Valeo SCALA 3 LiDAR von Valeo - Schlüsseltechnologie für automatisiertes Fahren
05.07.2026 - 18:33:47 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: Julian Krause, ad hoc news Fachredaktion Klassiker & Longseller. Geprueft am 05.07.2026, 18:33 Uhr. Details im Impressum.
Valeo SCALA 3 LiDAR sitzt wie ein schmaler Sensorbalken hinter der Windschutzscheibe und tastet mit unsichtbarem Licht die Straße ab, während der Fahrer nur ein leises Surren aus dem Armaturenbereich wahrnimmt. Das System gehört zu den zentralen Augen moderner Fahrassistenz. Entwickelt wurde die aktuelle Generation unter anderem von Entwicklungsleiter Guillaume Devauchelle, der sie als Herzstück für automatisiertes Fahren bezeichnet.
Was Valeo mit SCALA 3 LiDAR liefert
SCALA 3 LiDAR ist die dritte Generation des von Valeo entwickelten Laser-Scanners für Fahrzeuge und wurde primär für hochautomatisierte Fahrfunktionen der Stufen Level 2 und Level 3 konzipiert. Laut Hersteller erfasst das System seine Umgebung mit einer Reichweite von bis zu 200 Metern und arbeitet mit einer Auflösung, die auch kleine Objekte wie Reifenfragmente oder verlorene Ladung auf der Fahrbahn erkennen soll. Der Sensor liefert dabei ein 3D-Bild der Umgebung, das sich aus Millionen Messpunkten zusammensetzt und in Echtzeit an die Steuergeräte weitergegeben wird. Auf der Produktseite von Valeo wird hervorgehoben, dass SCALA 3 LiDAR speziell für den Einsatz in Serienfahrzeugen optimiert ist und robuste Leistung unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen bieten soll, etwa bei Regen, Nebel oder Dunkelheit.
Entwicklungsleiter Guillaume Devauchelle betont in Interviews, dass LiDAR-Systeme wie SCALA 3 eine entscheidende Rolle spielen, wenn Fahrzeuge nicht nur Assistenzfunktionen, sondern teilautomatisiertes Fahren übernehmen sollen. Dabei geht es nicht nur um Komfortfunktionen wie automatisches Einhalten der Spur oder Abstandsregelung, sondern auch um Sicherheitsfeatures wie Notbremsungen bei plötzlich auftauchenden Hindernissen oder das rechtzeitige Erkennen von Fußgängern, die zwischen geparkten Autos hervortreten. Für Automobilhersteller ist SCALA 3 insbesondere interessant, weil Valeo den Sensor nicht als Prototyp, sondern als Serienprodukt anbietet, das nach Aussage des Unternehmens bereits in mehreren Fahrzeugplattformen eingeplant ist. Das reduziert für die OEMs Entwicklungsaufwände und erleichtert die Zertifizierung ihrer Assistenzsysteme.
Technische Eckdaten und Einsatzszenarien
SCALA 3 LiDAR arbeitet laut Valeo mit einem Laser im unsichtbaren Infrarotbereich, der in kurzen Pulsen ausgesendet und vom Sensor wieder eingefangen wird, wenn er von Objekten reflektiert wird. Aus der Laufzeit dieser Lichtimpulse berechnet das Steuergerät den Abstand zu Objekten, wodurch ein präzises Tiefenmodell der Umgebung entsteht. Die dritte Generation soll gegenüber den Vorgängern eine höhere Punktdichte, eine größere Reichweite und eine verbesserte Erkennung auch besonders dunkler oder wenig reflektierender Objekte bieten. Der Sensor deckt typischerweise einen horizontalen Sichtbereich von über 100 Grad ab und kann so nicht nur den direkten Fahrweg, sondern auch Bereiche neben dem Fahrzeug erfassen. Für Autobahnfahrten mit Level-3-Funktionen ist diese Breite wichtig, um Spurwechsel und das Einfädeln anderer Fahrzeuge frühzeitig zu erkennen.
Ein zentrales Einsatzszenario ist das sogenannte "Automated Highway Driving", bei dem das Fahrzeug auf bestimmten Streckenabschnitten automatisch lenkt, beschleunigt und bremst, während der Fahrer die Überwachungspflicht reduziert. SCALA 3 soll dazu beitragen, dass das System zuverlässiger entscheidet, ob die Strecke frei ist, ob sich Fahrzeuge zu schnell nähern oder ob sich komplexe Verkehrssituationen wie Baustellen ergeben. Valeo verweist darauf, dass LiDAR-Systeme vor allem die schwachen Punkte von Kamera- und Radar-basierten Systemen ausgleichen sollen. Kameras stoßen bei schlechter Beleuchtung an Grenzen, Radar kann bestimmte Objekte weniger differenziert darstellen. LiDAR hingegen liefert eine geometrisch genaue Punktwolke, die sich gut mit Daten von Kamera und Radar fusionieren lässt. Entwickler sprechen hier von Sensorfusion, die mit SCALA 3 erleichtert werden soll.
