Handelsstreit, Kanada

Handelsstreit mit Kanada: Trump droht mit Blockade neuer GrenzbrĂŒcke

10.02.2026 - 06:21:49 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump legt im Handelsstreit mit Kanada nach und droht mit der Blockade einer neuen GrenzbrĂŒcke zwischen beiden LĂ€ndern.

Er werde deren Eröffnung nicht zulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandle, den die USA verdienten, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Die BrĂŒcke mĂŒsste auch mindestens zur HĂ€lfte den USA gehören, forderte er. Man werde unverzĂŒglich Verhandlungen aufnehmen, kĂŒndigte Trump an. Konkretere Angaben dazu machte der US-PrĂ€sident nicht.

Die BrĂŒcke ĂŒber den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren soll auch von FußgĂ€ngern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant. Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den MautgebĂŒhren refinanziert werden sollen. Die seit langem geplante BrĂŒcke soll den Handel zwischen den NachbarlĂ€ndern weiter ankurbeln.

Eskalierender Handelskonflikt nach Carneys China-Reise

Trump warf Kanada in seinem Post vor, fĂŒr den Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl genutzt zu haben. Zudem kritisierte Trump erneut die jĂŒngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekĂŒndigte begrenzte AnnĂ€herung an China in Handelsfragen. Deswegen hatte er dem Nachbarland unlĂ€ngst auch bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht. Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jĂŒngst angedroht.

Trump greift hĂ€ufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge VerbĂŒndete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als DrohgebĂ€rde und setzt diese letztlich nicht um.

Nach einer China-Reise Anfang Januar fiel Premierminister Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-PrÀsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

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