Valeo SCALA 3 von Valeo - LiDAR-Sensor zielt auf automatisiertes Fahren
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 11:17 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Verantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Neuheiten & Launch. Geprueft am 07.07.2026, 11:17 Uhr. Details im Impressum.
Valeo SCALA 3 liegt auf dem Labortisch, noch leicht kühl, während ein Ingenieur mit Latexhandschuhen vorsichtig das Glasfenster reinigt und die feinen Steckkontakte prüft. Neben ihm erklärt Valeo-Entwicklungschef Christophe Perillat, warum dieser LiDAR-Sensor für künftige Fahrassistenzsysteme entscheidend sein soll. Das Modul wirkt unscheinbar, hat aber eine konkrete Aufgabe: präzise Abstandsmessung in Echtzeit für automatisiertes Fahren.
LiDAR-Generation für Serienfahrzeuge
Valeo SCALA 3 ist die dritte Generation des automotive LiDARs, den Valeo speziell für Serienfahrzeuge entwickelt und bereits mit mehreren OEMs validiert hat. Laut Hersteller erkennt der Sensor Objekte in bis zu rund 200 Metern Entfernung und liefert hochauflösende 3D-Punktwolken, die von Steuergeräten für Spurhaltung, automatisches Bremsen und Highway-Pilot-Funktionen genutzt werden. Auf der offiziellen Produktseite beschreibt Valeo SCALA als ersten serienreifen LiDAR für Automobile, SCALA 3 baut diese Linie weiter aus und zielt auf Level-2+- und Level-3-Funktionen in Massenmodellen.
Der Sensor arbeitet mit einem rotierenden Spiegel und Laserimpulsen, um Entfernung und Position von Objekten zu erfassen, und ist so konstruiert, dass er unter typischen Automotive-Bedingungen bei Regen, Staub und Temperaturwechseln zuverlässig funktioniert. Valeo positioniert SCALA 3 ausdrücklich als Baustein für das „Smart Car“, das seine Umgebung kontinuierlich vermisst und Daten an Fahrerassistenzsysteme übergibt.
Technische Eckdaten und Anwendungsfälle
SCALA 3 bietet laut Valeo eine deutlich höhere vertikale Auflösung als die erste Generation und erweitert den Erfassungswinkel, sodass nicht nur vorausfahrende Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger oder Motorräder im Randbereich frühzeitig erkannt werden. Für OEMs ist entscheidend, dass der Sensor in die Fahrzeugfront oder hinter die Windschutzscheibe integrierbar ist und in das bestehende Sensor-Set aus Kamera und Radar eingebunden werden kann. Ingenieure kombinieren die LiDAR-Daten mit Kamerabildern und Radarreflexionen, um robuste Objekt- und Spurmodelle zu erstellen.
Die Architektur des Sensors zielt auf Automotive-Serienfertigung mit typischen Lebensdauern von zehn Jahren und mehr. Valeo betont in technischen Materialien, dass SCALA 3 für hoher Stückzahlen ausgelegt ist und damit nicht nur in Premium-Limousinen, sondern perspektivisch auch in Mittelklassefahrzeugen eingesetzt werden soll. In Demonstratorfahrzeugen zeigt das Unternehmen, wie der LiDAR-Sensor etwa bei automatisierten Spurwechseln oder beim Abstandsmanagement auf Schnellstraßen arbeitet.
Mehr zu Valeo und dem LiDAR-Geschäft
Wie stark das Sensorportfolio von Valeo die langfristige Umsatzentwicklung und die Strategie im Bereich automatisiertes Fahren prägt, zeigen Analystenberichte und die eigenen Zahlen des Unternehmens.
Valeo im Markt für Fahrerassistenzsysteme
Im Markt für Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) konkurriert Valeo mit mehreren internationalen Zulieferern, die ebenfalls LiDAR- und Radarsysteme entwickeln. Das Unternehmen nutzt seine Erfahrung mit Sensorik, Beleuchtungstechnik und Steuergeräten, um komplette Systemlösungen anzubieten, bei denen SCALA 3 ein zentraler Baustein ist. OEMs profitieren davon, dass sie Sensor, Software und Integration aus einer Hand erhalten können, statt einzelne Komponenten zusammenzuführen.
Fachpublikationen zu automatisiertem Fahren weisen darauf hin, dass LiDAR vor allem bei höheren Automatisierungsgraden wichtig bleibt, weil die präzise Distanzmessung in komplexen Szenarien Vorteile gegenüber rein kamerabasierten Lösungen bietet. Entwickler wie Projektleiterin Marie Dubois in einem Valeo-Testteam berichten, dass die Kombination aus LiDAR, Radar und Kamera eine redundante Wahrnehmung der Umgebung schafft, wodurch Systeme besser mit unerwarteten Situationen, etwa einem plötzlich einsetzenden Starkregen oder Nebel, umgehen.
