Expertin: Vorteile von Supermarkt-Apps ĂŒberschĂ€tzt
11.03.2025 - 14:23:17 | dpa.deDeren Nutzen wird Experten zufolge jedoch ĂŒberschĂ€tzt. "Der Spar-Vorteil ist oft geringer als gedacht und Verbraucher zahlen fĂŒr die Rabatte mit der Preisgabe umfangreicher persönlicher Daten", sagt Christine Steffen von der Verbraucherzentrale NRW. Die Werbeversprechen seien kritisch zu hinterfragen.
Kunden sparten bei den Rabatten demnach nicht automatisch Geld. Ein Produkt im Sonderangebot könnte mitunter immer noch teurer als vergleichbare Produkte anderer Marken sein. Besonders Mengenrabatte verleiteten dazu, mehr zu kaufen als nötig. Verbraucher sollten sich nicht von vermeintlichen Mega-Angeboten blenden lassen, empfahl Datenschutzexpertin Steffen.
Die Ersparnis sei zudem nicht immer eindeutig. Kunden könnten prĂŒfen, ob es sich wirklich um ein SchnĂ€ppchen handelt. HĂ€ndler seien verpflichtet, bei ErmĂ€Ăigungen auch den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Die Reduzierung mĂŒsse sich darauf beziehen. "So soll verhindert werden, dass Preise erst heraufgesetzt werden, um dann mit einem vermeintlichen Rabatt werben zu können."
"Je mehr Anbieter ĂŒber ihre Kunden wissen, desto schwieriger"
Die Handelsunternehmen nutzten die Apps, um das Einkaufsverhalten der Kunden zu untersuchen, individuell zugeschnittene Werbung auszuspielen und Kaufentscheidungen zu beeinflussen, warnen VerbraucherschĂŒtzer.
"Dabei kommen psychologische Tricks zum Einsatz, wie zeitlich befristete Angebote oder vermeintlich begrenzte Kontingente", so Steffen. "Je mehr Anbieter ĂŒber ihre Kunden wissen, desto schwieriger ist es, sich diesem Einfluss zu entziehen."
Die Verbraucherzentrale NRW rÀt, die Datenschutzeinstellungen anzupassen. Kunden könnten in den Apps etwa den Zugriff auf ihren Standort unterbinden oder der Personalisierung widersprechen. Zudem sei es möglich, beim Anbieter zu erfragen, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden.
Klagen gegen Lidl, Penny und Rewe
In den Apps gehen Kunden und HĂ€ndler ein TauschgeschĂ€ft ein: Den Kunden winken exklusive Vorteile, wenn sie sich registrieren. Teils sind dann zusĂ€tzliche Artikel im Sonderangebot, teils gibt es einen Extra-Rabatt auf reduzierte Produkte. Die Firmen erhalten dafĂŒr - im besten Fall - treuere Kunden und deren Daten. Die helfen ihnen, zu verstehen, was die KĂ€ufer wollen.
Die Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg klagte zuletzt gegen mehrere Handelsunternehmen. Bei Lidl und Penny wird kritisiert, dass in der Werbung teilweise ausschlieĂlich der Preis fĂŒr App-Nutzer angezeigt worden ist und nicht der fĂŒr andere Kunden. Bei Rewe stört man sich daran, dass bei Artikeln in der App zwar der Bonus angegeben ist, den KĂ€ufer erhalten, allerdings nicht der Preis.
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