USA, Iran

USA und Iran einigen sich auf Abkommen

Veröffentlicht am: 15.06.2026 um 01:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach wochenlangen Verhandlungen haben die USA und der Iran nach Angaben des Vermittlers Pakistan und der US-Regierung eine vorlĂ€ufige Übereinkunft fĂŒr einen Ausweg aus dem Iran-Krieg gefunden.

"Nach intensiven GesprÀchen freuen wir uns, bekanntgeben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erzielt wurde", schrieb Pakistans MinisterprÀsident Shehbaz Sharif auf der Plattform X. Kurz darauf bestÀtigte auch US-PrÀsident Donald Trump den Abschluss eines Abkommens mit dem Iran.

Er genehmige hiermit die Öffnung der Straße von Hormus fĂŒr eine mautfreie Schifffahrt und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische HĂ€fen an, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Sharif erklĂ€rte, beide Seiten hĂ€tten die sofortige und endgĂŒltige Beendigung der MilitĂ€roperationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon, zugesichert. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie soll ihm zufolge am Freitag in der Schweiz stattfinden. Auch der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, der Text des Rahmenabkommens sei fertiggestellt worden.

Zu den Inhalten der Übereinkunft wurden zunĂ€chst keine weiteren Details bekanntgegeben. Das Rahmenabkommen ist allerdings nur ein Zwischenschritt, wenn auch ein wichtiger - weitere wichtige Vereinbarungen in dem Konflikt zwischen den beiden LĂ€ndern, etwa zum Atomstreit, sollen im Detail wĂ€hrend weiterer GesprĂ€che ausgehandelt werden.

Israel und Hisbollah gefÀhrden Deal mit Angriffen

In den vergangenen Stunden stand der Deal abermals auf der Kippe. Auslöser dafĂŒr waren erneute gegenseitige Angriffe im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Einer Hisbollah-Attacke auf den Norden Israels folgte am Sonntagmittag ein Gegenangriff Israels bei Beirut. Trump ermahnte daraufhin Israel und rief alle Seiten zur ZurĂŒckhaltung auf.

Der Angriff bei Beirut hĂ€tte nicht stattfinden dĂŒrfen, "insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind", schrieb der Republikaner, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag feierte. Eigentlich sind die USA und Israel enge VerbĂŒndete. Beide LĂ€nder hatten gemeinsam am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen. Seit April gilt formal eine Waffenruhe - dennoch kam es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen.

Der Iran hatte nach den israelischen Angriffen bei Beirut die mögliche Einigung auf ein Rahmenabkommen mit den USA infrage gestellt. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - drohten Israel mit Gegenangriffen. Die israelische Armee teilte am spÀten Nachmittag mit, sie stelle sich auf den möglichen Beschuss israelischer Gebiete in den kommenden Stunden ein.

Eine Hauptbedingung fĂŒr den Iran bei der Einigung mit den USA war ein Ende der militĂ€rischen Handlungen an allen Fronten, auch im Libanon. Teheran hatte mehrfach betont, dass man ohne die Verwirklichung dieser Forderung nicht bereit sei, den diplomatischen Prozess fortzusetzen.

Rahmenabkommen als Ausgangspunkt fĂŒr vertiefte GesprĂ€che

Das Rahmenabkommen soll Ausgangspunkt sein fĂŒr vertiefte GesprĂ€che zwischen Washington und Teheran. Neben der Öffnung der Straße von Hormus soll die Vereinbarung Berichten zufolge die - fragile und mehrfach gebrochene - Waffenruhe um 60 Tage verlĂ€ngern und Startpunkt fĂŒr Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm sein.

Die USA und Israel hatten ihren Krieg gegen den Iran auch immer wieder damit begrĂŒndet, dass der Erzfeind des jĂŒdischen Staats nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen dĂŒrften. Ob es in den geplanten Folgeverhandlungen nach dem Rahmenabkommen tatsĂ€chlich zu einer Einigung ĂŒber das umstrittene iranische Atomprogramm kommt, ist fraglich.

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