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VanEck Dividend Leaders: Jobs-Bericht trifft Finanzsektor (31%)

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 13:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der VanEck Dividenden-ETF erzielte seit Start 223,9 Prozent Gesamtertrag. Neue Rekordzuflüsse und eine Portfolio-Umschichtung prägen das Bild.

VanEck TDIV ETF: Zehn Jahre Dividendenstrategie mit starkem Ertrag
Grafik, die einen Rückgang darstellt, überlagert eine moderne Skyline eines Finanzviertels bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Jahrzehnt nach dem Start hat der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF seine Stärke unter Beweis gestellt. Aus 100 Euro wurden 324 Euro — ein kumulierter Gesamtertrag von 223,9 Prozent. Jetzt steht der Fonds vor seinem ersten großen Test der zweiten Jahreshälfte.

Jobs-Bericht trifft den größten Sektor

Am Donnerstag erscheinen die US-Arbeitsmarktdaten für Juni — einen Tag früher als üblich, wegen des Unabhängigkeitstags. Ökonomen rechnen mit rund 172.000 neuen Stellen.

Das ist für diesen ETF keine abstrakte Makrozahl. Finanzwerte machen 31 Prozent des Portfolios aus. Energie kommt auf 20 Prozent, Gesundheit auf gut 15 Prozent. Alle drei Sektoren reagieren empfindlich auf Zinserwartungen.

Fällt der Bericht stark aus, sinken die Hoffnungen auf frühe Zinssenkungen — und der Druck auf Finanzwerte steigt. Ein schwaches Ergebnis würde dagegen die defensive Qualität des Fonds betonen. Kein Wunder, dass Anleger den Donnerstag im Blick haben.

Verizon übernimmt die Spitze

Das Portfolio hat gerade seine halbjährliche Neugewichtung abgeschlossen. Exxon Mobil war bis Juni die größte Position. Dann überschritt das Gewicht die Indexobergrenze von 5 Prozent und wurde mechanisch zurückgestutzt.

Die Folge: Verizon Communications rückt mit 4,64 Prozent an die Spitze. TotalEnergies und Nestlé folgen dahinter.

Der Fonds gewichtet seine Positionen nicht nach Marktkapitalisierung, sondern nach dem absoluten Dividendenvolumen in Dollar. Ins Portfolio kommen nur Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten eine Dividende gezahlt haben, ihre Ausschüttung je Aktie über fünf Jahre gehalten oder erhöht haben und deren Ausschüttungsquote unter 75 Prozent liegt. Aus diesem Universum wählt der Index die 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite.

Geografisch breit, aber nicht US-lastig

Geografisch führen die USA mit 23,9 Prozent. Dahinter folgen Großbritannien mit 11,4 Prozent, Frankreich mit 10,1 Prozent und die Schweiz mit 9,5 Prozent.

Diese vergleichsweise geringe US-Gewichtung war in den vergangenen Jahren ein klarer Vorteil. Im Abschwungjahr 2022 legte der Fonds 15,8 Prozent zu, während der MSCI World und der S&P 500 in Euro rund 12 bis 13 Prozent verloren. In 2025 wiederholte sich das Muster: ein Plus von 23,8 Prozent, getrieben von europäischen Positionen.

Über fünf Jahre erzielte der ETF eine jährliche Rendite von 17,9 Prozent — mehr als doppelt so viel wie der Kategoriedurchschnitt von 8,3 Prozent. Morningstar bewertet den Fonds mit einem quantitativen Silber-Rating und fünf Sternen, zuletzt bestätigt im Mai 2026.

Zuflüsse auf Rekordniveau

Im ersten Quartal 2026 flossen 2,1 Milliarden Euro neu in den Fonds — europaweit der höchste Wert aller Fonds in diesem Zeitraum. Weltweit sammelten Dividendenstrategien im gleichen Zeitraum 24 Milliarden Dollar ein, der stärkste Jahresauftakt seit vier Jahren.

Ein Treiber dahinter: Viele Technologiekonzerne stecken ihr Kapital in KI-Infrastruktur statt in Aktienrückkäufe. Einkommensorientierte Anleger weichen deshalb auf Dividendentitel mit stabiler Ausschüttungshistorie aus.

Der ETF verwaltet inzwischen rund 8,1 Milliarden Euro und schüttet seit 2016 quartalsweise aus. In den vergangenen zwölf Monaten zahlte er 1,65 Euro je Anteil — eine aktuelle Rendite von etwa 3,17 Prozent. Die nächste Ausschüttung ist für September geplant.

Neues Produkt, gleiche Logik

VanEck hat das Angebot im April erweitert. Am 23. April 2026 notierte der VanEck Morningstar Developed Markets ex-US Dividend Leaders UCITS ETF (TDVX) an der Londoner Börse. Das Produkt folgt derselben Indexmethodik, hält rund 100 Dividendentitel aus entwickelten Märkten außerhalb der USA und kostet ebenfalls 0,38 Prozent pro Jahr.

Produktmanager Dmitrii Ponomarev erklärte, der Start von TDVX sei auch durch eine strukturelle Einschränkung bedingt gewesen: Da TDIV in den Niederlanden domiziliert ist, konnte VanEck bislang keine thesaurierende Anteilsklasse für den Flaggschifffonds anbieten.

Mit einer Gesamtkostenquote von 0,38 Prozent liegt TDIV im günstigsten Fünftel seiner Morningstar-Vergleichsgruppe. Der Kategoriemedian liegt bei 1,06 Prozent. Selbst der iShares STOXX Global Select Dividend 100 ETF ist mit 0,46 Prozent teurer.

Der Kurs steht aktuell bei 51,76 Euro und damit leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 52,30 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,03 Prozent. Der Donnerstag wird zeigen, ob das finanzlastige Portfolio diesen Vorsprung verteidigen kann.

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