VerbĂ€nde warnen vor RĂŒckschritten in der Agrarpolitik
Veröffentlicht am: 15.01.2026 um 15:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Vieles von dem, was in den letzten fĂŒnfzehn, zwanzig Jahren mĂŒhsam aufgebaut wurde, fĂŒr Natur, fĂŒr Tierwohl, fĂŒr sauberes Wasser, fĂŒr faire Perspektiven der Höfe, wird jetzt wieder abgerĂ€umt", sagte Olaf Bandt, Vorsitzender des Bunds fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Teil des Agrar-BĂŒndnisses ist. Das treffe vor allem die Betriebe, die besonders in ökologische Zweige investiert haben.
Das BĂŒndnis kritisiert etwa an der EU-Planung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028, dass es darin kein gesichertes Mindestbudget mehr fĂŒr Gemeinwohlleistungen wie KlimamaĂnahmen geben solle. "Wir brauchen verlĂ€ssliche und faire Regeln fĂŒr Natur, Klima und Tier und Umweltschutz und fĂŒr den Erhalt von bĂ€uerlichen und konkurrenzfĂ€higen Betrieben", betonte Bandt. "Europas Landwirtschaft ist stark durch QualitĂ€t und RegionalitĂ€t, nicht durch Dumpingpreise. Durch Tierwohl, Umweltleistung, Gentechnikfreiheit und regionale Wertschöpfung."
Agrarberichts-Motto: "Wandel & Widerstand"
Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des BĂŒndnisses, Katrin JĂŒrgens, betonte: "Wir wissen seit Jahren, was es fĂŒr eine nachhaltige, sozial gerechte und zukunftsfĂ€hige Landwirtschaft braucht." Stattdessen gebe es derzeit einen deutlichen politischen Gegenwind, "in Teilen sogar einen RĂŒckwĂ€rtsgang".
Im heute erschienenen "Kritischen Agrarbericht" stellt das BĂŒndnis 50 Forderungen an die Agrarpolitik. Unter dem diesjĂ€hrigen Motto "Wandel & Widerstand" gehe es dabei um einen politischen Richtungsentscheid, sagte JĂŒrgens.
Im Agrar-BĂŒndnis haben sich 25 VerbĂ€nde aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Verbraucher- und Entwicklungspolitik zusammengeschlossen. Der "Kritische Agrarbericht" erscheint seit 1993.
