Vitamin D: Für wen die Extra-Portion wirklich sinnvoll ist
23.01.2026 - 08:55:12Vitamin D ist das einzige Vitamin, das unser Körper selbst herstellen kann – vorausgesetzt, wir bekommen genug Sonne ab. Doch genau daran mangelt es in den sonnenarmen Monaten hierzulande. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb bestimmten Risikogruppen eine gezielte Ergänzung. Aber wer gehört wirklich dazu?
Warum das „Sonnenvitamin“ so wichtig ist
Vitamin D ist ein Multitalent. Es stärkt nicht nur Knochen und Zähne, sondern unterstützt auch die Muskelfunktion und das Immunsystem. Ein schwerer Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Knochenerweichung führen. Die Herausforderung: Unser Körper deckt 80 bis 90 Prozent seines Bedarfs über die Eigenproduktion in der Haut durch UV-B-Strahlung. Die restlichen 10 bis 20 Prozent nehmen wir über Nahrung wie fetten Seefisch oder Eier auf. Von Oktober bis März reicht die Sonnenkraft in Deutschland jedoch oft nicht aus.
Diese Menschen brauchen eine Extra-Dosis
Die DGE rät nicht pauschal zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Stattdessen definiert sie klare Risikogruppen, für die eine Supplementierung sinnvoll ist. Der empfohlene Schätzwert liegt bei 20 Mikrogramm (800 I.E.) pro Tag.
Bevor Sie zu Vitamin‑D‑Tabletten greifen, sollten Sie Ihre Blutwerte kennen – doch Laborbefunde sind oft schwer zu lesen. Der kostenlose 25‑Seiten‑Report erklärt leicht verständlich, welche Werte (z. B. Vitamin‑D‑Spiegel, TSH, Cholesterin) wirklich zählen, wann ein Spezialtest sinnvoll ist und wie Sie Ergebnisse mit Ihrem Arzt besprechen. Ideal für alle ab 50 und Angehörige, die sicher entscheiden wollen. Der Report kommt sofort per E‑Mail. Jetzt kostenlosen Labor-Guide anfordern
Zu den wichtigsten Gruppen gehören:
* Ältere Menschen ab 65 Jahren: Ihre Haut produziert mit den Jahren immer weniger Vitamin D.
* Personen mit wenig Sonnenkontakt: Das betrifft Pflegebedürftige, chronisch Kranke oder Menschen, die aus kulturellen Gründen stets bedeckt sind.
* Menschen mit dunkler Haut: Der hohe Melanin-Gehalt bremst die Vitamin-D-Synthese.
* Säuglinge: Sie sollten nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden, erhalten daher Vitamin D zur Rachitis-Vorsorge.
Gesunde Erwachsene, die im Sommer regelmäßig draußen sind, speichern meist genug Vorrat für den Winter. Für sie ist eine zusätzliche Einnahme oft überflüssig.
Senioren: Sturzprophylaxe durch starke Muskeln
Für ältere Menschen ist eine gute Vitamin-D-Versorgung doppelt wichtig. Sie schützt nicht nur vor brüchigen Knochen, sondern erhält auch die Muskelkraft. Das kann Stürze und folgenschwere Brüche verhindern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Bewohner von Pflegeheimen sogar eine generelle tägliche Einnahme. Vor der ersten Tablette steht jedoch idealerweise ein Arztgespräch – am besten mit vorheriger Blutuntersuchung.
Vorsicht vor der Überdosis
Weniger ist oft mehr. Eine Vitamin-D-Vergiftung durch zu hoch dosierte Präparate ist zwar selten, aber gefährlich. Sie kann zu Übelkeit, Nierenschäden oder Herzrhythmusstörungen führen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt 100 Mikrogramm (4.000 I.E.) pro Tag als Obergrenze für Erwachsene. Eine Überdosierung durch Sonne oder normale Ernährung ist praktisch unmöglich.
Gezielt statt Gießkanne
Die aktuelle Diskussion zeigt ein Paradox: Während viele Gesunde vorsorglich zu Pillen greifen, bleiben die eigentlichen Risikogruppen oft unterversorgt. Experten plädieren deshalb für einen gezielten Ansatz. Neue, große Studien werden die Leitlinien weiter präzisieren. Bis dahin gilt die bewährte Kombination: vernünftige Sonne, ausgewogene Ernährung und – für definierte Personengruppen – die passende Ergänzung.


