VanEck Seltene Erden ETF: MP Materials auf Liste
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 04:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Steigende Rohstoffpreise treffen auf fallende Aktienkurse. Beim VanEck Seltene Erden ETF klaffen fundamentale Daten und politische Realität aktuell weit auseinander. Der Grund liegt in Peking. China eskaliert den Handelsstreit mit den USA und nimmt gezielt ein Schwergewicht des Fonds ins Visier.
MP Materials auf der schwarzen Liste
Das chinesische Handelsministerium setzte den US-Produzenten MP Materials auf eine Exportkontrollliste. Der Konzern baut derzeit eine eigene Lieferkette ohne chinesische Abhängigkeit auf. Das rächt sich nun. Chinesische Exporteure dürfen das Unternehmen ab sofort nicht mehr mit sogenannten Dual-Use-Gütern beliefern.
Dieser Schritt belastet den gesamten Sektor. MP Materials macht rund 5,6 Prozent des VanEck-Portfolios aus. Der ETF spürt diesen Druck direkt. Am Donnerstag schloss der Fonds bei 13,79 Euro. Auf Wochensicht verlor der Kurs damit knapp sieben Prozent.
Der jüngste Abverkauf drückte den ETF unter die langfristig wichtige 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 14,41 Euro. Fundamental sendet der Markt allerdings völlig andere Signale. Physische Seltene Erden verzeichnen derzeit massive Preissprünge.
Rohstoffe im Höhenflug
Der Preis für das Seltene-Erden-Metall Dysprosium schoss zuletzt um gut 25 Prozent nach oben. Auch die wichtige Neodym-Praseodym-Legierung verteuerte sich um mehr als 21 Prozent. Alle 18 branchenweit beobachteten Metalle legten im Preis zu.
Die Folge: Ein tiefer Riss im Markt. Geopolitische Risiken überschatten die eigentliche Preisrallye der Rohstoffe. Das direkte operative Risiko für MP Materials werten Beobachter indes als begrenzt. Das Management hat die Ausrüstungskäufe aus China ohnehin bereits weitgehend eingestellt.
US-Analysten sehen das Unternehmen durch langfristige Verträge mit der Regierung in Washington ohnehin gut abgesichert. Das übergeordnete politische Risiko für den ETF bleibt bestehen. Eine temporäre Einigung zwischen den USA und China friert weitere Exportbeschränkungen derzeit ein. Diese diplomatische Frist läuft im November 2026 ab. Scheitern neue Verhandlungen im Vorfeld, drohen der gesamten Branche ab Dezember umfassendere Sanktionen.
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