ROUNDUP, Treffen

Treffen von Trump und Selenskyj ohne greifbare Ergebnisse

29.12.2025 - 12:29:29

US-PrÀsident Donald Trump verbreitet nach dem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Florida Optimismus.

Auch Kiew und Moskau sprechen von Fortschritten. Zugleich blieb offen, wie eine mögliche Friedenslösung fĂŒr die Ukraine im Detail aussehen könnte. Um einen Durchbruch zu erzielen, soll nun auf mehreren Ebenen weiterverhandelt werden.

Den Aussagen Trumps nach laufen die BemĂŒhungen um eine Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gut. Auf der Pressekonferenz nach dem Empfang Selenskyjs am Sonntag (Ortszeit) sprach er von einem "grandiosen Treffen" mit dem Ukrainer und einem "exzellenten TelefongesprĂ€ch" mit Kremlchef Wladimir Putin. 95 Prozent der Fragen seien abgearbeitet, sagte er vor Journalisten.

Sein Gast sprach immerhin von 90 Prozent, zu denen der von EuropĂ€ern und Ukrainern auf 20 Punkte abgespeckte US-Friedensplan nun ausgehandelt sei. Selenskyj betonte dabei insbesondere, dass die US-Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine vollstĂ€ndig vereinbart worden seien.

Trump will noch einmal mit Putin telefonieren

Trump, der unmittelbar vor seinem Treffen mit Selenskyj im Kreml angerufen hatte, plant ein weiteres GesprĂ€ch mit Putin, um diesen ĂŒber die am Sonntag erzielten Ergebnisse in Kenntnis zu setzen. Einen genauen Zeitpunkt fĂŒr das Telefonat nannte er nicht. Es ist zu erwarten, dass es in den nĂ€chsten Tagen stattfindet.

In Moskau sieht man die Telefondiplomatie zwischen Kreml und Weißem Haus als wichtigste Maßnahme an, um den Krieg zu beenden. "Eins ist klar: Die SchlĂŒssel zur Regulierung (des Konflikts) haben Russland und die USA, die EuropĂ€er werden nach wie vor Bosheiten machen und Selenskyj wird nervös am Spielfeldrand rauchen", schrieb der Vizechef des Föderationsrats (Oberhaus des Parlaments) und bekannte russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow bei Telegram. Das entspricht der von Moskau seit Monaten gewĂ€hlten Linie, die Bedingungen fĂŒr einen Frieden im Nachbarland ĂŒber Köpfe von Ukrainern und EuropĂ€ern hinweg allein mit Washington auszuhandeln.

Arbeitsgruppen sollen schwierige Details aushandeln

Vor einem möglichen Abschluss auf höchster Ebene stehen aber nun zunĂ€chst Treffen von Arbeitsgruppen an. Verhandelt wird weiter auf bilateraler Ebene. Das heißt, die Amerikaner sprechen mit Russen und Ukrainern jeweils getrennt. Nach Angaben Selenskyjs sind weitere Treffen einer ukrainischen Verhandlungsdelegation mit US-Diplomaten in den nĂ€chsten Wochen angesetzt. VerhandlungsfĂŒhrer fĂŒr Kiew war bei den GesprĂ€chen zuletzt der SekretĂ€r des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow.

Daneben wird auch eine amerikanisch-russische Arbeitsgruppe gegrĂŒndet, wie Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bekanntgab. Russischer ChefunterhĂ€ndler dĂŒrfte dabei weiterhin Kirill Dmitrijew sein. Von US-Seite dabei sind unter anderem Trumps UnterhĂ€ndler Steve Witkoff, der PrĂ€sidenten-Schwiegersohn Jared Kushner, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine.

Selenskyj spricht von weiterem Treffen

Laut Selenskyj könnte es im Januar ein weiteres Treffen mit Trump geben. Dabei sollen seinen Worten nach auch die europĂ€ischen VerbĂŒndeten Kiews anwesend sein.

Davor wollen sich auch die EuropĂ€er noch einmal untereinander abstimmen. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat bereits ein weiteres Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris angekĂŒndigt. Dort wollen die europĂ€ischen Partner der Ukraine konkretisieren, womit sie ihren Beitrag zur weiteren Hilfe des angegriffenen Landes leisten können.

Knackpunkt bleiben die Territorialfragen

Zu den Inhalten einer möglichen Friedenslösung machten weder Trump noch Selenskyj am Sonntag öffentlich konkrete Aussagen. Die wichtigste ungelöste Frage bleibt die Forderung Moskaus nach der Inbesitznahme weiterer ukrainischer Gebiete. Russland besteht darauf, sich das gesamte Gebiet Donezk einzuverleiben, darunter auch das Ballungsgebiet um Slowjansk und Kramatorsk, das es in vier Jahren Krieg bislang nicht erobern konnte.

Die Ukraine lehnt hingegen einen einseitigen RĂŒckzug ab und könnte sich allenfalls mit der Lösung einer entmilitarisierten Zone in dem umstrittenen Raum zufriedengeben - wenn Russland seine Truppen ebenfalls entsprechend zurĂŒckzieht. Aus dem Kreml gibt es derzeit keine Signale dafĂŒr, dass Putin dazu bereit ist. Im Gegenteil: Der 73-JĂ€hrige hatte zuletzt mehrfach öffentlich erklĂ€rt, an seinen Kriegszielen festzuhalten und diese notfalls auch militĂ€risch durchzusetzen. Verbunden ist dies mit der Drohung, in dem Fall die Forderungen fĂŒr einen Friedensschluss noch zu verschĂ€rfen.

@ dpa.de