Krankenkassen, BeitrÀgen

Krankenkassen rechnen mit steigenden BeitrÀgen

09.12.2025 - 11:30:16

Vielen Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern drohen nach EinschĂ€tzung der Krankenkassen im kommendes Jahr deutliche Mehrbelastungen fĂŒr die Krankenversicherung.

Der derzeit im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag anhĂ€ngige Gesetzentwurf fĂŒr Einsparungen bei den KrankenhĂ€usern sei zur Stabilisierung des Beitragssatzniveaus "dringend notwendig", heißt es in einem Brief des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und ĂŒber den die "Rheinische Post" zuerst berichtet hatte. "Damit wird lediglich das absolute Minimum dessen erreicht, was fĂŒr eine finanzielle Stabilisierung der GKV und der BeitragssĂ€tze erforderlich ist."

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte ein Sparpaket von zwei Milliarden Euro mit Ausgabenbremsen vor allem bei den Kliniken vorgesehen. Der Bundesrat stoppte das vom Bundestag beschlossene Gesetz aber vorerst und schickte es in den Vermittlungsausschuss.

ZusatzbeitrÀge könnten noch stÀrker steigen

"Nach unseren SchÀtzungen steigen die Leistungsausgaben je Versicherten im Jahr 2026 um 6,9 Prozent, wÀhrend die beitragspflichtigen Einnahmen der GKV-Mitglieder voraussichtlich nur um 4,0 Prozent zulegen werden", so der GKV-Spitzenverband in seinem Brief an mehrere Politikerinnen und Politiker. In dem auf dieser Grundlage geschÀtzten Bedarf der Kassen an ZusatzbeitrÀgen (durchschnittlich 2,9 Prozent) sei das umstrittene Sparpaket schon enthalten.

Die Krankenkassen bekrĂ€ftigten zudem, dass "die gesetzlich vorgegebene AuffĂŒllung der Mindestreserven" hinzukomme - die Kassen also mehr Geld brĂ€uchten, als vom Bund bisher gedacht. "Insofern ist davon auszugehen, dass die tatsĂ€chlichen ZusatzbeitragssĂ€tze nochmals stĂ€rker steigen werden."

Kassen warnen vor Preissprung

Der Verband unterstĂŒtzt ausdrĂŒcklich den Plan, eine bestimmte Regelung auszusetzen, die fĂŒr höhere Preise und somit Einnahmen bei den Kliniken sorgen soll. Damit solle im Kern nur auf "eine - ohnehin grundlegend kritisch zu bewertende - Überfinanzierung der Krankenhausstrukturen" verzichtet werden. Notwendig sei darĂŒber hinaus eine dauerhafte DĂ€mpfung des Ausgabenniveaus. Der Verband warnte davor, die Beitragszahlenden nur kurzfristig zu entlasten und ab 2027 einem umso gewaltigeren Preissprung auszusetzen.

"Des Weiteren ist zu beachten, dass die KrankenhĂ€user auch in Zeiten einer herausfordernden Finanzlage und mehrfach gestiegener ZusatzbeitrĂ€ge bereits vielfach weitreichend unterstĂŒtzt wurden und immer noch werden", so der Kassenverband unter Verweis auf hohe MilliardenbetrĂ€ge des Bundes. Ambitioniertere SparbemĂŒhungen und eine Verteilung auf weitere Schultern seien erforderlich, etwa bei der Arznei- und Arzt-Versorgung.

Arbeitgeber fordern LĂ€nder-Zustimmung

Auch von Arbeitgeberseite erreichte die BundeslĂ€nder die Aufforderung, dem Sparpaket zuzustimmen. "Das muss unbedingt kommen", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands Gesamtmetall, Oliver Zander, im rbb24 inforadio. Er warnte vor einem drastischen Anstieg der gesamten BeitrĂ€ge zur Sozialversicherung. "Wir sind jetzt bei 42 Prozent. Wenn wir nichts machen, sind wir in zehn Jahren bei 50 Prozent", sagte Zander. "Das ist von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammen aufzubringen und das ist dann zu viel."

Am Vortag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der ARD gesagt: "Wir wollen die Steigerung der KrankenversicherungsbeitrÀge verhindern." Das sei das "erklÀrte Ziel der Regierung".

@ dpa.de