Vicor Aktie: CEO verkauft nach Rally
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 17:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Patrizio Vinciarelli, Gründer, Chairman und CEO von Vicor, hat diese Woche Kasse gemacht — und zwar in zwei Tranchen. Am 25. und 26. Juni veräußerte er zusammen rund 40.900 Aktien für einen Gesamterlös von gut 13 Millionen Dollar. Das Besondere: Beide Verkäufe liefen über einen 10b5-1-Plan, den Vinciarelli bereits Ende Februar 2026 aufgesetzt hatte. Solche vordefinierten Handelspläne sollen Insidervorwürfe vermeiden, da Zeitpunkt und Volumen lange vor der Transaktion festgelegt werden.
Kursrally macht den Unterschied
Der Kontext dieser Verkäufe ist kaum zu ignorieren. Vicor-Aktien haben sich innerhalb eines Jahres versechsfacht — ein Plus von rund 600 Prozent. Auf dem aktuellen Kursniveau um 347 Dollar war es für Vinciarelli wohl ein günstiger Moment, einen Teil seiner Position zu monetarisieren. Nach den Transaktionen hält er noch direkt rund 8,4 Millionen Aktien sowie weitere 167.125 Aktien über einen Familientrust. Seine Position bleibt damit dominant.
Die jüngste Woche verlief allerdings holprig: Der Kurs gab rund zehn Prozent nach — ein Rücksetzer, der angesichts der vorangegangenen Rallye nicht ungewöhnlich ist.
Fundamentale Basis bleibt solide
Hinter der Kursexplosion stecken konkrete Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte Vicor einen Umsatz von knapp 113 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,44 Dollar — deutlich über der Konsensschätzung von 0,37 Dollar. Für das zweite Quartal hat das Unternehmen die Umsatzprognose auf 142 Millionen Dollar angehoben, getrieben durch höhere Produkterlöse und Lizenzgebühren aus einer neu abgeschlossenen Patentvere inbarung mit einem Erstausrüster.
Needham zog die Konsequenzen und hob das Kursziel auf 400 Dollar an, bekräftigte das Buy-Rating. Begründung: Vicors langfristiges Umsatzziel von 2,5 Milliarden Dollar verleihe der Wachstumsstory eine neue Dimension.
Wie weit der Abstand zwischen Kursziel und Marktbewertung trägt, hängt davon ab, ob das Lizenzmodell skaliert und ob Vicor seinen Wachstumspfad in den kommenden Quartalen bestätigen kann. Die nächsten Quartalsergebnisse werden zeigen, ob die erhöhte Q2-Guidance eingelöst wird.
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