Verband: Komplett leere Gasspeicher im Februar sind möglich
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 06:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas geht aus einem Papier des Gasspeicher-Verbandes Ines hervor, das mehrere Szenarien durchrechnet und in Berlin veröffentlicht wurde. Ausgangspunkt der SchĂ€tzung ist, dass der FĂŒllstand am 1. November bei 77 Prozent liegen wird.
Sollte der Winter warm oder normal kalt werden, so reicht das gespeicherte Gas den Modellrechnungen zufolge locker aus. Im Falle eines sehr kalten Winters - also so kalt wie 2010 - wĂŒrden die SpeicherbestĂ€nde aber nicht reichen, warnt die Initiative Energien Speichern (Ines).
Die Gasspeicher sind nur ein Standbein fĂŒr die Energieversorgung der Industrie und Haushalte. Ăber neue FlĂŒssigerdgas-Terminals (LNG) an Deutschlands KĂŒsten, die als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine installiert wurden, können recht zĂŒgig Extra-KapazitĂ€ten vom Weltmarkt beschafft werden. AuĂerdem bekommt Deutschland Gas ĂŒber Pipelines, etwa aus Norwegen. Sollte also absehbar sein, dass die Gasspeicher bedenklich leer werden, dĂŒrften Extra-KapazitĂ€ten vom Weltmarkt gekauft werden. Das wĂ€re eine teure Sache.
Gasspeicher sind derzeit nur gut zur HĂ€lfte befĂŒllt
Derzeit sind die Gasspeicher nur mĂ€Ăig gefĂŒllt: Am 6. September lag der Wert den Angaben zufolge bei rund 54 Prozent und damit etwa 19 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Zum 1. November könnten die Speicher nur noch zu maximal 77 Prozent gefĂŒllt werden - mehr sei technisch gar nicht mehr möglich. Damit die 77 Prozent erreicht werden, mĂŒsste das zuletzt recht langsame BefĂŒllungstempo deutlich anziehen, heiĂt es von dem Verband.
Gebucht haben die Gasfirmen den Angaben zufolge einen Speicheranteil von 83 Prozent. Dass sie einen Teil ihrer bezahlten LagerkapazitÀten ungenutzt lassen, verdeutlicht die schwierige Lage: Die Gaspreise sind selbst im Sommer so hoch, dass sich das alte Gasspeicher-GeschÀftsmodell - im Sommer billig kaufen und im Winter teuer verkaufen - nicht mehr lohnt. Die hohen Gaspreise liegen am Irankrieg und anderen globalen Verwerfungen.
Gasbetreiber haben Forderungspapier auf den Tisch gelegt
Die Gasspeicher-Betreiber fordern von der Politik Erleichterungen und Anreize, um das Einspeichern von Gas attraktiver zu machen. "Die SpeicherbefĂŒllung muss wirtschaftlich tragfĂ€hig sein, damit sie von Marktakteuren auch tatsĂ€chlich realisiert werden kann", sagt Ines-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Sebastian Heinermann.
Von der Bundesnetzagentur heiĂt es, dass ein Zusammenspiel von Pipelineimporten, Speichern, LNG-Importen, Infrastruktur und Nachfrage entscheidend sei fĂŒr die Versorgungssicherheit. AuĂerdem weist die Behörde darauf hin, dass die BefĂŒllung der Speicher grundsĂ€tzlich eine Aufgabe der GashĂ€ndler sei. "Sie haben Lieferverpflichtungen gegenĂŒber Stadtwerken, Versorgern, Industrie und anderen Kunden und mĂŒssen sich ausreichend absichern", so die Bundesnetzagentur.
Auf dem Weltmarkt sei ausreichend Gas verfĂŒgbar, und es seien ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden, so die Netzagentur. Die Gasversorgung in Deutschland sei stabil und die Versorgungssicherheit aktuell gewĂ€hrleistet.
