USA wollen Einnahmequellen des Irans trockenlegen
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Aktualisierung: Irans ParlamentsprÀsident ergÀnzt)
WASHINGTON (dpa-AFX) - In ihrem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran will die US-Regierung Teheran komplett von der Weltwirtschaft isolieren. Die neuen Sanktionen der Operation "Wirtschaftlicher VerstoĂener" (Economic Outcast) zielten darauf ab, jede potenzielle Einnahmequelle der iranischen Revolutionsgarden zu unterbinden, sagte US-Finanzminister Scott Bessent auf einer Pressekonferenz. Der Fokus liege auf digitalen Vermögenswerten, Technologie, Gold, der Luftfahrt und der Schifffahrt. Konkrete MaĂnahmen nannte er nicht, nachdem im Krieg von US-PrĂ€sident Donald Trump gegen den Iran seit Wochen keine sichtbaren Ergebnisse zu erkennen sind.
Der US-Finanzminister drohte zudem, dass jede Institution, die im Auftrag des Irans GeldwĂ€sche ermögliche, aus dem US-Dollar-System ausgeschlossen werde. Er stellte gegenĂŒber Journalisten in Aussicht, dass bis Ende dieser Woche eine "groĂe AnkĂŒndigung" ĂŒber die Sanktionierung eines Finanzinstituts bekanntgegeben werde.
Irans ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf kritisierte auf X, dass die USA wirtschaftlich nicht in der Lage seien, ihre Beziehung zu anderen LĂ€ndern weiter einzuschrĂ€nken. Die Handelspartner des Iran hĂ€tten deutlich gemacht, dass sie die ĂuĂerungen der USA in keiner Weise berĂŒcksichtigten.
"Wirtschaftlicher D-Day fĂŒr den Iran"?
Unklar blieb zunĂ€chst, was genau an den neuen Sanktionen verheerend sein wird. Noch vergangene Woche sprach Trump von "MaĂnahmen historischen AusmaĂes" und der "verheerendsten Wirtschaftsoperation", die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei. Sein Vorhaben verglich er mit einem "wirtschaftlichen D-Day" fĂŒr den Iran.
Der sogenannte D-Day am 6. Juni 1944 mit der Landung der alliierten Truppen in der Normandie markierte den Auftakt der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft im Zweiten Weltkrieg. Darauf angesprochen, und warum er nicht heute Sanktionen verhĂ€ngen wĂŒrde, versuchte sich Bessent zu rechtfertigen: "Warum sollte ich das globale Finanzsystem sprengen wollen?"
Das Finanzministerium habe "jeden Knotenpunkt, jeden Vermittler und jedes Netzwerk erfasst, das der Iran fĂŒr Ălschmuggel und die Umgehung von Sanktionen genutzt hat", sagte Bessent weiter. Mitarbeiter des Finanzministeriums, des AuĂenministeriums sowie des MilitĂ€rs der Vereinigten Staaten trĂ€fen sich derzeit mit "internationalen Partnern", um die Erwartungen Washingtons zu adressieren. Diese sollten ihre Zusammenarbeit mit Teheran einstellen. Konkrete LĂ€nder nannte Bessent nicht - ebenso lehnte er eine Antwort auf die Frage ab, in welchem Zeitraum die ungenannten MaĂnahmen zu erfĂŒllen sein sollen.
Zudem kĂŒndigte die US-Regierung Sanktionen gegen weitere Unternehmen, Personen und Schiffe an, die Iran dabei unterstĂŒtzten, Einnahmen aus dem ĂlgeschĂ€ft zu erzielen.
Trump drohte mit "GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen"
Vergangene Woche hatte Trump dem Iran mit einem beispiellosen "Wirtschaftskrieg" gedroht. Auch mĂŒsse jedes Land samt seiner Finanzinstitutionen, Unternehmen, FlughĂ€fen und Regierungsbehörden bei einer UnterstĂŒtzung des Irans mit "GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen" rechnen. Es brauche die Hilfe aller VerbĂŒndeten der USA, um die vom Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.
US-Sanktionen gegen den Iran sind bei weitem nichts Neues. Im Laufe der Jahre hatten die Vereinten Nationen, die USA und die EuropĂ€ischen Union umfangreiche Strafen verhĂ€ngt. Grund dafĂŒr ist einerseits das umstrittene iranische Atomprogramm. Andere Sanktionen wurden auch mit Menschenrechtsverletzungen oder der iranischen UnterstĂŒtzung Russlands im Krieg gegen die Ukraine begrĂŒndet.
Sanktionen folgen auf ineffektive MilitÀrangriffe
Die US-Sanktionen wurden nun in einer Phase des Kriegs verkĂŒndet, in der es seit Wochen keine sichtbaren Ergebnisse zwischen Washington und Teheran gibt. Zuvor hatte Trump bei seinem Krieg gegen den Iran noch darauf gebaut, den Gegner durch regelmĂ€Ăige MilitĂ€rangriffe in die Knie zwingen zu können. Dennoch ist in dem Konflikt auch nach knapp sechs Monaten weiterhin kein Durchbruch fĂŒr die USA zu sehen.
Schwerer wiegt unterdessen der Umstand, dass die noch vor dem Krieg offene StraĂe von Hormus zum zentralen Streitpunkt zwischen den USA und dem Iran geworden ist. Die verzwickte Lage um die Meerenge belastet die Weltwirtschaft und den internationalen Handel: Iranische Kontrollen des Schiffsverkehrs und die Seeblockade iranischer HĂ€fen durch das US-MilitĂ€r machen auch heute noch einen verlĂ€sslichen Ălhandel geradezu unmöglich.
