ROUNDUP, USA

USA und Iran wollen weiter reden - Trump: Waffenruhe vorbei

Veröffentlicht am: 10.07.2026 um 17:23 Uhr | dpa.de

Trotz der militÀrischen Eskalationen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bricht der GesprÀchsfaden zwischen den Kriegsparteien nicht ab.

Zugleich bekrÀftigte US-PrÀsident Donald Trump aber das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg.

Washington habe einer WeiterfĂŒhrung von GesprĂ€chen auf Bitten Teherans zugestimmt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social und setzte das Wort GesprĂ€che zugleich in AnfĂŒhrungsstriche. Man habe aber unmissverstĂ€ndlich klargemacht, dass die Waffenruhe "VORBEI" sei.

Zuvor hatte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass sich die USA weiterhin fĂŒr eine Lösung einsetzten, und die technischen GesprĂ€che weiterliefen. Auch die iranische Seite zeige GesprĂ€chsbereitschaft, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Die iranische Seite habe den Vermittlerstaat Pakistan gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, hieß es.

Berichte ĂŒber Vermittler von dritter Seite im Iran

Berichten des US-Senders CNN und des Portals Axios zufolge, die sich auf Diplomaten beriefen, war eine Delegation aus Katar in den Iran gereist, um zu vermitteln. Eine BestĂ€tigung aus Katar gab es dafĂŒr zunĂ€chst nicht. Das katarische Außenministerium teilte lediglich mit, man unterstĂŒtze weiterhin die BemĂŒhungen zu einer Entspannung der Situation und zum Erreichen eines umfassenden Abkommens. Die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus mĂŒsse sichergestellt werden, hieß es weiter.

In den vergangenen Tagen hatte das US-MilitĂ€r mehrere Angriffswellen gegen Ziele im Iran geflogen. BegrĂŒndet wurde dies mit Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, fĂŒr die die USA Teheran verantwortlich machten. Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen. Dabei gerieten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, die wichtige US-MilitĂ€rbasen beherbergen, wieder unter Beschuss.

Die jĂŒngste Eskalation ĂŒberschattete das StaatsbegrĂ€bnis fĂŒr das frĂŒhere iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung wurde er im Imam-Resa-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet, wie mehrere iranische Medien in der Nacht ĂŒbereinstimmend berichteten.

Kreise: Iran signalisiert GesprÀchsbereitschaft

In den Kontakten zwischen Pakistan und dem Iran in der Nacht soll es unter anderem zu einem langen GesprĂ€ch zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans mĂ€chtigem MilitĂ€rchef Asim Munir gekommen sein, hieß es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen.

In verschiedenen GesprĂ€chen habe Islamabad deutlich gemacht, dass neuerliche Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf die arabischen LĂ€nder der Region eine Eskalation nach sich ziehen könnte. "Wenn LĂ€nder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate anfangen, gegen den Iran zurĂŒckzuschlagen, wird sich dieser Krieg in seiner Form völlig Ă€ndern", soll ein pakistanischer Beamter den iranischen UnterhĂ€ndlern gesagt haben.

Die iranische Seite hĂ€tte jedoch in den GesprĂ€chen Unsicherheit darĂŒber durchscheinen lassen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land in Zukunft verhalten wĂŒrden, sagten die Quellen in Islamabad.

Was wird aus den Verhandlungen?

Kurzfristig zeigten sich die pakistanischen Vermittler zuversichtlich, den Frieden zwischen dem Iran und den USA zu wahren. Ob weitere fĂŒr dieses Wochenende geplante Verhandlungen stattfinden werden, ist nach Angaben aus den Sicherheitskreisen aber derzeit unsicher.

US-PrĂ€sident Trump hatte dem Iran zuletzt mit noch heftigeren Angriffen gedroht, sollte Teheran weiter auf Schiffe in der Straße von Hormus feuern. Am Rande des Nato-Gipfels hatte er die Waffenruhe offen infrage gestellt und Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen geĂ€ußert. "Ich denke, es ist vorbei", hatte er gesagt.

Schifffahrt durch Straße von Hormus wieder zurĂŒckgegangen

Die Straße von Hormus hat sich in dem Konflikt fĂŒr den Iran als stĂ€rkstes wirtschaftliches und militĂ€risches Druckmittel entpuppt. Die Wiedereröffnung der Meerenge ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens zwischen den Parteien, das die kriegerischen Handlungen beenden soll.

Mit der jĂŒngsten militĂ€rischen Eskalation ist die Schifffahrt durch Meerenge wieder eingebrochen. Lediglich 22 Schiffe haben die Straße von Hormus am Donnerstag passiert, wie Daten des Anbieters Kpler zu entnehmen ist, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Am Mittwoch hatten die Transite demnach noch bei 30 gelegen.

Am Donnerstag vor einer Woche - vor Ausbruch der neuerlichen KÀmpfe - lag der ZÀhler noch bei 48 Passagen. Die Durchfahrten sind somit auf einem AbwÀrtstrend seit ihrem Höchststand Mitte Juni.

Berichte: Israel warnte Trump vor iranischem Mordkomplott

Wie unterdessen das "Wall Street Journal" und der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichteten, hat Israel die US-Regierung vor iranischen PlĂ€nen zur Ermordung von PrĂ€sident Trump gewarnt. Demnach habe die FĂŒhrung in Teheran den mutmaßlichen Plan erst kĂŒrzlich ausgearbeitet. Die US-Regierung habe zuletzt derlei Warnungen hĂ€ufig erhalten, die von Israel sei aber neu und habe sich auf einen konkreten Anschlagsplan bezogen, zitierte CNN einen US-Regierungsbeamten.

Andere US-Vertreter hĂ€tten die Vermutung geĂ€ußert, Israels Warnung könne ein Versuch sein, Trump hinsichtlich seines weiteren Vorgehens im Konflikt mit dem Iran zu beeinflussen, berichtete der US-Sender weiter. Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hatte zuletzt fĂŒr einen deutlich hĂ€rteren Kurs gegenĂŒber Teheran plĂ€diert und geriet darĂŒber mit Trump aneinander. Trump hatte auf dem RĂŒckflug vom Nato-Gipfel in Ankara nicht wie erwartet die neue Air Force One benutzt und damit Spekulationen ĂŒber Sicherheitsrisiken des Geschenks aus dem Golfemirat Katar angeheizt. "Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans", sagte der PrĂ€sident spĂ€ter.

de | boerse | 69738346 |