VanEck Gold Miners ETF: Newmont und Agnico berichten diese Woche
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz einer Erholung des Goldpreises in den letzten Handelstagen hinkt die Bewertung der Minenbetreiber der Entwicklung des Edelmetalls weiterhin hinterher. Im ersten Halbjahr 2026 notierte Gold im Durchschnitt bei 4.700 USD pro Unze, während die Branche ihre Gesamtkosten (All-In Sustaining Costs, AISC) bei unter 2.000 USD stabilisieren konnte. Diese historisch weite Gewinnspanne von mehr als 2.700 USD spiegelt sich in den Aktienkursen des VanEck Gold Miners ETF bisher kaum wider, was laut Marktbeobachtern ein erhebliches Aufholpotenzial signalisiert.
Rekordmargen treffen auf unterbewertete Aktienkurse
Imaru Casanova, Portfoliomanagerin bei VanEck, weist darauf hin, dass Goldminenaktien in einem Umfeld steigender Edelmetallpreise historisch gesehen eine Outperformance gegenüber dem physischen Metall zeigen. Derzeit sei jedoch das Gegenteil zu beobachten. Während Gold nach einer Korrektur von seinem Rekordhoch bei 5.600 USD im Januar wieder Boden gutmacht und sich zuletzt über der Marke von 4.100 USD stabilisierte, verzeichnete der VanEck Gold Miners ETF seit Jahresbeginn einen Rückgang. Der aktuelle Kurs von 74,98 USD liegt mit einem Minus von 2,22 % unter dem Vortagsniveau.
Die fundamentalen Daten der im ETF enthaltenen Unternehmen zeigen laut Casanova eine außergewöhnliche Stärke. Im ersten Quartal 2026 generierte der Sektor Rekord-Cashflows. Die Diskrepanz zwischen den operativen Gewinnen und den Aktienbewertungen wird am Markt zunehmend thematisiert. Mit einem aktuellen Stand von 74,98 USD notiert der VanEck Gold Miners ETF derzeit rund 36,01 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 117,18 USD, das erst im März dieses Jahres erreicht wurde.
Berichtssaison der Branchenriesen im Fokus
Die aktuelle Nachrichtenlage wird maßgeblich von den Quartalsberichten der Schwergewichte im Portfolio bestimmt. Newmont, die mit einer Gewichtung von 10,59 % die größte Position im ETF einnimmt, hielt am 23. Juli ihre Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals ab. CEO Natascha Viljoen erläuterte dabei die operative Entwicklung des Konzerns, dessen Aktie zuvor einen deutlichen Kurssprung verzeichnete. Auch Freeport-McMoRan legte am selben Tag Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor.
Parallel dazu rückt Agnico Eagle Mines in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen, das mit 9,99 % fast ein Zehntel des ETF-Vermögens repräsentiert, wird in der kommenden Woche seinen Ergebnisbericht veröffentlichen. Institutionelle Investoren wie Dimensional Fund Advisors haben zuletzt ihre Anteile an Agnico Eagle aufgestockt. Die operative Hebelwirkung dieser Unternehmen sorgt dafür, dass bereits moderate Anstiege des Goldpreises zu überproportionalen Gewinnsteigerungen führen können, sofern die Kostenbasis stabil bleibt.
Geopolitische Spannungen stützen den Goldpreis
Der Markt für Gold und Goldminenaktien wird derzeit von einem komplexen makroökonomischen Umfeld beeinflusst. Die Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Angriffe im Roten Meer haben die Sorgen vor einer Versorgungsunterbrechung bei Rohölen angeheizt, was wiederum Inflationsängste schürt. In der Folge stiegen die Renditen der US-Staatsanleihen, was den Goldpreis kurzfristig unter Druck setzte.
Medienberichten zufolge rechnen Analysten der UBS jedoch damit, dass Rücksetzer beim Goldpreis in Richtung 3.850 USD eine strategische Kaufgelegenheit darstellen. Langfristige Unterstützung erfährt der Sektor durch die anhaltenden Käufe der Zentralbanken, insbesondere in Asien und Osteuropa. Diese strukturelle Nachfrage bildet einen Boden für den Goldpreis, von dem die Produzenten im VanEck Gold Miners ETF bei einer Normalisierung der Bewertungsmultiplikatoren profitieren dürften. JPMorgan weist unterdessen darauf hin, dass Gold technisch erst bei einem Ausbruch über den Widerstandsbereich von 4.197 USD bis 4.264 USD seinen mittelfristigen Abwärtstrend nachhaltig brechen könnte.
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