China hört unsere Sorgen
17.11.2025 - 14:24:38Man habe ihm zugesagt, dass die deutschen und europĂ€ischen Sorgen ĂŒber AusfuhrbeschrĂ€nkungen ernst genommen wĂŒrden, "und dass wir gemeinsame Lösungen im Sinne eines verlĂ€sslichen Zugangs und im Sinne verlĂ€sslicher Lieferketten finden wollen", sagte der Finanzminister nach GesprĂ€chen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng in Peking.
Klingbeil pochte beim deutsch-chinesischen Finanzdialog auf faire Wettbewerbsbedingungen. "Wir scheuen den Wettbewerb nicht, aber klar ist auch, er muss fair sein", betonte er. Deutsche Unternehmen brĂ€uchten verlĂ€sslichen Zugang zu kritischen Rohstoffen. Eine "ungerechtfertigte Anwendung von Exportkontrollen" sei eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die Weltwirtschaft.
China ist globaler Hauptproduzent fĂŒr seltene Erden, die in der Industrie sowie der Hightech- und RĂŒstungsbranche benötigt werden. Peking hat ihren Export beschrĂ€nkt, deutsche Unternehmen mĂŒssen aufwendige Genehmigungsverfahren durchlaufen und erhalten oft nur geringe Mengen.
Klingbeil wirbt fĂŒr mehr Kooperation
Klingbeil ist als erster Minister der schwarz-roten Bundesregierung fĂŒr politische GesprĂ€che in Peking. Er wirbt fĂŒr eine erweiterte Kooperation mit der Volksrepublik - nicht nur bei Handel und Rohstoffen, sondern auch in der Klimapolitik, bei globaler Gesundheit und finanzpolitischer StabilitĂ€t.
Sein GesprĂ€chspartner He ist in der chinesischen Regierung fĂŒr das Thema Finanzen zustĂ€ndig und hat die Volksrepublik in die jĂŒngsten Verhandlungsrunden mit den USA im Zollstreit gefĂŒhrt. Er sagte nach dem Treffen mit der deutschen Delegation, beide Seiten hĂ€tten ihre Bereitschaft betont, StabilitĂ€t und Sicherheit in der weltweiten Lieferkette zu stĂ€rken - auch bei seltenen Erden.
Klingbeil: Fairer Wettbewerb gefÀhrdet
Klingbeil beklagte auch chinesische ĂberkapazitĂ€t in SchlĂŒsselsektoren wie Stahl, Solar oder ElektromobilitĂ€t. "Wir sehen hier von deutscher Seite einen fairen Wettbewerb gefĂ€hrdet und sehen auch, dass IndustriearbeitsplĂ€tze und ArbeitsplĂ€tze auĂerhalb Chinas auch bei uns in Deutschland gefĂ€hrdet sind", sagte er. Konkrete ZugestĂ€ndnisse konnte er Peking jedoch nicht abringen.
He warb um Investitionen aus Deutschland. "Die chinesische Seite lĂ€dt deutsche Firmen ein, nach China zu kommen, um zu investieren", sagte er. Chinas Firmen wĂŒrden parallel ermutigt, in Deutschland Niederlassungen zu grĂŒnden. Mit Blick auf Streitigkeiten mit der EU sagte er, China hoffe, dass Deutschland seinen Einfluss nutze, damit man sich wieder aufeinander zubewege. BrĂŒssel hatte unter anderem Zölle auf chinesische Elektroautos verhangen. China konterte mit Anti-Dumpinguntersuchungen fĂŒr bestimmte EU-Produkte.

