Valeo SCALA 3 LiDAR von Valeo - Sensor hebt Assistenzsysteme ins nächste Level
04.07.2026 - 21:35:33 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Geprueft am 04.07.2026, 21:34 Uhr. Details im Impressum.
Valeo SCALA 3 LiDAR sitzt wie ein schmaler, dunkler Streifen im oberen Bereich der Windschutzscheibe und wirkt fast wie ein zusätzlicher Schattenwurf über der Straße. Während Testingenieur Pierre Gauthier den Blick konzentriert nach vorne richtet, tastet der Laser-Sensor unsichtbar die Umgebung ab und füttert das Steuergerät mit gewaltigen Datenmengen. Schon nach wenigen Minuten Fahrt spürt man, wie ruhig das Fahrzeug auf komplexe Verkehrssituationen reagiert.
Was Valeo mit SCALA 3 LiDAR liefern will
SCALA 3 LiDAR ist die dritte Generation des laserbasierten Entfernungssensors von Valeo, entwickelt für Serienfahrzeuge mit Level-2-Plus- bis Level-3-Automatisierungsfunktionen. Produktdetails nennt der Hersteller auf seiner eigenen Seite. Der Sensor erstellt bis zu 20 Mal pro Sekunde ein 3D-Abbild der Fahrzeugumgebung und erkennt Objekte bei Geschwindigkeiten von mehr als 130 km/h.
Valeo positioniert SCALA 3 klar als Volumenprodukt für den Automobilmarkt und verweist auf ein bereits gesichertes Auftragsvolumen im Milliarden-Euro-Bereich über die gesamte Lebensdauer der Plattform. In einer Mitteilung anlässlich der CES 2022 hob das Unternehmen die Bedeutung des Systems für automatisierte Fahrfunktionen hervor. Für Autohersteller ist das System vor allem deshalb interessant, weil es auf der bestehenden SCALA-Plattform aufbaut und sich in bekannte Architekturen integrieren lässt.
Technik im Sensor: Reichweite, Auflösung, Funktion
Im Kern nutzt SCALA 3 LiDAR einen Laserstrahl, der im Bereich des nahen Infrarots arbeitet und mit einem rotierenden Spiegel eine horizontale Abtastung der Umgebung durchführt. Fachartikel zu Automotive-LiDAR-Systemen beschreiben dieses Prinzip als Stand der Technik. Die reflektierten Signale werden über einen Empfänger erfasst, die Laufzeit des Lichtimpulses bestimmt die Entfernung zum Objekt. Aus tausenden solcher Messpunkte pro Scan entsteht eine Punktwolke, die Software zu einer 3D-Szene zusammenführt.
Valeo nennt für SCALA 3 eine Objekterkennung bis zu 200 Meter und eine besonders hohe Auflösung im Nahbereich, etwa für das Erkennen von Fußgängern oder kleinen Hindernissen. Der Sensor kann Fahrstreifen, Fahrzeuge, Motorräder, Fahrräder und große Tiere unterscheiden. Hinzu kommen Funktionen zur Erkennung von Fahrbahnrändern und zur Unterstützung beim sicheren Spurwechsel auf mehrspurigen Straßen.
Wie wichtig Sensorsysteme für Valeo SE sind
Wer tiefer in die Rolle von LiDAR und Fahrerassistenz im Geschäftsmodell von Valeo SE eintauchen möchte, findet Kennzahlen, Berichte und Kurshistorie gebündelt im Themenbereich zur ISIN FR0013176526.
Integration ins Fahrzeug und Software-Stack
Bei einem Besuch im Valeo-Entwicklungszentrum in Créteil zeigt Produktmanagerin Claire Dubois ein Serienfahrzeug, in dem SCALA 3 LiDAR bündig in die Frontpartie integriert ist. Die Entwickler haben den Sensor so ausgelegt, dass er sich hinter der Windschutzscheibe oder in einem separaten Modul im Kühlergrill unterbringen lässt. Valeo erläutert in seinem ADAS-Überblick, wie Kameras, Radar und LiDAR zusammenspielen. Wichtig ist dabei die Abstimmung mit anderen Sensoren, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
SCALA 3 LiDAR hängt an einem zentralen Steuergerät für Fahrerassistenzfunktionen, das die Punktwolke des Sensors mit Kamerabildern, Radarmessungen und Karteninformationen fusioniert. Ähnliche ADAS-Architekturen beschreiben Wettbewerber wie Continental für ihre Systeme. Die eigentliche Intelligenz liegt in den Algorithmen für Objekterkennung und Pfadplanung, die entscheiden, ob gebremst, ausgewichen oder gewarnt wird.
Anwendungsfälle von SCALA 3 im Alltag
Im Fokus stehen zunächst Funktionen wie adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, automatisches Einbremsen bei Hindernissen und teilautomatisches Fahren auf Autobahnen. SCALA 3 LiDAR kann früh erkennen, wenn sich in weiterer Entfernung ein Fahrzeug einschert oder ein langsam fahrendes Fahrzeug auf der eigenen Spur auftaucht. Valeo verweist auch auf den Einsatz in automatisierten Parkfunktionen und Robo-Shuttles. Durch die hohe Auflösung im Nahbereich lassen sich Kollisionen beim Rangieren besser vermeiden.