Mehr Hintergründe zu Valeo und SCALA LiDAR
Wer tiefer in die Rolle von SCALA 3 LiDAR für das automatisierte Fahren und die Position der Valeo Aktie am Markt einsteigen will, findet hier weiterführende Informationen.
Integration in Fahrzeuge und Industriekooperationen
Valeo positioniert SCALA 3 LiDAR als Serienlösung für Automobilhersteller, die ihre Fahrzeuge für automatisierte Fahrfunktionen ausrüsten wollen. Der Sensor ist so ausgelegt, dass er in die Fahrzeugfront integriert werden kann, etwa im oberen Bereich hinter der Windschutzscheibe oder im Kühlergrill, je nach Designkonzept des jeweiligen Herstellers. Das Gehäuse ist dabei gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt, und Valeo gibt an, dass die Hardware für den langfristigen Einsatz im rauen Umfeld der Straße ausgelegt ist. In der Praxis bedeutet das, dass SCALA 3 regelmäßig mit Spritzwasser, Temperaturschwankungen und Vibrationen zurechtkommen muss. Entsprechend sind die Komponenten gehärtet und die Optik mit Schutzglas versehen, das sich maschinell reinigen lässt, etwa durch Luftdüsen oder Wischsysteme, die einige Fahrzeughersteller ergänzend installieren.
Valeo arbeitet mit verschiedenen OEMs zusammen, um SCALA LiDAR in deren Plattformen zu integrieren, darunter europäische und asiatische Hersteller, die an Serienfahrzeugen mit Level-3-Funktionen arbeiten. In öffentlichen Präsentationen betont das Unternehmen, dass SCALA 3 bereits in konkreten Projekten eingeplant ist, ohne immer alle Namen zu nennen, da OEMs ihre Produkte oft erst kurz vor Marktstart offenlegen. Ein Beispiel sind Kooperationen im Bereich Robotaxis und Shuttlefahrzeuge, in denen LiDAR-Systeme wie SCALA 3 als zentrale Sensoren dienen. Hier geht es um Fahrzeuge, die in definierten Gebieten wie Innenstädten oder Campus-Arealen weitgehend autonom operieren und dabei LiDAR-Daten mit Kartenmaterial und weiteren Sensoren kombinieren.
Software, Datenverarbeitung und Sicherheitsaspekte
Ein LiDAR-System wie SCALA 3 ist nicht nur eine Hardwarekomponente, sondern ein Datenlieferant, der in komplexe Softwarearchitekturen eingebunden ist. Valeo betont, dass der Sensor mit Steuergeräten verbunden ist, die die Punktwolken der Umgebung analysieren und daraus Objekte, Fahrspuren und Freiflächen erkennen. Dabei kommen Algorithmen zum Einsatz, die permanent Muster in den Daten suchen: Bewegungen von anderen Fahrzeugen, Fußgängergruppen, Fahrräder oder plötzliche Hindernisse. Die Qualität dieser Software entscheidet mit darüber, wie zuverlässig das Gesamtsystem arbeitet. Valeo gibt an, dass SCALA 3 darauf ausgelegt ist, mit den gängigen Plattformen und Betriebssystemen in der Automobilindustrie zusammenzuarbeiten, etwa AUTOSAR-basierte Architekturen oder spezifische Systeme der OEMs.
Ein wichtiger Punkt ist die funktionale Sicherheit. Für Assistenz- und Automationssysteme gelten strenge Normen wie ISO 26262, die Anforderungen an die Ausfallsicherheit und das Fehlermanagement festlegen. SCALA 3 LiDAR wird laut Valeo so entwickelt, dass seine Komponenten diese Normen erfüllen oder ihre Einhaltung erleichtern. Dazu gehört, dass der Sensor bei kritischen Fehlern in einen sicheren Zustand übergeht und das Fahrzeug entsprechend gewarnt wird. Außerdem muss der Sensor mit Redundanzkonzepten zusammenspielen: Viele Hersteller setzen nicht allein auf LiDAR, sondern auf eine Kombination aus Kamera, Radar und Ultrasonic-Sensoren. SCALA 3 ist daher als Teil eines Netzwerks konzipiert, das auch dann noch funktioniert, wenn einzelne Komponenten zeitweise gestört sind. Für den Nutzer bedeutet das im Alltag, dass Systeme wie der Abstandstempomat oder der Spurhalteassistent noch weiterarbeiten können, auch wenn beispielsweise eine Kamera verschmutzt ist, solange LiDAR und andere Sensoren ausreichend Informationen liefern.
