Klingbeil, Druck

Klingbeil: Druck der EuropĂ€er hat Trump zum RĂŒckzug gebracht

23.01.2026 - 07:48:41

Vizekanzler Lars Klingbeil fĂŒhrt die vorlĂ€ufige EntschĂ€rfung des Grönland-Konflikts mit der US-Regierung auch darauf zurĂŒck, dass die EuropĂ€er nicht unter dem Druck von PrĂ€sident Donald Trump eingeknickt seien.

"Der Druck, der in den USA entstanden ist und der Druck, der von Europa kam, das alles hat dazu gefĂŒhrt, dass PrĂ€sident Trump jetzt auch ein bisschen den RĂŒckzug begonnen hat", sagte der SPD-Vorsitzende im "Berlin Playbook Podcast" des Nachrichtenmagazins "Politico". Andere Stimmen hingegen sprechen von einem Patt oder sehen Trump gar als Sieger des Konflikts, da er mit seinem radikalen Kurs schon jetzt ZugestĂ€ndnisse an die USA erzwungen habe, die vorher undenkbar gewesen wĂ€ren.

Zugleich warnte Klingbeil davor, zu frĂŒh aufzuatmen. "Wer jetzt meint in Europa, dass man sich zufrieden zurĂŒcklehnt und sagt, es ist ja alles noch einmal gut gegangen, der hat nicht verstanden, worum es gerade geht", sagte der Finanzminister. Die EuropĂ€er mĂŒssten das - vor Trumps Amtsantritt traditionell enge - VerhĂ€ltnis zu den USA schĂŒtzen und dabei zweigleisig fahren, mahnte er. "Das eine ist, wir mĂŒssen die Hand jederzeit ausgestreckt halten. Und wir dĂŒrfen von unserer Seite das transatlantische VerhĂ€ltnis nie kaputt machen, nicht gefĂ€hrden."

Sechsergruppe um Deutschland soll EU anfĂŒhren

DarĂŒber hinaus forderte Klingbeil mehr Geschlossenheit und Tempo bei Reformen auf EU-Ebene. Um sich enger mit seinen Kollegen aus fĂŒhrenden LĂ€ndern abzustimmen, habe er die Finanzminister aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Polen zu einer Videokonferenz in der kommenden Woche eingeladen. "Wir sechs mĂŒssen jetzt vorangehen", sagte er. Ziel sei es, bei WettbewerbsfĂ€higkeit, Rohstoffen, Verteidigungsfinanzierung und der Bevorzugung europĂ€ischer Anbieter in öffentlichen Vergabeverfahren schneller voranzukommen.

@ dpa.de