Industrialisierung und Serienfertigung
Damit SCALA 3 in großen Stückzahlen gebaut werden kann, musste Valeo Fertigungslinien anpassen und Prozesse zur Kalibrierung und Qualitätskontrolle entwickeln. Das Unternehmen verweist in Präsentationen darauf, dass der Sensor auf automatisierten Produktionslinien entsteht, bei denen optische Prüfstationen jeden LiDAR auf korrekte Ausrichtung und Signalqualität testen. Für Fahrzeughersteller ist wichtig, dass die Ausfallrate niedrig bleibt und Ersatzteile über mehrere Jahre verfügbar sind.
Im Werk, in dem der LiDAR gefertigt wird, riecht es nach Kühlmittel und Schmierstoffen, während Roboterarme die Module in Trays setzen und Mitarbeitende selektive Stichprobenprüfungen vornehmen. Diese Szene beschreibt die industrielle Realität hinter einem Produkt, das später unsichtbar in einer Stoßstange verschwindet und dennoch eine sicherheitskritische Rolle übernimmt. SCALA 3 ist Teil einer größeren Sensorenfamilie, zu der auch Kameras und Ultraschallkomponenten gehören, die Valeo unter unterschiedlichen Markenbezeichnungen vertreibt.
Kooperationen mit Fahrzeugherstellern
Damit SCALA 3 in Fahrzeugen zum Einsatz kommt, schließt Valeo Lieferverträge mit internationalen OEMs, darunter Hersteller in Europa, Nordamerika und Asien, die automatisierte Fahrfunktionen in künftigen Modellen anbieten wollen. Auf Messen und Fachkonferenzen stellt Valeo gemeinsam mit Partnern Concept Cars aus, in denen der LiDAR an der Front sichtbar bleibt, um die Sensorik zu demonstrieren. In Serienfahrzeugen verschwindet das Modul hingegen meist hinter Glas oder Kunststoff, sodass die Technik für Verbraucher kaum wahrnehmbar ist.
Produktmanager wie Luca Moretti bei Valeo arbeiten dabei eng mit Entwicklungsabteilungen der OEMs zusammen, um das Packaging des Sensors, seine Software-Schnittstellen und Diagnosefunktionen in die jeweiligen Fahrzeugarchitekturen zu integrieren. Ein zentrales Thema ist die Absicherung gegen Fehlfunktionen: Wenn der LiDAR verschmutzt oder verdeckt wird, muss das System eine Warnung ausgeben und gegebenenfalls Fahrfunktionen begrenzen. Diese Anforderungen schlagen sich direkt in den Spezifikationen von SCALA 3 nieder.
Regulatorischer Rahmen und Sicherheitsaspekte
Automatisiertes Fahren unterliegt weltweit einem sich entwickelnden regulatorischen Rahmen, in dem LiDAR-Sensoren wie SCALA 3 als Teil eines Gesamtsystems bewertet werden. Homologationsbehörden prüfen, ob die Kombination aus Sensorik, Software und Mechanik definierte Sicherheitsanforderungen erfüllt. Während Kameras und Radar bereits seit Jahren etabliert sind, gelten LiDAR-Systeme im Automotive-Bereich noch als vergleichsweise junge Technologie, weshalb zusätzliche Tests und Dokumentationspflichten entstehen können.
Fahrzeughersteller müssen nachweisen, dass Assistenzsysteme auch bei widrigen Bedingungen zuverlässig arbeiten und keine unvorhersehbaren Reaktionen zeigen. Dazu gehören Szenarien, in denen ein LiDAR vorübergehend keine Daten liefert, etwa aufgrund starker Verschmutzung oder Beschädigung. SCALA 3 ist so ausgelegt, dass das Steuergerät solche Zustände erkennt und entsprechende Maßnahmen, etwa das Deaktivieren bestimmter automatisierter Funktionen, veranlasst. Diese sicherheitsorientierte Auslegung spielt eine Rolle bei der Auswahl von Lieferanten durch OEMs.
Wirtschaftliche Bedeutung für Valeo
Für Valeo stellt SCALA 3 eine strategisch wichtige Komponente im Portfolio dar, weil der Markt für automatisierte Fahrfunktionen mittelfristig weiteres Wachstum verspricht. In Finanzberichten betont das Unternehmen regelmäßig die Bedeutung seines Sensorgeschäfts, zu dem neben LiDAR auch Kamera-, Radar- und Ultraschallsysteme gehören. Anleger beobachten dabei nicht nur die aktuelle Umsatzentwicklung, sondern auch die Pipeline an konkreten Produktionsanläufen bei Fahrzeugherstellern.
