Verbraucher, Fleischkonsum

Verbraucher hinterfragen zunehmend Fleischkonsum

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Fleischkonsum in Deutschland Àndert sich - der Trend geht einer Studie zufolge aber weniger zum vollstÀndigen Verzicht als vielmehr zu einem bewussteren Umgang.

Zwar kaufen etwas weniger Haushalte Fleisch und Wurst als noch vor einigen Jahren, doch die verbliebenen KÀufer legen bei den Mengen zu. Das geht aus Daten von YouGov und dem SINUS-Institut hervor, die zum Weltvegetariertag am 1. Oktober veröffentlicht wurden. Zudem gewinnt den Angaben zufolge Fleischersatz weiter an Bedeutung.

Den Daten nach kauften von Januar bis Juli dieses Jahres 93 Prozent der Haushalte Fleisch oder GeflĂŒgel - das sind bei der KĂ€uferreichweite zwei Prozentpunkte weniger als 2022. Die gekaufte Menge nahm zugleich um drei Prozent zu. Besonders gefragt bleibe GeflĂŒgel: HĂ€hnchen mache 35 Prozent am Fleischabsatz aus und liege vor Schweinefleisch (32 Prozent). Bei Wurstwaren nahmen sowohl KĂ€uferreichweite als auch Absatzmenge ab.

Kein massenhafter Umstieg auf vegetarische oder vegane ErnÀhrung

Die Befragungsdaten zeigten, dass viele Verbraucher ihren Fleischkonsum zunehmend hinterfragen. Mehr als jeder vierte Fleischesser (27 Prozent) plant demnach, seinen Konsum von Fleisch und Wurst "in nÀchster Zeit" zu reduzieren. Nur 2 Prozent möchten ihn erhöhen.

Zugleich stimmt bereits knapp die HĂ€lfte der Fleischesser der Aussage zu, dass es ihnen guttun wĂŒrde, weniger Fleisch, Wurst und Fisch zu essen (43 Prozent). Dabei gehe es den meisten nicht um vollstĂ€ndigen Verzicht: Nur 22 Prozent derjenigen, die weniger tierische Produkte essen möchten, erwĂ€gen eine komplett vegetarische, 14 Prozent eine komplett vegane ErnĂ€hrung.

Die Daten sprechen aus Sicht von YouGov-Expertin Petra SĂŒptitz "weniger fĂŒr einen breiten Trend zum Vegetarismus oder Veganismus, sondern stĂ€rker fĂŒr die wachsende Bedeutung flexitarischer ErnĂ€hrungsweisen". Viele Menschen möchten sich nach ihren Worten bewusster und ausgewogener ernĂ€hren und ihren Fleischkonsum reduzieren, ohne jedoch vollstĂ€ndig darauf zu verzichten. Sogenannte Flexitarier sind flexible Vegetarier oder Teilzeit-Vegetarier, die ihren Fleischkonsum bewusst einschrĂ€nken, aber gelegentlich noch Fleisch essen.

Markt fĂŒr Fleischersatz wĂ€chst

Parallel wĂ€chst der Markt fĂŒr Fleischersatz. Knapp 35 Prozent der Haushalte kauften den Daten zufolge 2026 mindestens einmal entsprechende Produkte - so viele wie seit 2022 nicht. Besonders stark wachsen "sonstige Fleischersatzprodukte" wie Tofu und Falafel.

Der Umsatz "fleischanaloger" Produkte wie vegetarische oder vegane Wurst habe um gut 6 Prozent zugelegt. Bei "sonstigen Fleischersatzprodukten" liege das Plus bei 38 Prozent. "Fleischersatz gewinnt damit nicht nur neue KĂ€ufer, sondern wird von bestehenden KĂ€ufern auch intensiver genutzt", heißt es.

Insgesamt haben 58 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben bereits Fleischersatz probiert. Als HĂŒrden fĂŒr eine weitere Verbreitung gelten vor allem der Preis und die Zusammensetzung: 61 Prozent empfĂ€nden die Produkte als zu teuer, 64 Prozent hĂ€tten den Eindruck, dass viele vegetarische und vegane Ersatzprodukte zu viele Zusatzstoffe enthalten.

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