wo es noch hakt, fĂŒhrten weder Rubio noch Umjerow aus.
Putin lobte frĂŒheren Entwurf
Vor kurzem war durch Medienberichte ein erster 28-Punkte-Plan der USA fĂŒr ein Kriegsende öffentlich bekanntgeworden, der vielfach als "russische Wunschliste" und Affront fĂŒr Kiew kritisiert wurde. EuropĂ€er und Ukrainer verhandelten den Abkommensentwurf spĂ€ter mit US-Vertretern nach, mehrere Punkte blieben aber strittig.
Putin hatte den ersten US-Plan gelobt und als Grundlage fĂŒr mögliche Friedensverhandlungen bezeichnet. Rubio betonte nach den jĂŒngsten Verhandlungen in den USA, vieles sei in Bewegung. AuĂerdem mĂŒsse noch eine weitere Partei einbezogen werden - offensichtlich war damit Russland gemeint. Das werde in den kommenden Tagen geschehen, wenn Witkoff zu Besuch in Moskau sei, sagte Rubio.
Russland hatte seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 begonnen. Seither verteidigt sich das Nachbarland mit Hilfe westlicher UnterstĂŒtzer gegen die Invasoren. Ungeachtet der GesprĂ€che ĂŒber eine mögliche Friedenslösung attackiert Russland die Ukraine weiterhin mit unverminderter HĂ€rte an. Umgekehrt greift die ukrainische Armee als Teil ihres Abwehrkampfes auch Ziele in Russland an, wobei die Opferzahlen und SchĂ€den dort bei weitem nicht solch verheerende AusmaĂe erreichen wie in der Ukraine.