Wenn ein neuer Modellzyklus eines OEMs startet, in dem SCALA 3 verbaut ist, kann das zu stabilen wiederkehrenden Umsätzen über mehrere Jahre führen. Analysten ordnen solche Lieferbeziehungen als „Programmbeteiligungen“ ein, die bei der Bewertung der Valeo Aktie eine Rolle spielen. Gleichzeitig bleibt die Konkurrenz intensiv, sodass Valeo in Technologie und Kostenstruktur weiter investieren muss, um langfristig attraktiv zu bleiben.
Marktumfeld und Wettbewerb
Im Wettbewerb um Aufträge für automatisierte Fahrfunktionen treten neben Valeo auch andere Zulieferer mit eigenen LiDAR-Lösungen an. Manche setzen auf Solid-State-LiDAR ohne bewegliche Teile, andere auf alternative Wellenlängen oder Scanverfahren. Für Fahrzeughersteller zählt am Ende das Gesamtpaket aus Leistung, Kosten, Integrationsaufwand und Zuverlässigkeit. SCALA 3 positioniert sich dabei als Sensor, der speziell für große Serien und hohe Stückzahlen entwickelt wurde.
Branchenberichte weisen darauf hin, dass sich LiDAR-Preise tendenziell nach unten entwickeln, wenn neue Generationen auf den Markt kommen und Fertigungsprozesse effizienter werden. Valeo muss in diesem Umfeld die Balance zwischen technologischer Weiterentwicklung und Kostendisziplin halten. Für technisch interessierte Verbraucher bleibt LiDAR dennoch oft nur ein Begriff in Datenblättern, während der eigentliche Nutzen im Zusammenspiel mit Assistenzsystemen auf der Straße sichtbar wird.
Ausblick auf künftige Fahrfunktionen
Mit SCALA 3 legt Valeo die Grundlage für Fahrfunktionen, die über klassische Assistenz hinausgehen. Szenarien wie automatisiertes Fahren auf Autobahnen oder automatisierte Einparkfunktionen profitieren davon, wenn die Umgebung des Fahrzeugs präzise und in drei Dimensionen erfasst wird. LiDAR trägt dazu bei, Abstände und relative Geschwindigkeiten genauer abzuschätzen, was gerade bei komplexen Situationen wie einem sich verengenden Baustellenbereich relevant sein kann.
In Testfahrten schildern Ingenieure, wie der LiDAR aus dem scheinbar homogenen Regen auf der Windschutzscheibe eine geordnete Struktur von Objekten herausfiltert und dem System eine stabile Basis für Entscheidungen liefert. Solche praktischen Eindrücke zeigen, dass es bei Produkten wie SCALA 3 nicht nur um abstrakte Zahlen auf Datenblättern geht, sondern um konkrete Leistungsfähigkeit im Alltag. Gleichzeitig bleibt offen, wie schnell und in welchem Umfang Verbraucher automatisierte Funktionen tatsächlich nutzen werden.
Kontext und Bedeutung für die Aktie
Für Privatanleger ist SCALA 3 vor allem über seine Rolle im Gesamtportfolio von Valeo relevant. Der Sensor steht exemplarisch für den Fokus des Unternehmens auf Technologie rund um automatisiertes Fahren und moderne Assistenzsysteme. Wer sich mit der Valeo Aktie beschäftigt, sollte verstehen, dass einzelne Sensorprodukte wie SCALA 3 Teil eines größeren Systemangebots sind, das in vielen Fahrzeugplattformen steckt. An der Heimatbörse Euronext Paris werden Valeo Aktien in Euro gehandelt und spiegeln auch die Erwartungen an das Sensor- und Elektronikgeschäft wider.
Fakten zum Valeo SCALA 3
- Produkt: Valeo SCALA 3
- Hersteller: Valeo SE
- Kategorie: Neuheit/Launch, automotive LiDAR-Sensor
- Markteinführung: Serienstart in der Mitte der 2020er-Jahre in ausgewählten Fahrzeugplattformen
- UVP / Preis: Preis wird im B2B-Geschäft individuell zwischen Valeo und Fahrzeugherstellern verhandelt, keine öffentliche Verbraucherpreisangabe
- Verfügbarkeit: Lieferung an OEMs weltweit, Einbau in Serienfahrzeuge je nach Modellzyklus
- Zielgruppe: Fahrzeughersteller mit Fokus auf automatisierte Fahrfunktionen und moderne Assistenzsysteme
- Besonderheit / USP: LiDAR-Sensor speziell für Automotive-Serienfertigung mit großer Reichweite und integrierbar in Massenmodelle
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