Atomdeal mit Riad nur bei AnnÀherung mit Israel
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:49 Uhr | dpa.deSaudi-Arabien mĂŒsse dafĂŒr den "hoch angesehenen und erfolgreichen Abraham-Abkommen" beitreten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Mit diesen Abkommen hatten mehrere arabische LĂ€nder im Jahr 2020 wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit ihre Beziehungen zu Israel normalisiert.
Der am Mittwoch verkĂŒndete Atomdeal mit Riad sei "komplett abhĂ€ngig" von einem entsprechenden Schritt Saudi-Arabiens, teilte Trump nun mit. Die AnkĂŒndigung kam völlig unerwartet - noch am Vortag schien es zumindest laut den öffentlich bekannten Details der Atom-Vereinbarung darin keine Punkte zu geben, die solch einen Schritt von Saudi-Arabien fordern.
Trump betonte zugleich, dass der Atomdeal "keine Anreicherung von Material" beinhalte. Gemeint dĂŒrfte sein, dass es den Saudis nicht gestattet ist, im Rahmen des Abkommens Uran anzureichern. "Die Vereinigten Staaten haben keine EinwĂ€nde gegen zivile Atomanlagen (ohne Anreicherung)", schrieb Trump dazu.
Erst am Vortag Bekanntgabe von Deal ohne viele Details
Am Mittwochabend (US-Ortszeit) hatte die Trump-Regierung bekanntgemacht, dass sie Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen wolle und die Energieminister beider LĂ€nder eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet hĂ€tten. Den genauen Inhalt des Milliarden-Deals machte die US-Regierung zunĂ€chst nicht publik. Nach Informationen von US-Medien könnte er aber den Weg fĂŒr Urananreicherung in dem sunnitischen Königreich ebnen, das mit dem schiitisch geprĂ€gten Iran um die Vorherrschaft in der Region ringt.
In der US-Mitteilung hieĂ es, es sei auch ein bilaterales Abkommen zu flankierenden Sicherheitskontrollen unterzeichnet worden. Was dieses konkret beinhaltet, blieb zunĂ€chst unklar. US-Energieminister Chris Wright betonte, die Vereinbarungen wĂŒrden höchste Sicherheitsstandards gewĂ€hrleisten und auch sicherstellen, dass keine Atomwaffen verbreitet werden.
Anerkennung durch Saudi-Arabien wĂ€re fĂŒr Israel gewaltiger Erfolg
Trump versuchte bereits in seiner ersten Amtszeit, Israel durch die Abkommen nach jahrzehntelangen arabisch-israelischen Konflikten fester in der Region zu verankern. FĂŒr Israel wĂ€re die Anerkennung durch Saudi-Arabien ein gewaltiger diplomatischer Erfolg. Offiziell unterhalten die LĂ€nder keine Beziehungen zueinander, arbeiten verdeckt aber etwa in Sicherheitsfragen schon lĂ€nger zusammen. Im Zuge der Abraham-Abkommen begannen die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan, ihre Beziehungen zu Israel zu normalisieren.
Etwa 30 von weltweit knapp 200 Staaten haben keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, die meisten davon sind mehrheitlich muslimisch. Saudi-Arabien beansprucht in der arabischen und muslimischen Welt eine Vormachtstellung fĂŒr sich. Vermutet wird deshalb auch, dass weitere Staaten der Region einem solchen Schritt Riads folgen könnten. In einigen LĂ€ndern der Region wie dem Irak steht Kontakt mit Israel aber auch unter Strafe. Eine teilweise Entspannung im VerhĂ€ltnis Israels mit der arabischen und muslimischen Welt wĂ€re trotzdem denkbar.