Marktumfeld und Rolle im Valeo-Portfolio
Valeo ist als Zulieferer stark im Bereich Fahrerassistenz und Komfortsysteme positioniert und sieht LiDAR als Chance, sich im wachsenden Markt für automatisiertes Fahren zu behaupten. SCALA 3 ist dabei ein Kernprodukt, das sich in einem Portfolio aus Sensoren, Steuergeräten und Softwaremodulen einreiht. Der französische Konzern betont in Präsentationen gegenüber Investoren, dass er sowohl Hardware als auch Software für Assistenzsysteme anbietet und so an mehreren Wertschöpfungsstufen beteiligt ist. Für das Unternehmen ist wichtig, dass SCALA 3 nicht nur in hochpreisigen Premiumfahrzeugen, sondern mittelfristig auch in Volumenmodellen eingesetzt wird. Damit könnte sich der Absatz deutlich erhöhen und das Produkt einen spürbaren Beitrag zum Umsatz in der Sparte Fahrassistenz leisten.
Im Marktumfeld konkurriert Valeo mit anderen Anbietern von LiDAR-Systemen, darunter spezialisierte Sensorhersteller und große Elektronikkonzerne. Einige setzen auf Solid-State-LiDAR, bei dem keine beweglichen Teile mehr im Sensor verbaut sind, andere arbeiten mit drehenden Spiegeln oder ähnlichen Mechanismen. Valeo stellt in seinen Unterlagen heraus, dass SCALA 3 als Automotive-grade-Lösung entwickelt ist, die die Anforderungen der Fahrzeughersteller an Lebensdauer und Kostenstruktur erfüllt. Der Wettbewerb wirkt sich auch auf die Preisentwicklung aus: LiDAR war lange nur in sehr teuren Fahrzeugen oder Testflotten zu finden, mittlerweile soll die Technik durch industrielle Skalierung günstiger werden. Für Anleger ist relevant, dass Valeo versucht, SCALA 3 wirtschaftlich so zu positionieren, dass das Produkt in Serienfahrzeugen eingesetzt wird und nicht nur in Nischenanwendungen.
Einordnung und Bezug zur Valeo Aktie
SCALA 3 LiDAR ist aus Sicht von Valeo ein strategisches Produkt, weil es direkt mit dem Trend zu automatisierten und vernetzten Fahrzeugen verknüpft ist. Wenn mehr Hersteller Level-2- und Level-3-Funktionen in die Serie bringen, steigt potenziell die Nachfrage nach entsprechenden Sensoren. Gleichzeitig ist der Markt anspruchsvoll, weil Sicherheitsanforderungen hoch sind und regulatorische Rahmenbedingungen bestimmt werden müssen. Für Verbraucher selbst ist SCALA 3 weniger ein direkt sichtbares Produkt, sondern ein Baustein in den Systemen ihrer Fahrzeuge: Sie spüren seine Wirkung eher darin, dass Assistenzfunktionen präziser arbeiten, Spurwechsel automatischer stattfinden und Notbremsungen verlässlicher ausgelöst werden können.
Die Valeo Aktie (ISIN FR0013176526) wird an der Euronext Paris in Euro gehandelt; der Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme, zu dem SCALA 3 LiDAR gehört, ist ein wesentlicher Bestandteil der mittelfristigen Wachstumsstrategie des Unternehmens.
Kernfakten zu Valeo SCALA 3 LiDAR
- Produkt: Valeo SCALA 3 LiDAR
- Hersteller: Valeo SE
- Kategorie: Klassiker / Longseller im Bereich Fahrassistenzsensorik
- Markteinfuehrung: Serienstart im Umfeld von Level-3-Fahrassistenzprojekten, seit Mitte der 2020er Jahre in OEM-Programmen
- UVP / Preis: Vom OEM bestimmt, im B2B-Segment nicht öffentlich ausgewiesen
- Verfuegbarkeit: Vor allem für Fahrzeughersteller und Mobilitätsanbieter, teilweise bereits in Serienprojekten integriert
- Zielgruppe: Automobilhersteller, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister mit Fokus auf automatisiertes Fahren
- Besonderheit / USP: Automotive-grade-LiDAR der dritten Generation mit bis zu 200 Metern Reichweite für Level-2- und Level-3-Funktionen
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