Spannend für Flottenbetreiber sind perspektivisch Anwendungen in urbanen Robotaxis oder Shuttle-Diensten. Hier geht es weniger um sportliche Beschleunigung als um reproduzierbare, sichere Fahrprofile in dichtem Verkehr. Reuters berichtete, dass Valeo SCALA 3 unter anderem für solche Mobilitätsdienste entwickelt. Gerade dort können zusätzliche Sensorinformationen gegenüber reinen Kamera-Systemen einen Sicherheitsvorteil bringen.
Konkurrenz und Marktumfeld für Automotive-LiDAR
Automotive-LiDAR ist ein umkämpfter Markt mit Herstellern wie Luminar, Innoviz oder Hesai, die ihre Systeme ebenfalls an große Autohersteller verkaufen. Ein Bericht im Handelsblatt skizziert den Wettbewerb um die besten LiDAR-Sensoren. Valeo unterscheidet sich dadurch, dass das Unternehmen seit Jahren LiDAR in Großserie produziert und mit SCALA 3 eine dritte Generation in den Markt bringt.
Aus Investorensicht ist wichtig, dass SCALA 3 nicht als Nischenprodukt, sondern als Baustein für ein größeres ADAS-Portfolio positioniert wird. Valeo liefert neben LiDAR auch Kameras, Radar, Ultraschall-Sensoren und Steuergeräte und kann so Komplettpakete an Fahrzeughersteller verkaufen. In seiner Strategie 2025 betont das Unternehmen die Rolle von Fahrerassistenz und Elektrifizierung als Wachstumstreiber. LiDAR ist dabei eine von mehreren Technologien, die höhere Automatisierungsstufen ermöglichen.
Kapazitäten, Produktion und Skalierung
Valeo fertigt SCALA-LiDAR-Sensoren in bestehenden Werken, die bereits Erfahrungen mit den Vorgängergenerationen gesammelt haben. Für SCALA 3 ist laut Unternehmensangaben eine Produktion im Hunderttausender- bis Millionen-Stück-Bereich über die Lebensdauer vorgesehen. Eine CES-Pressemitteilung unterstreicht das Ziel, LiDAR massenmarkttauglich zu machen. Serienfertigung senkt die Stückkosten und macht die Technologie für Mittelklasse-Modelle interessant.
Für Fahrzeughersteller zählen neben der reinen Sensorleistung auch Themen wie Lieferzuverlässigkeit und Lebensdauer. Hier spielt Valeo seine Erfahrung aus anderen Komponentenfeldern wie Lichtsystemen oder Klimatisierung aus. Der Hersteller bietet eine breite Palette an Automotive-Komponenten und gilt als etablierter Tier-1-Zulieferer. Für SCALA 3 heißt das: Der Sensor fügt sich in eine Lieferkette ein, in der Valeo bereits langjährige Beziehungen zu OEMs pflegt.
Risiken, Grenzen und technische Herausforderungen
Trotz der Vorteile von LiDAR gibt es technische und wirtschaftliche Herausforderungen. Der Sensor muss unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen zuverlässig funktionieren, von praller Sonne über Regen bis zu Schneefall. Verschmutzungen der Abdeckung können die Signalqualität beeinträchtigen, weshalb Fahrzeughersteller oft Reinigungsfunktionen einplanen. Fachbeiträge weisen auf solche praktischen Grenzen hin. Dazu kommt die Diskussion, ob sich bestimmte Funktionen auch rein mit Kameras und Radar abdecken lassen.
Preislich bewegt sich LiDAR noch immer über klassischen Kamera- oder Radar-Sensoren. Valeo versucht, mit SCALA 3 die Kosten pro Einheit zu senken und gleichzeitig die Leistung zu erhöhen, um ein gutes Verhältnis von Zusatznutzen und Mehrpreis zu erreichen. Reuters berichtet, dass Valeo auf Skaleneffekte setzt, um LiDAR bezahlbar zu machen. Ob und wie schnell sich das rechnet, hängt davon ab, wie viele Modelle und Plattformen SCALA 3 langfristig nutzen.
Was SCALA 3 für Valeo SE an der Börse bedeutet
Für Valeo SE ist SCALA 3 LiDAR vor allem ein technischer und kommerzieller Baustein innerhalb des ADAS-Segments, das im Konzern für einen steigenden Anteil am Umsatz sorgt. Investoren beobachten genau, welche Fahrzeughersteller das System in Serienmodellen einsetzen und wie sich die Margen im Bereich Fahrerassistenz entwickeln. In Investorenpräsentationen zeigt Valeo die Entwicklung der Umsätze mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen. Die Valeo SE Aktie ist in Paris notiert, Kursangaben erfolgen in Euro.
Faktencheck: Valeo SCALA 3 LiDAR
- Produkt: Valeo SCALA 3 LiDAR
- Hersteller: Valeo SE
- Kategorie: B2B / Profi-Sensorsystem für Fahrerassistenz
- Markteinführung: Serienstart ab 2024 in ausgewählten Fahrzeugmodellen
- UVP / Preis: Abhängig vom OEM-Paketpreis, nicht öffentlich spezifiziert
- Verfügbarkeit: Für Fahrzeughersteller weltweit, speziell für europäische und asiatische OEMs
- Zielgruppe: Automobilhersteller mit Fokus auf automatisierte Fahrfunktionen und Robo-Shuttles
- Besonderheit / USP: Kombination aus bis zu 200 Meter Reichweite, hoher Auflösung und Massenmarkt-Auslegung als dritte LiDAR-Generation von Valeo
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